Start Anlagestrategie ASEAN Fonds von J.P. Morgan setzt auf Banken in Südostasien

ASEAN Fonds von J.P. Morgan setzt auf Banken in Südostasien

Pauline Ng managt den ASEAN Fonds von J.P. Morgan
Pauline Ng managt den ASEAN Fonds von J.P. Morgan

Die ASEAN-Staaten stehen im Schatten der dynamischen Entwickung in China. Dabei profitieren vor allem Unternehmen in Südostasien von der aktuellen Entwicklung. Wir sprachen mit ASEAN Fondsmanagerin Pauline Ng von J.P. Morgan.

AsiaFundManagers.com: Pauline Ng, die ASEAN-Länder verzeichnen derzeit ein Rekordwachstum. Welche Unternehmen und Branchen treiben dieses Wachstum besonders voran?

Pauline Ng: Wir sehen in der ASEAN-Region eine Vielzahl an Ländern mit starkem Wachstum. Zu den bemerkenswertesten Beispielen gehört Vietnam: Das starke Wachstum ist auf die jahrelangen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) zurückzuführen, die das verarbeitende Gewerbe, den Lohnanstieg und den Inlandsverbrauch antreiben. In Thailand liegen die Zuwächse in den letzten Jahren vor allem im Tourismus-Sektor. Wir erwarten, dass sich die Wachstumsrate Thailands moderat entwickeln wird, sehen jedoch eine Ausweitung des Tourismus auf andere Länder wie Vietnam, Philippinen und Indonesien.

ASEAN Fonds: Philippinen profitiert von Reformen

Auf den Philippinen haben ein starkes Bruttoinlandsprodukt, Steuersenkungen und Lohnerhöhungen den Inlandsverbrauch angetrieben. Auf der negativen Seite hat dies jedoch die Inflation angeheizt und die Peso-Schwäche begünstigt. Das Land hat nun mit steigendem Leistungsbilanzdefizit und Inflation zu kämpfen. Die Rohstoffpreise und die Erholung der Exporte in den letzten zwei Jahren sind einigen Unternehmen zugutegekommen.

AFM: Sind die ASEAN-Länder die wahren Gewinner des Handelsstreits zwischen den USA und China?

Pauline Ng: Die ASEAN-Länder könnten von dieser Verschiebung des Outsourcings profitieren. Viele Hersteller loten aktuell die potenziellen Vorteile einer Änderung ihrer Lieferketten aus. Vietnam, Malaysia, Indonesien und Thailand haben alle eine kritische Masse an Infrastruktur, Logistik und Arbeitskräften erreicht, die sich gut in die globalen Lieferketten einfügen lassen.

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AFM: Wie sieht die zukünftige Position der ASEAN-Länder neben einem dominanten chinesischen Nachbarn aus?

Pauline Ng: Die ASEAN-Länder haben schon immer neben dem Aufstieg Chinas koexistiert und sich angepasst. In den 90er und frühen 2000er Jahren haben wir eine Verlagerung der arbeitsintensiven Industrien nach China erlebt. Mit den steigenden Kosten in China haben wir eine Umkehrung dieses Trends gesehen. Chinesische und andere internationale Unternehmen verlagern ihre Produktions- und Lieferkette in die aufstrebende ASEAN-Länder. Dank ihres demographischer Vorteil und Chinas „One Belt, One Road“-Initiative, den interkontinentalen Handel auszubauen, haben chinesische Investitionen in diese Region angezogen.

ASEAN Staaten sind kein Binnenmarkt

Das Zusammenspiel von wirtschaftlichen und politischen Interessen führt zu einer symbiotischen Beziehung, auch wenn es hin und wieder zu Spannungen kommen kann. Es ist unwahrscheinlich, dass die ASEAN-Länder in der nahen Zukunft zu einem echten Binnenmarkt werden. Auch wenn die Handelszölle abgebaut worden sind, bestehen an einigen Stellen noch immer nichttarifäre Handelshemmnisse.

AFM: Singapur und der Rest Südostasiens sind in Bezug auf den wirtschaftlichen Entwicklungsstand schwer zu vergleichen. Wie gehen Sie mit diesen Unterschieden in Ihrem Fonds um?

Pauline Ng: Mit unserem Fokus auf die Bottom-up-Aktienauswahl auf Basis attraktiver Unternehmensdaten, ist dies keine Frage des Ländervergleichs. Wir suchen Aktien, die die vielversprechendste Entwicklung bieten. Wir streben nach langfristigen Investitionen in qualitativ hochwertige, gut geführte Unternehmen mit nachhaltigem Wachstumspotenzial und einem durchdachten Ansatz in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance.

Für den Erfolg unseres Investmentprozesses ist es entscheidend, dass wir über lokale Kenntnisse und umfassende Hintergrundinformationen verfügen. Wir verfügen über mehr als 40 Jahre Expertise in Asien und haben Experten vor Ort an sechs Standorten in der Region. Innerhalb der Gruppe gibt es fast 100 Investment Professionals, die die Schwellenländer und den asiatisch-pazifischen Raum abdecken. Im Jahr 2017 haben wir rund 5.000 Treffen mit Unternehmen in dieser Region durchgeführt.

ASEAN Bankaktien dürften Gewinne steigern

AFM: Die größten Positionen in Ihrem Fond sind alle Finanzdienstleister. Welche Argumente sprechen für die Branche?

Pauline Ng: Wir gewichten den Sektor durch ausgewählte Finanzwerte, die durch eine starke Kapitalposition, Ertragssteigerungspotenziale und attraktive Bewertungen gestützt werden. Das betrifft besonders Bankaktien. Zu den größten Positionen im Fonds zählen die DBS Group, die United Overseas Bank aus Singapur oder die Oversea-Chinese Banking Corp. Damit setzen wir auf eine Erholung des Finanzsektors.

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AFM: Frau Ng, herzlichen Dank für das Interview.