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Japanische Autohersteller vor weiterem Testskandal

Japanische Autohersteller in weiterem Skandal

Während der von US-Präsident Donald Trump losgetretene Handelskrieg japanische Autohersteller unter Druck setzt, erschüttert ein neuer Skandal die japanische Wirtschaft.

Suzuki Motor, Mazda Motor und Yamaha Motor sollen unsachgemäße Verbrauchs- und Emissionstests an ihren Fahrzeugen in Japan durchgeführt haben.

Dies ist der jüngste Fall in einer immer länger werdenden Liste von Abgas- und Verbrauchswerteskandalen in der Automobilindustrie des Landes. Der jüngste Fall wurde nun vom japanischen Verkehrsministerium bestätigt.

Japanische Autohersteller mit falschen Daten

Die drei Unternehmen übermittelten dem Ministerium Berichte, nachdem eine Aufforderung an alle inländischen Automobilhersteller ergangen waren, die Testverfahren zu untersuchen. Anfang des Jahres wurde festgestellt, dass Nissan Motor und Subaru mit gefälschte Testdaten gearbeitet haben.

Die Tests wurden an Fahrzeugen durchgeführt, die im Rahmen der Qualitätssicherung ausgewählt wurden. Demnach wurde festgestellt, dass die Fahrzeuge unter falschen Fahrbedingungen getestet wurden.

Beim Hersteller Suzuki waren demnach seit 2012 6.401 von 12.819 Tests unsachgemäß durchgeführt worden. Mazda entdeckte falsche Tests an 72 von 1.875 Fahrzeugen seit 2014, Yamaha sieben Fälle von 335 seit 2016 fand.

Suzuki erwägt keinen Rückruf

Suzuki Präsident Toshihiro Suzuki entschuldigte sich bei einer Pressekonferenz am für das Verhalten seines Unternehmens. „Es ist eine Tatsache, dass so viele unserer Produkte unsachgemäß verarbeitet wurden. Wir nehmen das ernst“, sagte er. Und weiter: „Wir haben es versäumt, unsere Mitarbeiter gründlich und umfassend auszubilden.“ Der Autohersteller erwägt in diesem Moment keinen Produktrückruf, fügte er hinzu.

Für Mazda ist dies das erste Mal, dass das Unternehmen in einen Qualitäts-Skandal verwickelt wurde, seit die ersten Fälle bei Mitsubishi und Suzuki im Jahr 2016 auftauchten.

Das Verkehrsministerium will seine Ministerialverordnung dahingehend ändern, dass die Automobilhersteller die Testergebnisse der hergestellten Fahrzeuge speichern und Maßnahmen ergreifen müssen, um eine Manipulation der Ergebnisse zu verhindern.

5 von 8 japanische Autohersteller verwickelt

„Es ist äußerst bedauerlich, dass diese Situation die Nutzer über die Qualität der Fahrzeuge und die Qualitätskontrolle der Automobilhersteller beunruhigt“, sagte Verkehrsminister Keiichi Ishii.

Seit 2016, als Suzuki und Mitsubishi Motors Probleme mit dem Kraftstoffverbrauch einräumten, sind bei fünf der acht japanischen Pkw-Hersteller – zusammen mit Yamaha, das Motorräder herstellt – Fragen der Qualitätskontrolle aufgetaucht. Das ist auffallend in einer Branche, die für strenge Standards bekannt ist.

Kostendruck für mangelhafte Tests verantwortlich?

Bei vielen der von Skandalen betroffenen Autohersteller scheinen die in den Inspektionsprozess involvierten Arbeiter die Prüfregeln  vernachlässigt zu haben. Der verschärfte globale Wettbewerb hat den Druck auf die Automobilhersteller erhöht, die Kosten zu senken – auch bei der Ausbildung ihrer Mitarbeiter.

Gleichzeitig werden die Fabriken in Japan in der Regel sehr unabhängig geführt. Das ermöglicht den Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität. Obwohl dies viele Vorteile bietet, hat das Fehlen ausreichender Überwachung dazu geführt, dass ein Umfeld geschaffen wurde, in dem Missstände auftreten können.

Systematische Fälschung von Verbrauchs- und Emissionswerten

Die Aktienkurse aller drei betroffene Unternehmen fielen am gleichen Tag. Die Aktien von Suzuki und Yamaha verloren am Mittwoch zeitweise um über 5%.

Subaru legte im April einen Bericht vor, in dem es das Ausmaß seiner Fälschung von Kraftstoffverbrauchs- und Emissionsdaten sowie die Prüfung von Fahrzeugen darlegte. Im Juni musste das Unternehmen zugeben, dass das Problem etwa die doppelte Anzahl von Pkw betraf.

Nissan setzte damit seinem jüngsten Treibstoff- und Emissionsvergehen ein weiteres Kapitel hinzu. Subaru als auch Nissan hatten unqualifizierte Inspektoren eingesetzt, um abschließende Fahrzeugkontrollen durchzuführen.

Toyota ohne Probleme bei Fahrzeugkontrollen

Als die ersten Skandale im Jahr 2016 auftauchten, wurde festgestellt, dass Mitsubishi Motors und Suzuki Motor während der Fahrzeugentwicklungsphase Verbrauchstests durchführten, die nicht den nationalen Vorschriften entsprach. 

Bei Toyota Motor, Honda Motor und Daihatsu Motor wurden keine Probleme mit den letzten Fahrzeugkontrollen gefunden. Toyota hat den Kraftstoffverbrauch und die Emissionstests automatisiert. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass kein Mensch an den Ergebnissen beteiligt ist.