China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und zählt heute zu den Ländern mit mittlerem Einkommen. Seit der Öffnung und Reform der China Wirtschaft im Jahr 1978 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes kontinuierlich um durchschnittlich fast 10% pro Jahr gewachsen.

Allerdings hat sich das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Faktoren verlangsamt, darunter u.a. die sinkende Produktivität und das rückläufige Wachstum der Erwerbsbevölkerung.

Und als das erste Land, in dem Covid-19 auftrat, hatte China mit erheblichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kosten zu kämpfen, insbesondere im ersten Quartal 2020. Die Volksrepublik war jedoch in der Lage, die Auswirkungen der Pandemie einzudämmen und verzeichnete als einzige große Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2020 ein Wachstum von 2,3%.


China Jährliche BIP-Wachstumsrate (in %)

 

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Krise abzumildern, bot die Politik Unternehmen finanzielle Erleichterungen und steuerliche Unterstützung an und pumpte Liquidität in den Markt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) trugen diese makroökonomische und fiskalische Maßnahmen dazu bei, Chinas wirtschaftliche Erholung zu fördern.

Der IWF senkte kürzlich seine Wachstumsprognose für die China Wirtschaft im Jahr 2021 um 0,3% auf 8,1%. Die leichte Herabstufung ist auf die geringer als erwartet ausgefallene fiskalische Unterstützung im Lande zurückzuführen.

Aufgrund einer verbesserten Auslandsnachfrage hebt der IWF seine Wachstumsprognose für 2022 leicht um 0,1% auf 5,7% an. Dem IWF zufolge kommt die Aufwärtskorrektur des globalen Wachstums auch China zugute, da das Land ein wichtiger Exporteur ist.

Trotz der weltweiten Pandemie ist die Arbeitslosenquote in China nur von 3,6% auf 3,8% im Jahr 2020 gestiegen. Deshalb erwartet der IWF, dass die Arbeitslosenquote in den Jahren 2021 und 2022 wieder auf das Niveau vor der Pandemie von 3,6% zurückkehren wird.

   China Arbeitslosenquote (in %)

 

Währung und Zentralbank

Die chinesische Währung heißt offiziell Renminbi, was auf Chinesisch «Währung des Volkes» bedeutet, ist aber weltweit eher als Yuan bekannt.

Die China Wirtschaft hat sich gegenüber den Auswirkungen der Pandemie als widerstandsfähig erwiesen, aber die Zuwächse haben sich verlangsamt. Die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China (PBOC), hat erklärt, dass sie in der zweiten Jahreshälfte 2021 eine umsichtige, flexible und gezielte Geldpolitik beibehalten wird.


China Inflation (in %)

 

Die PBOC ist bestrebt, das Wachstum zu fördern und gleichzeitig ein Auge auf die digitale Wirtschaft, insbesondere den elektronischen Handel und andere Technologieunternehmen, zu haben. Die Zentralbank sagte, sie werde «ein hohes Maß an Druck» auf Unternehmen ausüben, die mit digitalen Währungen spekulieren.

Außerdem versprach sie, die Stabilität des Yuan-Wechselkurses innerhalb einer «vernünftigen und ausgewogenen Bandbreite» zu halten.

Industrie und Handel

Das verarbeitende Gewerbe und die Landwirtschaft sind nach wie vor die wichtigsten Sektoren in Chinas stark diversifizierter Wirtschaft, aber der Dienstleistungssektor hat sich in den letzten Jahren zum größten BIP-Träger und Arbeitsplatzbeschaffer entwickelt. Der Anteil des Dienstleistungssektors am Gesamt-BIP beträgt mehr als die Hälfte, und fast die Hälfte der Arbeitskräfte des Landes ist dort beschäftigt.

Die niedrigen Arbeitskosten in China haben das Land zu einem der beliebtesten Ziele für die Auslagerung der Produktion gemacht. Bei mehr als der Hälfte der Exporte chinesischer Unternehmen wird ausländisches Kapital eingesetzt.

Als bevölkerungsreichstes Land der Welt ist China auch einer der größten Erzeuger und Verbraucher von Agrarprodukten weltweit. Obwohl nur 15% des Bodens des Landes landwirtschaftlich nutzbar sind, ist es dennoch der weltweit führende Produzent von Getreide, Reis, Baumwolle, Kartoffeln und Tee.

