Home News Lieferroboter nicht nur in Japan auf dem Vormarsch

Lieferroboter nicht nur in Japan auf dem Vormarsch

Delivery robot of US start-up Nuro. Source: Nuro, Inc.
Delivery robot of US start-up Nuro. Source: Nuro, Inc.

Japan ist bei der Entwicklung von Robotern weltweit führend. Diese Vormachtstellung beweist das Land nun einmal mehr. Wie die Tageszeitung Nikkei berichtet, will Japan ab dem Wirtschaftsjahr 2019 verstärkt Lieferroboter auf öffentlichen Straßen testen. Die Regierung wird bis März Sicherheitsrichtlinien erstellen und damit den Weg für Unternehmen ebnen, ihre neuesten Geräte auf Herz und Nieren zu prüfen.

Der Postbearbeitungszweig der Japan Post hat bereits in den letzten Monaten Roboter in Einrichtungen wie öffentlichen Wohnanlagen getestet. Der Kurierdienst Yamato testet fahrerlose Fahrzeuge für Lieferungen in der Präfektur Kanagawa im Südwesten Tokios.

Lieferroboter in Japan als Fahrzeuge eingestuft

Für das Testen von Robotern auf öffentlichen japanischen Straßen gibt es einige Hürden. So müssen die lokalen Polizeichefs zustimmen. Allerdings fehlen die Standards und Sicherheitsvorschriften auf dessen Grundlage die Polizei eine Entscheidung treffen kann. Laufende Tests können ohne die Sperrung von Straßen für den allgemeinen Verkehr schwierig sein. Bisher behandelt der japanische Road Traffic Act die Roboter als Automobile, die nur auf Fahrbahnen fahren können.

Japan will nun die Sicherheitsmaßnahmen für die Prüfung von Robotern festlegen, die dann unter menschlicher Aufsicht fahren. Diese sollen in eine neue Wachstumsstrategie aufgenommen werden, die für diesen Sommer geplant ist.

Lieferdrohnen in Japan und China

In der Zwischenzeit steigt die chinesische Internetgruppe JD.com in das Geschäft mit Lieferrobotern in Japan ein. Chinas zweitgrößtes E-Commerce-Unternehmen wird fahrerlose Lieferungen mit seinem japanischen Konkurrenten Rakuten testen. JD.com liefert dafür die Lieferroboter – Drohnen und unbemannte Landfahrzeuge, die mit Kameras und Sensoren zur Selbstnavigation ausgestattet sind. Das japanische Unternehmen wird diese nutzen, um seine Lieferungen auf der letzten Meile in Japan zu testen. Rakuten entwickelt allerdings auch eine eigene Flotte von kleineren Lieferdrohnen.

JD.com betreibt in China nach eigenen Angaben mehr als 100 Drohnen und 50 fahrerlose Bodenfahrzeuge. Auch halbautomatische Lager und Supermärkte sowie Restaurants, die Roboter zum Kochen und Servieren von Speisen verwenden, hat das Unternehmen in Betrieb.

Roboterautos in Arizona liefern Lebensmittel

In den Vereinigten Staaten von Amerika werden bereits vereinzelt Roboter zu Lieferzwecken eingesetzt. Das Robotik-Start-up Nuro hat im Dezember 2018 in Scottdale, Arizona, zusammen mit der Lebensmittelkette Kroger einen unbemannten Lieferservice gestartet.

Nuro hat kürzlich eine Finanzierungsrunde über 940 Mio USD mit dem SoftBank Vision Fund abgeschlossen. Das Unternehmen will die Mittel nutzen, um seine Technologie zu verbessern, die Flotte auszuweiten und neue Partner für seinen Lieferservice zu gewinnen.

SoftBank hat bereits in eine Reihe von Online-Lebensmitteldienstleistungen investiert. Darunter u.a. in Zume Pizza mit Sitz in Mountain View, Kalifornien, das Trucks mit Öfen einsetzt, in denen die Pizzen unterwegs zum Kunden gebacken werden.