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China Belt and Road Initiative: pan-asiatische Eisenbahn gewinnt an Fahrt

China Belt and Road Initiative: Pan-asiatisches Eisenbahnprojekt schreitet voran
China Belt and Road Initiative: Pan-asiatisches Eisenbahnprojekt schreitet voran

Die Pläne für das pan-asiatische Eisenbahnnetz Chinas, das Teil der Belt and Road Initiative (BRI) ist, gewinnt an Fahrt. Nachdem Malaysia im vergangenen Jahr ein Abkommen mit China auf Eis gelegt hatte, nimmt das Land und das Projekt “East Coast Rail Link” wieder Fahrt auf. Ursprünglich argumentierte der malaysische Premierminister Mahathir Mohamad, dass es sich sein Land nicht leisten kann, zu viel Geld in das Projekt zu stecken. Malaysia würde allerdings eine 5-Milliarden-USD Strafe gegenüber China kassieren, wenn das Land das Projekt absagt. Beide Ländern haben nun vereinbart, die Kosten für den Netzaufbau für Malaysia von 15,7 Milliarden USD auf 10,6 Milliarden USD zu senken. “Diese Reduzierung wird Malaysia sicherlich zugute kommen und die finanzielle Lage des Landes entlasten”, heißt es in einer offiziellen Erklärung.

Der East Coast Rail Link gilt als wichtiger Teil des globalen Infrastrukturplans für Chinas Belt and Road Initiative. Peking strebt den Bau eines mehr als 3.000 Kilometer langen pan-asiatischen Eisenbahnnetzes an. Es soll China mit sieben Ländern in Südostasien verbinden, darunter Singapur und Thailand.

China Belt and Road Initiative: Pan-Asien Eisenbahnprojekt. Quelle: Nikkei.com
Chinas Eisenbahnpläne in Südostasien. Quelle: Nikkei.com

Ursprünglich sollte sich das Netzwerk nur von Singapur bis in die Hauptstadt der südchinesischen Provinz Kunming erstrecken. Der Netzplan wurde jedoch auf drei Hauptstrecken erweitert, die alle Länder des südostasiatischen Festlandes erreichen.

Die Ostroute des Projekts beginnt in Bangkok, führt durch Kambodscha und Vietnam und endet in Kunming. Die Zentral-Route wird von China aus durch Laos, Thailand und Malaysia führen, bevor sie in Singapur endet. Die westliche Route führt von China nach Myanmar und zurück nach Bangkok.

Das ehrgeizige Projekt ist eine der wichtigsten Investitionen Chinas in Südostasien. Die Region selbst hat ein Drittel der gesamten chinesischen Investitions- und Bauprojekte im Rahmen der BRI erhalten.

China Belt und Road Projekte: Nächster Meilenstein verbindet Thailand und Laos

Der nächste Meilenstein für das pan-asiatische Eisenbahnprojekt wurde kürzlich mit dem “Memorandum of Co-operation” für die Eisenbahnlinie zwischen Nong Khai, Thailand und Vientiane, Laos, erreicht. Es ist das erste Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt in beiden Ländern.

Thailand hat bereits mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Bangkok nach Nong Khai an der Grenze zu Laos begonnen. Die Gesamtkosten für das über 600 Kilometer lange Eisenbahnprojekt werden auf 12,19 Milliarden USD geschätzt. Ein großer Teil davon kommt von internationalen Krediten, so die thailändische Regierung. Laos begann bereits 2016 mit den Arbeiten an einer 417 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsbahn, die von der Hauptstadt Vientiane ins chinesische Kunming führt. Die Investitionen in das Projekt belaufen sich auf rund 6 Milliarden USD, wobei China zugestimmt hat, 70 Prozent der gesamten Baukosten zu übernehmen.

Pan-asiatische Eisenbahn: Von Vorteil für Südostasien

Chinas ehrgeizige Belt and Road Initiative zielt darauf ab, Verkehrsinfrastrukturen für den Import und Export von Waren auf den bzw. vom eurasischen Kontinent zu schaffen. Für Südostasien kann das Eisenbahnprojekt eine Chance sein, die wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Region und zu China zu stärken.

Die laotische Regierung steht dem jüngsten Eisenbahnprojekt positiv gegenüber. Premierminister Thongloun Sisoulith sagte im Juni 2018, dass er hofft, dass “der Bau der Eisenbahn dem Land Vorteile bringen wird”. Für Thailand wird die Route als entscheidend angesehen, um das Land zu einem Logistik-Drehkreuz in Südostasien zu machen.

Es besteht jedoch die Sorge, dass China versuchen könnte, die Investitionen zu nutzen, um nicht nur die operative, sondern auch die finanzielle Kontrolle über Projekte zu erlangen. China stellt in der Regel Kredite und keine Zuschüsse für ausländische Infrastrukturprojekte zur Verfügung. Für den Fall, dass ein Empfänger nicht in der Lage ist, die Schulden zurückzuzahlen, übernimmt China das Projekt – wie jüngst z.B. in Sri Lanka.

Insbesondere Laos läuft Gefahr, von China abhängig zu werden. Laut dem in den USA ansässigen Center for Global Development gehört Laos zu den acht Ländern mit der höchsten Schuldenquote gegenüber China (unter den 68 im Rahmen der BRI finanzierten Ländern). Der Internationale Währungsfonds warnte davor, dass das Eisenbahnprojekt China-Laos “die Fähigkeit des Landes, seine Schulden zu bedienen, gefährden könnte”.