Zu den wichtigsten Exportgütern des Landes gehören Funkübertragungsgeräte, Datenverarbeitungsmaschinen und -anlagen, elektronische integrierte Schaltkreise und Mikrobaugruppen sowie Erdöl.

Zu den wichtigsten Importprodukten gehören elektronische integrierte Schaltkreise und Mikrobaugruppen, Erdöl, Eisenerze, Erdölgas und Kraftfahrzeuge.

Die USA, Hongkong, Japan, Südkorea, Vietnam, Australien und Deutschland sind die wichtigsten Handelspartner Chinas. Im Jahr 2020 verzeichnete das Land einen Handelsüberschuss von über 500 Mrd. USD.


China Handelsbilanz

 

Studien und Ranglisten

China hat sein Ranking im «Ease of Doing Business»-Report der Weltbank von Platz 46 im Jahr 2018 auf Platz 31 im Jahr 2020 deutlich verbessert. In Bezug auf die wirtschaftliche Freiheit stufte die Heritage Foundation China auf Platz 107 unter 178 Ländern weltweit in seinem 2021 Ranking ein. China erhielt eine Punktzahl von 58,4, was unter dem globalen Durchschnitt und in die Kategorie «mostly unfree» fällt.

Börsen und Kapitalmärkte

Investieren in chinesische Aktien war in der Vergangenheit für ausländische Investoren gar nicht oder nur schwer möglich. Der Markt öffnet sich jedoch langsam, da die Regierung die regulatorischen Anforderungen weiter lockert.

China hat zwei Börsen, die Shanghai Stock Exchange (SSE) und die Shenzhen Stock Exchange (SZSE). An diesen Börsen können Unternehmen mit Sitz im Lande A-Aktien, B-Aktien und H-Aktien ausgeben.

Onshore A-Aktien und B-Aktien waren früher für ausländische Investoren gesperrt, aber die chinesische Regierung hat verschiedene Programme aufgelegt, um ihnen die Teilnahme am Onshore-Markt zu ermöglichen.

Ausländische Investoren, die in chinesische Aktien investieren möchten, können dies über einen börsengehandelten Fonds (ETF) tun, der einen der großen Indizes abbildet, wie den SSE Composite Index und den SZSE Component Index. Sie können auch aktiv verwaltete Investmentfonds nutzen.

Anleihenmarkt

Chinas Anleihenmarkt ist mit einem Wert von über 13 Bio. USD der zweitgrößte der Welt. Seit 2016, als der Markt für ausländische Investoren geöffnet wurde, hat das Interesse an Chinas Onshore-Bonds stetig zugenommen. Die ausländischen Bestände an Onshore-Anleihen belaufen sich mittlerweile auf mehr als 650 Mrd. USD. S&P Global geht davon aus, dass sie bis 2030 weiter auf 4 bis 5 Bio. USD ansteigen werden.

Immobilienmarkt

Chinas Immobilienmarkt ist mit dem Fortschritt der China Wirtschaft stetig gewachsen.

Die Nachfrage auf dem Markt wurde durch die Urbanisierung angekurbelt, da sich zwischen 2000 und 2020 etwa 415 Millionen neue Einwohner in Chinas Städten niederließen. Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) zufolge werden sich bis 2040 rund 208 Millionen weitere Menschen ansiedeln.

Darüber hinaus steigt das Pro-Kopf-Einkommen in China, was den Chinesen eine höhere Kaufkraft verleiht. 2020 lag es bei ca. 4.900 USD – mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2010. Das höhere Pro-Kopf-Einkommen sowie staatliche Programme wie öffentliche Anleihen veranlassen auch mehr Menschen dazu, in den Immobilienmarkt einzusteigen.

In den letzten 10 Jahren lag der Immobilienindex in China bei durchschnittlich 4,68% und erreichte im November 2016 mit 12,60% ein Allzeithoch.


China Housing Index (in %)

 

Nach Schätzungen des IWF sind 24% des Immobilienbestands in Chinas Städten ohne private Küchen/Badezimmer ausgestattet. Mehr als ein Drittel stammt aus der Zeit vor 1990, was die Notwendigkeit für chinesische Käufer nahelegt, bessere Wohnungen zu erwerben.

 

Quellen: tradingeconomics.com