Home News Suga-Nachfolger: Japans Impfstoffminister hat öffentliche Unterstützung

Suga-Nachfolger: Japans Impfstoffminister hat öffentliche Unterstützung

Japan
Japan Politics (Source: Reuters)

Taro Kono, der für die Bekämpfung von Covid-19 zuständigen Minister, hat laut einer zweiten Meinungsumfrage Rückendeckung der japanischen Wähler als nächster Premierminister Japans. Inzwischen ist ein offener Wettbewerb um den Vorsitz der Regierungspartei entbrannt.

Die überraschende Rücktrittsankündigung von Premierminister Yoshihide Suga am Freitag hat das für den 29. September angesetzte Rennen um die Führung der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) durcheinander gewirbelt. Jetzt bewerben sich eine Vielzahl von Kandidaten um den Spitzenposten.

Die Mehrheit der LDP im Parlament garantiert dem Gewinner das Amt des Premierministers.

Laut der am Montag veröffentlichten Umfrage der Tageszeitung Yomiuri Shimbun hielten 23% der Befragten den für Impfstoffe zuständigen Minister Kono für den geeignetsten Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten. In der Sonntagsumfrage hatten sich 31,9% für Kono ausgesprochen.

Kono lag mit 21% knapp vor dem ehemaligen Verteidigungsminister Shigeru Ishiba. Der frühere Außenminister Fumio Kishida, der seine Kandidatur bereits offiziell angekündigt hat, lag mit 12% zurück.

Der 58-jährige Kono, ehemaliger Außen- und Verteidigungsminister, der an der Georgetown University studiert hat und fließend Englisch spricht, hat sich mit seiner aktiven Präsenz in den sozialen Medien in zwei Sprachen und 2,3 Millionen Anhängern allein auf seiner japanischen Seite eine große Anhängerschaft unter jungen Wählern aufgebaut.

Kono ist bei den Wählern seit langem ein beliebter Kandidat für das Amt des Premierministers und hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er dieses Amt anstrebt. Aber die Ältesten der Partei sind wegen seiner Offenheit und seines Rufs als Außenseiter vorsichtig. Andere meinen, er sei noch zu jung für das Amt.

Am Wochenende berichtete jedoch ein Fernsehsender, dass Kono Sugas Rückendeckung erhalten habe.

Der ehemalige Verteidigungsminister Ishiba, 64, hatte in der Vergangenheit starken Rückhalt in der Parteibasis und besiegte 2012 Sugas Vorgänger Shinzo Abe in der ersten Runde des Rennens um die Parteiführung. Er verlor in einer späteren Runde, in der nur Gesetzgeber abstimmen konnten, und hat seitdem zwei weitere Führungswettbewerbe verloren.

Kishida, ebenfalls 64 Jahre alt, galt als wahrscheinlicher Erbe, als Abe im vergangenen Jahr krankheitsbedingt zurücktrat, aber sein zurückhaltender, wortkarger Stil führt dazu, dass er in Wählerumfragen eher schlecht abschneidet. Er hat sich für eine Verringerung der Einkommensunterschiede ausgesprochen und Unterstützung für die wirtschaftlich Schwachen zugesagt.

Anders als im letzten Jahr, als Suga als Sieger hervorging, können diesmal auch die einfachen Parteimitglieder auf Präfektur-Ebene abstimmen, was das Ergebnis schwieriger vorhersehbar machen könnte.

Abe hat immer noch Einfluss

Potenzielle Kandidaten verbrachten ein arbeitsreiches Wochenende damit, sich mit anderen Abgeordneten zu treffen und sie um Unterstützung zu bitten, wie verschiedene Medien berichten. Jeder muss bis zum 17. September 20 Unterstützer finden, um ein offizieller Kandidat zu werden; die Wahl findet am 29. September statt.

Sollte das Ergebnis knapp ausfallen, wird eine zweite Runde abgehalten, in der nur Gesetzgeber abstimmen dürfen. Der Gewinner wird entscheiden, wann die Parlamentswahlen angesetzt werden, wahrscheinlich zwischen dem 17. Oktober und dem 28. November.

Abes Handeln wird genau beobachtet, um herauszufinden, wen er unterstützen wird. Der dienstälteste Premierminister Japans hat immer noch Einfluss in den beiden größten Fraktionen der Partei und bei den konservativen Gesetzgebern.

Japanische Medien haben berichtet, dass Abe die ehemalige Innenministerin Sanae Takaichi unterstützen wird, die hofft, Japans erste Premierministerin zu werden.

In der Yomiuri-Umfrage vom Montag lag Takaichi jedoch mit 3% knapp hinter Abe selbst, der auf 5% kam.

(Report von Reuters, Elaine Lies, übersetzt von der AFM Redaktion)