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“Ride sharing”-Services in Asien auf dem Vormarsch

Ride-Sharing Dienste in Asien auf dem Vormarsch.
Grab und Gojek "Ride-Sharing" Services in Jakarta. (Quelle: findracadabra/Shutterstock.com)

Fahrdienste wie Uber sind in Asien auf dem Vormarsch. Dabei sind es vor allem lokale “Ride sharing”-Dienste, die derzeit großen Erfolg haben. Innerhalb weniger Jahre haben sich drei solcher Services als sogenannte “Decacorns” herauskristallisiert. Ein “Decacorn” ist ein Start-up-Unternehmen im Wert von mehr als 10 Milliarde USD, also eine Nummer größer als ein “Unicorn”. So werden wiederum neue Unternehmen bezeichnet, die in kürzester Zeit eine Bewertung von mehr als 1 Milliarde USD erreicht haben.

Weltweit gibt es nur 18 “Decacorns” – drei davon stellen “Ride sharing”-Dienste aus Südostasien. Laut der von CB Insights Anfang 2019 veröffentlichten “Unicorn Companies List” sind dies Chinas Didi Chuxing, Singapurs Grab und Indonesiens Gojek.

Didi und Grab, schon über zehn Jahre am Markt, wurden in diesem Jahr mit 56 Mrd. USD bzw. 14 Mrd. USD bewertet. Gojek gibt es seit knapp drei Jahren und hat jetzt einen Wert von knapp über 10 Milliarden USD erreicht. Damit ist Gojek das am höchsten bewertete Start-up in Indonesien.

Das starke Wachstum der “Ride sharing”-Services in Asien steht im Einklang mit der Ausweitung des Marktvolumens. Basierend auf Daten von Statista wird der Umsatz mit den Fahrdiensten in Asien im Jahr 2019 über 52 Milliarden USD erreichen. Der Umsatz wird in den nächsten vier Jahren schätzungsweise um 14,6 Prozent jährlich wachsen, was zu einem Marktvolumen von 90 Milliarden USD bis 2023 führt. Allein in China werden die “Ride sharing”-Dienste in diesem Jahr 35,5 Milliarden USD und bis 2023 62,1 Milliarden USD generieren.

Harter Kampf um die Dominanz des “Ride sharing”-Marktes in Asien

Das Geschäftsmodell “Ride Sharing” wurde 2009 erstmals von Uber Technology Ltd. entwickelt. Das Unternehmen bietet On-Demand-Services wie Transport und Lebensmittellieferung über eine mobile Anwendung an. Kunden erhalten vor der Bestellung des Services ein Preisangebot, um den Prozess der Transaktion und Zahlung zu vereinfachen.

Didi startete 2012 ähnliche Dienste in China, gefolgt von Grab in Singapur zwei Jahre später. Im Jahr 2016 startete Gojek seinen ersten Betrieb in Indonesien mit der gleichen Idee, konzentriert sich aber darauf, Motorräder anstelle von Autos einzusetzen. Grab und Gojek konkurrieren nun in mehreren südostasiatischen Märkten, darunter Vietnam und Thailand.

Didi hat derzeit rund 550 Millionen Nutzer mit einem Marktanteil von 60 Prozent in China. Vor kurzem expandierte die Fahrdienstleistung auch auf den japanischen Markt, mit Services in Osaka, Kyoto und Tokio. Didi richtet sich dabei vor allem an Touristen, die nach Japan kommen. Fast zur gleichen Zeit hat auch Uber Angebote in Kyoto gestartet.

Grab gibt an, 62 Prozent des Marktes in Südostasien zu halten. Gojek widerspricht dem. Im Heimatmarkt zumindest dominiert der neue Player mit fast 80 Prozent Marktanteil und zwei Millionen Fahrern.

Von der ursprünglichen “Ride Sharing”-Idee haben sich die Apps mittlerweile wegbewegt. Sie haben sich zu neuen “Super-Apps” mit integriertem Zahlungssystem entwickelt. Sie bieten so eine Vielzahl von Dienstleistungen an, von der Bezahlung von Rechnungen über die Buchung von Konzertkarten bis hin zum Hotelzimmer. Laut Nadiem Makarim, dem Gründer von Gojek, haben Zahlungsdienste jährlich rund 6,3 Milliarden USD an Transaktionen generiert. Weiter sagt er, dass sein Unternehmen nicht plant, in naher Zukunft im Transportbereich profitabel zu sein.

Das Ende von Uber: Asiens Ride-Sharing-Dienste übernehmen

Interessanterweise hat die Dominanz regionaler Start-ups in Asien Uber – den Pionier der Dienstleistung – in den letzten Jahren vom Markt verdrängt. Im Jahr 2016 übernahm Didi Chuxing die Aktivitäten von Uber auf dem chinesischen Markt. Nachdem das amerikanische Unternehmen 2 Milliarden USD verloren hatte, um Didi einzuholen, entschied sich Uber, das Geschäft für 35 Milliarden USD an seinen chinesischen Konkurrenten zu verkaufen. Im Gegenzug erhielten Uber und seine Investoren eine 20-prozentige Beteiligung an Didi.

Zwei Jahre später fusionierte Uber sein Geschäft in Südostasien mit seinem Konkurrenten GrabTaxi Holdings Pte. Ltd., die in acht Ländern der Region tätig ist. Die Transaktion brachte Uber einen Anteil von 27,5% an Grab.

Dank seiner Kenntnis des regionalen Marktes konnte Grab seinen Umsatz im Transportbereich innerhalb von drei Geschäftsquartalen nach der Übernahme von Uber verdoppeln. Das Lebensmittelunternehmen GrabFood, ein Spin-off von Uber Eats, konnte seine Einnahmen um das 45-fache steigern im Vergleich zu neun Monaten zuvor.

Investitionen in “Ride sharing”-Dienste: ein lukratives Geschäft

Der Wettstreit zwischen den “Ride sharing”-Unternehmen in Asien dauert seit mehr als fünf Jahren an. Die Marktdynamik zieht dabei auch hochkarätige Investoren an, die sich lukrative Geschäfte versprechen.

Der führende japanische Risikokapitalgeber Softbank hat in Uber, Grab, Didi und die indische Ola investiert. Im vergangenen März flossen rund 1,5 Milliarden USD in Grab, in das auch Microsoft investiert hat sowie ebenfalls Toyota und Hyundai.

Gojek hingegen erhielt im vergangenen Jahr eine 500 Millionen USD Finanzspritze von Google. Darüber hinaus hat das in Jakarta ansässige Ride-Sharing-Unternehmen auch Mittel von der chinesischen Internet-Gruppe Tencent Holdings sowie von der US-amerikanischen Private Equity-Firma KKR für seine Expansion erhalten.