Start Asienfonds Chinafonds: Wie gut sind die Anbieter in der Korrektur?

Chinafonds: Wie gut sind die Anbieter in der Korrektur?

Chinafonds im 3 Jahresvergleich
Chinafonds im 3 Jahresvergleich

Greater China ist aktuell einer der interessantesten Aktienmärkte weltweit. Die Aktien chinesischer Festlandbörsen werden zunehmen in internationale Aktienindizes integriert. Damit fließt mehr Geld an Chinas Kapitalmärkte. Mit Chinafonds partizipieren Investoren von deren Marktexpertise. Doch der Handelskonflikt zwischen den USA und China drückt auf die Stimmung an den Börsen und die Kurse. Aktiv gemanagte Chinafonds versprechen in solchen Szenarien das Beste aus beiden Welten.

Einerseits sollen durch das Markt-Knowhow hohe Renditen erzielte werden. Andererseits versprechen die Fondsgesellschaft Schutz fürs Kapital bei Kurseinbrüchen. Nach der jüngsten Korrektur chinesischer Aktien lohnt sich ein Blick auf verschiedene Chinafonds. Wir haben uns drei Produkte von Franklin Templeton, Fidelity und J.P. Morgan angesehen. Wie haben sich die Fonds der drei US-amerikanischen Gesellschaften geschlagen? Sind die Manager ihr Geld wert?

Investieren in Groß-China

Mit Greater China wird der gesamte chinesische Wirtschaftsraum bezeichnet, das so genannte Groß-China. Greater China umfasst die Volksrepublik China, Hongkong und Taiwan. Taiwan und Hongkong zählen zu den wichtigsten Wirtschaftszentren Asiens. Hongkong ist beispielsweise einer der liquidesten Finanzplätze der Welt. Chinesische B-Aktien und Hongkong H-Aktien standen ausländischen Institutionellen von Anfang an offen.

Im Gegensatz dazu wurden die Aktienbörsen des Festlands von chinesischen Privatanlegern dominiert, die für kurzfristiges Handeln bekannt sind. Das führte in der Vergangenheit oftmals zu hoher Schwankungsanfälligkeit. Investoren können also zunehmend von der Öffnung des chinesischen Kapitalmarkts für Ausländer profitieren.

Chinafonds und ETF müssen verstärkt in China investieren

Anfang Juni 2018 nahm der Indexanbieter MSCI über 230 A-Share-Werte in seine internationalen Indizes auf, die an den Börsen Shanghai und Shenzhen gehandelt werden. Bereits heute gilt der kontinentalchinesische Aktienmarkt nach Börsenwert und Liquidität als zweitgrößter Markt der Welt nach der New Yorker Börse. Der Anteil der A-Aktien steigt gemeinsam mit den H-Aktien aus Hongkong im MSCI Emerging Markets auf ein gutes Drittel.

Das Gewicht von Aktien aus China in verschiedenen Indizes erhöht sich schrittweise, die Liberalisierung der Märkte seitens des chinesischen Staates wird fortgesetzt. Diese Maßnahmen werden viel Kapital nach China fließen lassen. Beispielsweise müssen Indexfonds massiv am chinesischen Markt investieren.

Was spricht für ein Investment in China?

China steigt durch seine enormen Ausgaben für Forschung und Entwicklung weltweit zum Hightech-Standort Nr. 1 auf. Das Land sollte in einigen Jahren die USA als größte Volkswirtschaft der Welt abgelöst haben. Das ungebrochene chinesische Wachstum wird durch den Binnenkonsum getragen, auch bei Luxusgütern besteht beträchtlicher Nachholbedarf.

Künstliche Intelligenz und Elektromobilität sind Stichworte, bei denen Chinas Industrie international eine führende Stellung einnehmen will. Strengere Regeln an den Börsen, Anstrengungen zur Eindämmung der Unternehmensverschuldung und die wachsende globale Bedeutung der chinesischen Wirtschaft bzw. Währung sprechen für ein Investment in China.

Der MSCI Golden Dragon-Index deckt das wesentliche Spektrum des Kapitalmarkts von Greater China ab. Der Index enthält Large Caps, große und mittelgroße Unternehmen. Er umfasst B- und H-Aktien sowie die nicht an festlandchinesischen Börsen gehandelten Aktiengattungen Red-Chips und P-Chips. Damit eignet er sich gut als Referenzindex.

Chinafonds wollen ihre Stärken auf langfristige Sicht ausspielen. Die Kenntnis der regionalen Märkte und Erfahrungen im Börsenhandel Chinas durch Fonds sind aufgrund der nationalen Besonderheiten für Anleger sehr wertvoll. Unsere Redaktion betrachtet im Folgenden drei Chinafonds, die sich an der Benchmark des MSCI Golden Dragon orientieren.

