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China Währung: Wie sieht die Zukunft des Renminbi aus?

China Währung Renminbi auf dem Weg zur Leitwährung

China hat seinen heimischen Anleihenmarkt weitgehend geöffnet. Dieser Markt hat ein Volumen von rund zehn Billionen Euro und ist damit nach dem US-Amerikanischen und dem japanischen der drittgrößte Rentenmarkt der Welt. Wie aussichtsreich ein Engagement auf diesem Markt global gesehen ist, hängt entscheidend von der Entwicklung der chinesischen Währung ab. Denn Inlandsgeschäfte werden in China Währung abgerechnet. Das Gros der Inlandsanleihen lautet auf Renminbi.

1024 wurde in China das welterste Papiergeld in Umlauf gebracht, um einen Krieg zu finanzieren. 1402 wurde es, da man leicht zu viel davon erfinden konnte, abgeschafft. Als China Währung blieb daher weiterhin Käsch der König. 1.000 Käsch konnte man in einen Silberbarren tauschen, der von Provinz zu Provinz unterschiedlich groß war. 1889 wurde das Währungssystem vereinheitlicht. 1.000 Käsch waren nun ein Yuán – eine Silbermünze. Das Wort Yuán bedeutet rund, wie Münzen eben sind. 1949 führte das kommunistische Regime den Renminbi ein, das bedeutet Volkswährung. Für die Grundeinheit der Volkswährung blieb man jedoch bei der Bezeichnung Yuán. Über Beträge spricht man als Yuán, über die Währung als Renminbi.

China und die USA: Waffe Währung

Unter Mao war China ein verschlossenes Land. Dementsprechend bedeutungslos war der Renminbi. Das Konzept ist von den kommunistischen Planwirtschaften Osteuropas bekannt. Die chinesische Regierung verordnete auch dem Renminbi überhöhte Wechselkurse. Touristen bekamen eigenes Fremdengeld in die Hand, um sie möglichst von subventionierten Waren fernzuhalten und die Chinesen von Importwaren. Mit Deng Xiaopings Reform- und Öffnungspolitik passte das nicht mehr zusammen, denn jetzt war Außenhandel erwünscht, sprich Export. Schrittweise erleichterte die Regierung den Währungsaustausch und passte den Wechselkurs den Lohnstückkosten an. Mitte der Neunzigerjahre koppelte die chinesische Regierung den Renminbi schließlich an den Dollar. Die Konvertierbarkeit der China Währung wurde verbessert.

Die Dollarkopplung hatte aus chinesischer Perspektive zwei Vorteile: Der verbindliche Wechselkurs machte China und chinesische Unternehmen zu einem vertrauenswürdigeren Investitionsziel und Gläubiger. Zweitens führte dies mit der Zeit zu einer Unterbewertung des Renminbis gegenüber dem Dollar, und somit zu Exportvorteilen für China. Der Hintergrund war, dass China als Schwellenland ein hohes Wirtschaftswachstum erzielte. Deshalb wäre tendenziell eine Aufwertung zu erwarten gewesen. China hielt jedoch den Renminbi an den Dollar gekoppelt wie einen unerwünschten Trittbrettfahrer. Ein großer Teil der Handelsbilanzüberschüsse wurde in US-Staatsanleihen umgesetzt, und China warf Yuán auf den Markt. Beides zementierte Wechselkurs und Exportüberschüsse.

China Währung: Vom Mauerblümchen zum … ?

Dieser eingeschlagene Kurs hatte auch Nachteile. Die riesigen Währungsreserven standen der Bevölkerung nicht zur Verfügung, schufen keinen Wohlstand. Der niedrige Wechselkurs schlug sich in Inflation nieder. Stützungskäufe vergrößerten die Geldmenge in Renminbi, aber auch, da die wachsende chinesische Produktivität wachsende Löhne bewirkte und die wachsenden Löhne bei konstantem Wechselkurs irgendwann wachsende Preise. Die dauernden Exportüberschüsse belasteten das Verhältnis mit den Handelspartnern, besonders mit den USA. Nicht zuletzt dieser jahrelange Handelsbilanzüberschuss ist mit verantwortlich für den gegenwärtigen Handelskonflikt. Außerdem möchte ein erstarkendes China irgendwann auch die Vorteile einer Leitwährung erfahren.

China Währung treibt Handelsbilanzüberschuss
China Währung treibt Handelsbilanzüberschuss. Quelle: IWF

China macht schon länger Anstalten, die Bedeutung des Renminbi aufzuwerten. Die Dollar-Bindung ist seit 2010 gelockert. Die Regierung öffnete die Kapitalmärkte schrittweise, wodurch in Zukunft stärkere Kapitalströme in die entgegengesetzte Richtung, nach China, zu erwarten sind. Der Renminbi wurde in den Währungskorb des Internationale Währungsfonds aufgenommen, der für die Sonderziehungsrechte maßgeblich ist. All dies sind Schritte, die den Renminbi in Zukunft als Reservewährung interessanter machen könnten.