Home News Neue Supply-Chain-Kooperation soll Abhängigkeit von China verringern

Neue Supply-Chain-Kooperation soll Abhängigkeit von China verringern

Australien, Indien und Japan gehen neue Supply-Chain-Kooperation ein

Inmitten der wachsenden Spannungen zwischen China und den USA haben Australien, Indien und Japan beschlossen, ein Programm zur Stärkung ihrer wirtschaftlichen Zusammenarbeit aufzulegen. Die so genannte “Supply Chain Resilience Initiative” (SCRI) wurde bei einem virtuellen Treffen der drei Handelsminister Anfang September vereinbart. Der Rahmen für die Supply-Chain-Kooperation soll noch vor Ende des Jahres festgelegt werden.

Wie in der gemeinsamen Erklärung am Ende des Treffens beschrieben, ist es das Ziel der SCRI, “bei der Schaffung eines freien, fairen, integrativen, nicht-diskriminierenden, transparenten, vorhersehbaren und stabilen Handels- und Investitionsumfelds eine Führungsrolle zu übernehmen”.

China ist ein wichtiger Handelspartner für alle drei Nationen. Aber die Covid-19-Pandemie und der chinesisch-amerikanische Handelskrieg haben zu Unterbrechungen in den globalen Lieferketten geführt, was die Notwenigkeit einer Diversifizierung offenbart hat.

Japan ist bereits Anfang dieses Jahres eine Zusammenarbeit mit den ASEAN-Nationen über belastbare Lieferketten eingegangen und will diese mit der neuen Initiative mit Indien und Australien verbinden. Die drei Länder forderten darüber hinaus andere Länder in der Region auf, sich der Initiative anzuschließen.

Die Quad: ‘Bogen der Demokratie’ um China

Auch in Punkto Sicherheit bildet sich ein größeres Bündnis um China. Zusammen mit den USA bilden Japan, Australien und Indien den “Quadrilateralen Sicherheitsdialog” oder auch kurz “Quad” genannt. Der informelle strategische Dialog wurde 2017 inmitten von Spannungen im Südchinesischen Meer wiederbelebt und gewinnt in letzter Zeit weiter an Dynamik.

Tödliche Zusammenstöße an der chinesisch-indischen Grenze im Juni veranlassten Indien, seine Beziehungen zu den USA weiter zu stärken. Mit der allerersten Einladung zu einem von den USA ausgerichteten G7-Gipfel öffnen sich zudem auch die USA für eine stärkere Zusammenarbeit mit Indien.

Das jüngste Zeichen für die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Chinas Rivalen ist die Absicht Indiens, Australien zur Teilnahme an seiner jährlichen Malabar-Marine-Übung einzuladen.

Zudem sind für September und Oktober hochrangige Gespräche mit Partnern aus allen “Quad”-Nationen geplant, kündigte der nationale Sicherheitsberater der USA, Robert O’Brien, kürzlich an.

Globale Lieferketten müssen dringend diversifiziert werden

Die Handelsspannungen zwischen den USA und China, die durch Covid-19 verursachten Beeinträchtigungen im weltweiten Handels haben ein Umdenken bei der Gestaltung der globalen Lieferketten beschleunigt. Es hat gezeigt, wie abhängig viele Nationen bei wichtigen Gütern und Dienstleistungen von China sind, wie zentral die Rolle Chinas in globalen Lieferketten ist.

Die Bank of America (BofA) berichtet, dass Unternehmen weltweit bei ihren Lieferketten bereits zu einem stärkeren lokalen Ansatz übergehen. Und die Covid-19-Pandemie hat diesen Prozess noch beschleunigt.

“In 12 Branchen, von Halbleitern bis hin zu Investitionsgütern, überdenken Unternehmen in mehr als 80% dieser Branchen zumindest einige ihrer Lieferketten oder planen, sie zu überdenken”, sagt Candace Browning, Leiterin der BofA Global Research. Südostasien und Indien profitierten von der Neuausrichtung der Lieferketten. “Was uns aber wirklich überrascht hat, ist die Zahl der Unternehmen, insbesondere in Nordamerika und Asien, die beabsichtigen, ihre Lieferketten in ihr eigenes Land oder ihre eigene Region zu verlagern”, fügte Browning hinzu.

Dem Bericht zufolge werden Industrieroboter eine wichtige Rolle spielen, um den Übergang zu schaffen. Die BofA prognostiziert, dass sich die Zahl der Industrieroboter bis 2025 auf 5 Millionen Einheiten verdoppeln wird.