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Philippinen Wirtschaft: Rückkehr zu dynamischem Wachstum

Philippinische Insel Boracay, Tourismus fördert philippinische Wirtschaft
Beliebte Urlaubsinsel Boracay, Philippinen

Die Philippinen gelten als eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen im ostasiatisch-pazifischen Raum. Allerdings hat die Covid-19-Pandemie 2020 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes schrumpfen lassen. Es wird jedoch erwartet, dass der Boom im Business Process Outsourcing (BPO), der Aufschwung der Produktionsaktivitäten und dem Anstieg von philippinischen Auslandsarbeitern (OFWs), die Aussichten für die Philippinen Wirtschaft in den nächsten zwei Jahren verbessern werden.

Philippinen Wirtschaft Überblick

Robuste wirtschaftliche Fundamentaldaten und eine wettbewerbsfähige Arbeitswelt treiben die Wachstumsdynamik der philippinischen Wirtschaft an. Das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum des Landes erhöhte sich zwischen 2010 und 2019 auf 6,4%.

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) pro Kopf des Landes liegt mit 3.850 Dollar im Jahr 2019 in der unteren mittleren Einkommenskategorie. Es wird sich wahrscheinlich in naher Zukunft in den Bereich des oberen mittleren Einkommens verbessern.

Das BIP der Philippinen sank angesichts der Covid-19-Pandemie um etwa 8,3%, nachdem zuvor ein Wachstum von 0,6% prognostiziert worden war. Strenge Quarantänemaßnahmen führten zu einem deutlichen Rückgang des Konsum- und Investitionswachstums. Darüber hinaus kam es zu einer dramatischen Verlangsamung der Exporte, des Tourismus und der Rimessen.

Die wichtigsten wirtschaftlichen Motoren des Landes, darunter die starke Verbrauchernachfrage, der robuste Arbeitsmarkt und die stetigen Rücküberweisungen von Filipinos, die im Ausland arbeiten, bleiben jedoch stabil. In seiner Aktualisierung des Weltwirtschaftsausblicks vom Januar 2021 prognostiziert der IWF für die Wirtschaft der Philippinen ein Wachstum von 6,6% im Jahr 2021 und 6,5% im Jahr 2022.

In den Philippinen leben derzeit rund 110,7 Millionen Menschen mit einem Durchschnittsalter von 25,7 Jahren. Die Arbeitslosenquote betrug 2018 nur 5,3% und 2019 5,1%. Aber der Verlust von Arbeitsplätzen aufgrund der Coronaviurs-Pandemie ließ sie im Jahr 2020 auf 10,4% steigen. 2021 und 2022 könnte die Zahl wieder auf 7,4% beziehungsweise 6,7% sinken.

Währung und Zentralbank

Der philippinische Peso (PHP), auch als Piso in Filipino bezeichnet, ist die offizielle Währung des Landes. Er ist in 100 Centavos oder Sentimos unterteilt. Vor der Einführung der philippinischen Sprache auf Banknoten und Münzen im Jahr 1967 wurde das englische Wort „Peso“ auf philippinischem Geld verwendet.

Die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) ist die Zentralbank des Landes. Die BSP wurde 1993 in Übereinstimmung mit dem Republic Act 7653 beziehungsweise dem New Central Bank Act of 1993 gegründet. Dieser wurde später unter dem Republic Act 11211 und dem New Central Bank Act von 2019 geändert.

Um die wirtschaftliche Aktivität durch niedrigere Kreditkosten anzukurbeln, hat das Monetary Board der BSP beschlossen, den Leitzins bei 2% zu belassen. Die Zentralbank strebt für 2021 eine Inflationsrate zwischen 2% und 4% an. Der IWF geht jedoch davon aus, dass sie in den Jahren 2021 und 2022 bei 3% bleiben wird.

Industrie und Handel

Dienstleistungen, Industrie und Landwirtschaft sind die wichtigsten Sektoren der Philippinen Wirtschaft. Die Lebensmittelverarbeitung, die Zement-, Eisen- und Stahlproduktion sowie die Telekommunikation gehören zu den wichtigsten Wirtschaftstreibern des Landes.

Der Dienstleistungssektor leistet mit 61% einen enormen Beitrag zum BIP des Landes und stellt 57,6% der Arbeitskräfte. In den letzten Jahren wuchs der Sektor enorm, insbesondere in den Bereichen Telekommunikation, Business Process Outsourcing (BPO) und Finanzen.

