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Fintech-basiertes Wachstum für Asiens Finanzmärkte

Fintech-led growth for Asia's financial markets
Mobile wallet (Source: humphery / Shutterstock.com)

Fintechs in Asien reiten auf der Wachstumswelle des digitalen Zahlungsverkehrs. Mit beispiellosen Innovationen hat die Region ihre Führungsrolle im modernen weltweiten Bankwesen erneuert. Von großen Konglomeraten über virtuelle Banken bis hin zum Zahlungsverkehr haben Firmen hier versucht, die digitale Wachstumskurve zu erobern.

Das digitale Banking, das hohe Investitionen erfordert, hat vorhergehende traditionelle Bankpraktiken überflüssig gemacht. Die Digitalisierung stellt eine neue Wachstumschance dar und hat Asiens Finanzdienstleistungsindustrie (FSI) zugänglicher und inklusiver gemacht. Diese disruptiven Technologien bieten neue Möglichkeiten und haben den Wandel in der Region vorangetrieben.

Die Zahl der Technologieunternehmen, die Finanzdienstleistungslösungen in Asien anbieten, ist explosionsartig gestiegen. Der starke wirtschaftliche Aufschwung in der Region hat auch dazu geführt, dass immer mehr vermögende Privatpersonen nach maßgeschneiderten Bank- und Vermögensverwaltungslösungen suchen.

Der Zugang zu maßgeschneiderter Beratung, nicht-traditionellem Investment und fortschrittlichen Engagement-Lösungen haben dazu geführt, bargeldlose Zahlungsansätze wie E-Wallet- oder E-Payment-Anwendungen zu fördern. Branchenexperten gehen auch von einer Beschleunigung der digitalen Kreditvergabe in Asien aus.

M&A-Deals sind auch dabei, die Investitionen im Fintech-Startup-Bereich zu erhöhen, um technologischen Fortschritt zu realisieren und sektorübergreifende Angebote bereitzustellen. Dies konnte bereits bei Investitionen aus Nicht-Finanzdienstleistungssektoren wie Telekommunikation, Einzelhandel und Medien beobachtet werden.

Privatbanken haben sich zunehmend auf Ansätze konzentriert, die nicht nur regulatorisch, sondern ebenfalls kundenorientiert sind. Institute wie HSBC, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, JP Morgan, UBS Nomura und Daiwa haben ehrgeizige Expansionspläne in Asien aufgestellt. Laut einem KPMG-Bericht haben sie den bestehenden Kundenstamm sowie ihre lokale Präsenz genutzt, um mit einer breiten Palette an integrierten FS-Angeboten Marktanteile zu halten.

Asiens Fintech-Industrie während der Pandemie

Die Covid-19 Pandemie ist für die Bankenbranche in vielerlei Hinsicht desaströs gewesen und hat zu mehreren Veränderungen in der Finanzdienstleistungsbranche geführt. Aber die Fintech-Szene hat trotz der Pandemie seinen Aufwärtstrend im Jahr 2020 fortgesetzt. Nachdem sie als erste Region der Welt von der Covid-19-Pandemie betroffen waren, waren die asiatischen Länder die ersten, die ihre Wirtschaftstätigkeit einstellten, allerdings auch die schnellsten, die sie wieder hochfuhren.

Die FSI-Branche hatte damit zu kämpfen, das regionale Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig die Pandemie zu bekämpfen, was Asien zu einem fruchtbaren Boden für die Entwicklung des digitalen Bankings machte. Die Region hat sich als ein boomender digitaler Markt erwiesen, da Politik und Regulierung eine größere Rolle bei der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie spielen. Ein großer Teil der Privatmarktfonds in den asiatischen Schwellenländern hat in Fintechs investiert.

Auch die Verbraucher suchen nach einem technologisch fortschrittlichen Zugang zu Finanzdienstleistungen, da die Pandemie die Notwendigkeit von Digitalisierung offengelegt hat. Die größten Banken in Asien mit ihren soliden Bilanzen haben in diesem Jahr ein zweistelliges Wachstum erzielt. Angesichts des starken Wachstums der Verbraucherausgaben im asiatisch-pazifischen Raum, insbesondere in Südostasien, haben sich die Unternehmen beeilt, ihre geografische Präsenz in diesem expandierenden Markt auszubauen.

In ganz Asien gehen etablierte Banken Partnerschaften mit Fintech-Start-ups ein, um den digitalen Zahlungsverkehr zu fördern, so der Mckinsey-Bericht «Future of Asia». Dazu gehören die Kasikornbank und Grab aus Thailand, die sich zusammengetan haben, um GrabPay by KBank, eine mobile Geldbörse, auf den Markt zu bringen. Ein weiteres Beispiel ist die BRI (Bank Rakyat Indonesia), die eine Partnerschaft mit Alipay eingegangen ist, um die Akzeptanz von mobilen Point-of-Sale Zahlungen für chinesische Touristen, die Indonesien besuchen, zu erweitern.

Das Fintech-Ökosystem Asiens

Singapur und Hongkong haben die Trendwende in der digitalen Bankindustrie angeführt und den Finanzdienstleistungssektor in der APAC-Region geprägt. Doch laut einem KPMG-Bericht nimmt die Wachstumsdynamik in China und Indien zu, was Innovation und Wachstum von Zahlungsdienstleistungen und Fintechs vorantreibt.