Drei Chinafonds im Vergleich

Die Performance des JPMorgan Funds – Greater China Fund A (acc) – USD (ISIN: LU0210526801) weist seit Jahresbeginn ein sattes Minus von 26,6% aus. Der Fonds nimmt die aktuelle Korrektur des Marktes voll mit. Durch den Einbruch hat sich auch die 3-Jahres-Performance deutlich verschlechtert. Sie liegt aktuell nur noch bei 3,74% pro Jahr. Die laufenden Kosten des Fonds liegen dagegen bei 1,90% pro Jahr.

Seinen Schwerpunkt legt der Fonds auf Technologiewerte, Konsumgüterproduzenten und Finanzdienstleister. Die Strategie des Fonds ist es, zu mindestens zwei Dritteln in Einzelwerte zu investieren, die im Großraum China ansässig sind oder überwiegend produzieren. Der Fonds enthält aktuell 73 Prozent chinesische Investments. 14,6 Prozent kommen aus Taiwan und 12,4 Prozent aus Hongkong.

Der Investmentfonds wird durch einen erfahrenen Fondsmanager verwaltet. Howard Wang betreut das Fondsvermögen seit dessen Auflage 2005. Seit Juli 2017 verstärkt das Fondsmanagement Rebecca Jiang. Das Fondsvolumen lag Ende September 2018 bei knapp 550 Mio. USD.

Chinafonds in der aktuellen Korrektur
Chinafonds in der aktuellen Korrektur

Aktive Auswahl bei Fidelity

Die Wertentwicklung des Fidelity Funds – China Consumer Fund A-Acc-USD (ISIN: LU0594300179) betrug seit Jahresbeginn ebenfalls minus 22,77 Prozent. Auch hier schlägt die aktuelle Marktkorrektur voll ins Portfolio durch. Über drei Jahre erzielte der Fonds durchschnittlich 5,82 Prozent Zuwachs. Das Fondsvolumen ist wesentlich größer und lag per 31.08.2018 bei ca. 2.788 Mio. USD. Die Anlageentscheidungen trifft seit seiner Auflage 2011 Raymond Ma. Der Manager wählt die Aktien nach Bottom-up-Ansatz mithilfe der Fundamentalanalyse von Unternehmen aus.

Die jährlichen Kosten (TER) sind mit 1,94 Prozent vergleichsweise hoch. Mindestens 70 Prozent der Aktien kommen aus China oder Hongkong bzw. sind dort tätig. Der Fonds investiert direkt in A- und B-Aktien. Investitionsschwerpunkte sind derzeit Konsumgüter, Finanzdienstleistungen und Technologie.

Bester Chinafonds kommt von Templeton

Der Templeton China Fund A (acc) USD (ISIN: LU0052750758) ist der älteste Fonds der drei Vergleichsfonds. Verantwortlicher Fondsmanager ist seit 01.01.2016 Eddie Chow. Der Templeton Fonds investiert ebenso in chinesische A- und B-Aktien, die zumindest einen Anteil von 70 Prozent am Fondsvermögen haben müssen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Technologiefirmen, Anbieter von Konsumgütern und Finanzdienstleister. Der Fonds verwaltete per 31.08.2018 ca. 505 Mio. USD. Das Fondsvermögen enthielt Ende August diesen Jahres 48 Werte mit einem KGV von rund 12. Das kling nach einer moderaten Bewertung.

Der Templeton Chinafonds ist derjenige mit den höchsten laufenden Kosten: 2,45 Prozent jährlich schlagen hier zu Buche. Dafür erzielt Franklin Templeton die besten Werte der drei Fonds. Das Risiko-Rendite-Verhältnis fällt am vorteilhaftesten aus. Seit Jahresbeginn hat der Chinafonds nur 7,79% verloren. Auf Sich von drei Jahren lag die jährliche Performance bei 7,66%. Damit macht der Chinafonds von Franklin Templeton am ehesten das, was er soll: Rendite erzielen und Abwärtsschutz bieten.

Chinafonds im Risiko-Rendite-Vergleich
Chinafonds im Risiko-Rendite-Vergleich

Chinafonds langfristig aussichtsreich

Die schrittweise Öffnung des chinesischen Kapitalmarkts und der Abbau von Handelsrestriktionen eröffnen weitreichende Perspektiven für Aktienanleger. Trotz kurzfristiger Risiken wie dem Handelskonflikt mit den USA oder der hohen Verschuldungsquote von Unternehmen sind Chinas langfristige Wirtschaftsaussichten intakt. Ungeachtet der Liberalisierung sind an den chinesischen Aktienmärkten Hürden wie staatliche Regularien oder fehlendes Research zu nehmen. Für Anleger ist es daher zweckmäßig, in Greater China über einen guten, aktiv gemanagte Chinafonds zu investieren.