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Malaysias Schlüsselrolle bei der Behebung des weltweiten Chipmangels

Malaysia chip industry
Malaysia has recently become a major hub for chip testing and packaging.

Die anhaltende weltweite Knappheit an integrierten Schaltkreisen (ICs) hat die wichtige Rolle Malaysias in der globalen Halbleiterindustrie ins Rampenlicht gerückt. Die Zunahme neuer Covid-19-Fälle im Lande hat die lokale Produktion gestört, da in den letzten Monaten landesweite Lockdowns verhängt wurden.

Diese Maßnahmen zur Bekämpfung der Virusausbreitung haben dazu geführt, dass zahlreiche Halbleiterprüf- und -verpackungsanlagen in Malaysia ihre Arbeit entweder einstellen oder nur mit eingeschränkten Kapazitäten nachgehen konnten. Trotz der Bemühungen, die Pandemie einzudämmen und die Produktion anzukurbeln, wird die globale Knappheit aufgrund der steigenden Nachfrage voraussichtlich bis 2022 anhalten.

Malaysia als wichtiger Akteur in der Halbleiterindustrie

Während das Land in der globalen Technologie-Lieferkette nie als so wichtig wie Taiwan, Korea oder Japan angesehen wurde, hat sich Malaysia in letzter Zeit zu einem wichtigen Drehkreuz für Chip-Tests und -Verpackung entwickelt. Auf das Land entfallen 7% des weltweiten Halbleiterhandels und 13% der weltweiten Halbleitermontageprüfungen und -verpackungen.

Der Elektro- und Elektroniksektor (E&E) macht etwa 6,8% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes aus und bietet rund 575.000 Arbeitsplätze.

Malaysia hat sich als Test- und Verpackungszentrum für mehrere Halbleiterhersteller etabliert, darunter die europäischen Unternehmen STMicroelectronics NV und Infineon Technologies. Die Fabriken des Landes beliefern auch Automobilgiganten wie Toyota und Ford.

Laut der Malaysia Semiconductor Industry Association (MSIA) ist das Land ein wichtiger Akteur in der globalen Halbleiterindustrie. Jede Unterbrechung des lokalen Sektors würde sich auf andere Teile der globalen Lieferkette auswirken.

So hat Ford beispielsweise hat im August die Produktion seines Pickups F-150 in einem US-Werk vorübergehend ausgesetzt, weil es aufgrund der Coronavirus-Pandemie in Malaysia zu einem Mangel an Halbleiterteilen kam. Auch STMicroelectronics und Infineon waren kurzfristig gezwungen, Anlagen vorübergehend zu schließen.

Im August durchbrach Malaysia die Marke von 20.000 täglichen Infektionen im Sieben-Tage-Durchschnitt, nachdem es Ende Juni gerade einmal 5.000 gewesen waren. Seit dem Sommer versucht die malaysische Regierung, der neuen Infektionswelle mit landesweiten Lockdowns zu begegnen und auch Fabriken zu schließen.

Taiwan ruft Malaysia zur Hilfe

Um die Wirtschaft in Schwung zu halten, gewährte die malaysische Regierung jedoch bestimmten Herstellern Ausnahmen. Im Juni wurde einigen Firmen gestattet, 60% ihrer Belegschaft für ihre Arbeit einzusetzen. Darüber hinaus dürfen Unternehmen zu 100% arbeiten, wenn über 80% ihrer Mitarbeiter vollständig geimpft sind.

Premierminister Datuk Seri Ismail betonte, dass die Impfung der Schlüssel zur Wiederbelebung der Wirtschaft sei. Bis Anfang Oktober waren 88% der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft worden.

Der Präsident der MSIA, Datuk Seri Wong Siew Hai, erklärte, dass nach Beobachtungen des Verbandes immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter impfen lassen und die großen malaysischen Halbleiterhersteller bereits mit voller Kapazität arbeiten.

Darüber hinaus planen mehr E&E-Unternehmen mehr Mitarbeiter einzustellen, um die Produktion angesichts der hohen Nachfrage anzukurbeln.

Eine MSIA-Umfrage ergab, dass 16 Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Investitionen in Höhe von mehr als 0,9 Mrd. USD planen, rund 4.600 neue Arbeitsplätze schaffen und ihre Anlagen um 3,4 Millionen Quadratmeter erweitern wollen. Dies steht im Einklang mit Branchenuntersuchungen, die zeigen, dass die weltweite Halbleiter-Nachfrage in diesem Jahr weiterhin um 20% steigen wird, bevor sie sich bis 2022 auf 10% abschwächt.

Unterdessen betonte Taiwan die Bedeutung der Rolle Malaysias bei der Lösung des weltweiten Mangels an Halbleitern besonders für die Autoindustrie. Taiwans Wirtschaftsminister Wang Mei-hua sagte gegenüber Reuters, dass „Taiwan allein das Problem nicht lösen könnte, weil die Lieferkette so komplex ist“.

Malaysias Unternehmen böten Dienstleistungen an, die Taiwans Unternehmen nicht hätten, wie zum Beispiel die Verpackung von Auto-Chips.

„Jetzt liegt der Schwerpunkt darauf, dass Malaysia die Produktion so schnell wie möglich wieder aufnimmt. Ich weiß, dass Malaysia Anfang September damit begonnen hat, seine Produktionskapazitäten wiederherzustellen, und jetzt liegt die Produktionskapazität wieder bei etwa 80%, so dass dieses Problem langsam gelöst werden kann, wenn die Kapazitäten langsam wiederhergestellt werden“, fügte Wang in dem Interview hinzu.