Der chinesische und indische Finanzmarkt öffnet sich weiter, und zwar in verschiedenen Marktsegmenten wie den etablierten Banken, dem elektronischen Zahlungsverkehr und den Fintech-Startups. Die meisten asiatischen Regierungen unterstützen die Fintech-Branche, indem sie die regulatorischen Anforderungen lockern. Die Regierungen von Indien, Indonesien, Vietnam und Malaysia haben sich zum Ziel gesetzt, den Wettbewerb zu intensivieren und den digitalen Fortschritt voranzutreiben.

Durch die Asia Pacific Economic Cooperation haben moderne Regulierungsbehörden in der gesamten Region sogenannte Sandboxes und andere Arten von Innovationsförderern wie FinTech-Akzeleratoren, Inkubatoren und Innovationszentren eingerichtet. Diese gibt es derzeit in Hongkong, China, Indonesien, Japan, Korea, Malaysia, Russland, Singapur, dem chinesischen Taipeh und Thailand. Laut IMF ermöglicht eine Sandbox die Live-Erprobung von Innovationen in kleinem Maßstab durch private Firmen, sowohl regulierte als auch unregulierte, in einer kontrollierten Umgebung unter Aufsicht der Regulierungsbehörde.

China – Fintech-Zentrum der Welt

Das chinesische Banken- und Wertpapierwesen trägt einen erheblichen Teil zum globalen Wirtschaftswachstum bei und ist mit seinem riesigen BIP das drittgrößte der Welt. Das Land positioniert sich als dominante Wirtschaftskraft in der asiatisch-pazifischen Region und hat mit 40 Bio. USD das größte Bankensystem der Welt, das größer ist als das Europas. Die fünf größten Banken der Welt, gemessen an der Bilanzsumme (Industrial & Commercial Bank of China, China Construction Bank Corp., Agricultural Bank of China, Bank of China und Mitsubishi UFJ Financial Group), sind alle aus China.

China hat sich auch schneller als andere große Volkswirtschaften von der Pandemie erholt. Das Land hat sich auf technologische Eigenständigkeit umgestellt. Der Aufstieg des nachhaltigen Finanzwesens und die Entwicklungen im digitalen Bankwesen haben Chinas Finanzmärkte erheblich verändert. Darüber hinaus baut China seine Präsenz in den Bereichen Fintech und digitales Banking weiter aus, was durch die robuste Binnennachfrage begünstigt wird. Chinas digitale Zahlungsgiganten, AliPay und WeChat Pay, sind Marktführer, und China ist insgesamt für ungefähr 45% aller digitalen Zahlungen verantwortlich.

Das Land ist auch weiterhin bestrebt, seine inländischen Finanzmärkte für ausländische Akteure zu öffnen, die nur eine begrenzte Präsenz haben. Dies liegt an der komplexen Regulierung durch die chinesische Regierung, die eine strenge Kontrolle über Finanzdienstleistungen, einschließlich Währungsbewertung, Zinssätze, Kapitalflüsse und ausländische Investitionen, aufrechterhält.

Indiens boomender Fintech-Sektor

Das indische Bankensystem, das früher staatlich dominiert und reguliert war, hat sich weiterentwickelt und Expansionsmöglichkeiten für den privaten Sektor eröffnet. Indiens Durchsetzung einer Obergrenze für Beteiligungen von bestimmenden Aktionären hat in den letzten Jahren zur Einführung kleinerer Banken geführt. Dies hat auch zu einem gesteigerten Interesse von Investoren am Finanzdienstleistungs- und Fintech-Bereich geführt, mit einer steigenden Anzahl von Börsengängen aus diesem Sektor.

Fintechs waren auch in der indischen Unicorn-Landschaft führend und sammelten in den letzten zehn Jahren mit 10 Mrd. USD die zweithöchsten PE/VC-Finanzierungen ein. Die Ausweitung des Zahlungsverkehrs in Indien über E-Wallets und andere digitale öffentliche Infrastruktur wie UPI, Aadhar, Jan Dhan erreicht über 200 Mio. Nutzer. Digitale Zahlungsmittel sind in den letzten fünf Jahren um das 10-fache gewachsen und haben einen Anteil von 30% erreicht, der sich auf 450 Mrd. USD summiert, so die Credit Suisse in ihrem jüngsten Bericht über Indiens Fintech-Sphäre.

Indien hat sich aufgrund der großen Verbraucherbasis, der hohen Akzeptanzrate und der zunehmenden Digitalisierung zu einem der größten Fintech-Hubs der Welt entwickelt. Auch die Investitionen in den indischen Fintech-Raum haben sich 2019 im Vergleich zu 2018 verdoppelt. Laut einem KPMG-Bericht hat sich die Finanzierung in indische Fintechs im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 auf 1,7 Mrd. USD verdoppelt.

«In Indien begann diese Reise 2009 unter Premierminister Manmohan Singh mit der Gründung der National Payments Corporation of India und der Unique Identification Authority of India», erläutert Atanuu Agarrwal, Mitgründer von Upside AI. «Diese Gremien brachten den Stein ins Rollen für die Modernisierung des digitalen Zahlungsverkehrs und Aadhaar, die größte biometrische Identitätsdatenbank der Welt.»

Laut Agarrwal hat Indien im Jahr 2020 eine Explosion im Bereich Brokerage/Investment mit Spielern wie Zerodha, PayTM Money, Kuvera, Groww, Small Case und Upstox erlebt. «Diese haben in einem halsbrecherischen Tempo neue Kunden gewonnen.»