Der Aufschwung des BPO in den Philippinen wird auf verschiedene Outsourcing-Vorteile zurückgeführt: Unternehmen profitieren von guten Englischkenntnissen, gut ausgebildeten Arbeitskräfte und niedrigeren Betriebs- und Arbeitskosten.

Der Industriesektor der Philippinen steht mit 30,1% an zweiter Stelle des BIP-Beitrags und beschäftigt 19,8% der gesamten Arbeitskräfte. Zu den wichtigsten Produktionsbereichen des Landes gehören die industrielle Lebensmittelverarbeitung, die Zement-, Glas- und Chemieproduktion sowie die Eisen- und Stahlherstellung.

Der Anteil des Landwirtschaftssektors am BIP ist in den letzten Jahren weiter gesunken und liegt derzeit bei 8,8%. Allerdings beschäftigt dieser Sektor immer noch 22,5% der Arbeitskräfte. Kokosnuss, Zucker und Reis gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten der philippinischen Wirtschaft.

Die Vereinigten Staaten, Japan, China, Hongkong und Singapur sind die wichtigsten Exporthandelspartner der Philippinen, während das Land den Großteil seiner Importe aus China, Japan, Südkorea, den USA und Indonesien bezieht.

Studien und Ranglisten

Im Index of Economic Freedom der Heritage Foundation fiel die philippinische Wirtschaft von Platz 70 im Jahr 2020 auf Platz 73 im Jahr 2021. Der Gesamtwert sank um 0,4 Punkte von 64,5 auf 64,1. Das Land blieb aber in der Kategorie “moderat frei”.

Die Philippinen verbesserten sich im Ranking des „Ease of Doing Business“ der Weltbank im Jahr 2020 von Platz 124 auf Platz 95. Unter den Ländern in Ostasien und der pazifischen Region liegt das Land derzeit auf dem 11. Platz. Insbesondere im Bereich des Schutzes von Minderheitsinvestoren verbesserten sich die Philippinen.

Börsen und Kapitalmärkte

Die Philippine Stock Exchange oder PSE ist derzeit die einzige Börse des Landes. Sie entstand nach der Fusion zwischen der Manila Stock Exchange und der Makati Stock Exchange im Jahr 1992. Die PSE operiert seit 1927 und ist damit eine der ältesten Börsen in Asien.

Der PSE Composite Index oder PSEi ist der Hauptindex in den Philippinen. Er umfasst 30 der größten und meist gehandelten Aktien, die an der Börse gelistet sind. Diese Unternehmen wurden anhand einer Reihe von Kriterien wie Streubesitz, Liquidität und Marktkapitalisierung ausgewählt.

Anleihenmarkt

Im Jahr 2020 gaben Staatsanleihen dem philippinischen Anleihenmarkt inmitten der Pandemie einen Schub. Das Finanzministerium gab weitere Staatsanleihen aus, um zusätzliche Mittel zur Bekämpfung der Pandemie zu beschaffen.

Staatsanleihen machten mit ausstehenden Schatzwechseln und Anleihen in Höhe von 134,1 Mrd. USD 79,9% des gesamten Bestands an Anleihen in Landeswährung aus. Zusätzlich stiegen auch die Unternehmensanleihen im dritten Quartal des Jahres um 3,8% gegenüber dem Vorquartal und beliefen sich auf 33,7 Mrd. USD.

Insgesamt wuchs der inländische Anleihenmarkt im Jahresvergleich um 21,5% auf 167,8 Mrd. USD bis zum Ende des Quartals.

Immobilienmarkt

Der philippinische Immobilienmarkt hat in den letzten Jahren aufgrund des Wirtschaftswachstums und der wachsenden Mittelschicht deutlich zugenommen. In der Hauptstadt Manila stiegen die Preise für Eigentumswohnungen mit drei Schlafzimmern im Jahr 2018 um über 15%. Die Preise für Luxusimmobilien erhöhte sich um 11%.

Trotz der Pandemie wurde die Bauwirtschaft weiter vorangetrieben, allerdings in einem langsameren Tempo. Der Absatz fiel im ersten Quartal 2020 um 49%. Die Leerstandsquote könnte von 5,5% auf 7% im Jahr 2021 steigen. Die niedrigen Zinssätze und Hypothekenzinsen könnten es Entwicklern jedoch ermöglichen, den Käufern flexible Bedingungen anzubieten.