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Asiatische Anleihenfonds: unterschätzte Investmentchancen

Asiatische Anleihenfonds: Vergleich dreier Fonds

Nach der asiatischen Finanzkrise von 1997-98 erfuhr der Märkte für festverzinsliche Wertpapiere in der gesamten Region bedeutenden Strukturreformen, um Tiefe und Liquidität zu verbessern und Hindernisse für ausländische Investitionen zu beseitigen. Heute sind asiatische Anleihen eine eigenständige Anlageklasse. In der Region leben über 60% der Weltbevölkerung, und sie umfasst sowohl Industrie- als auch Schwellenländer.

Mit soliden Fundamentaldaten und vernünftigen relativen Bewertungen haben sich asiatische Anleihenfonds zu einer Alternative für die meisten diversifizierten Investment-Portfolios. Im Markt gibt es mehrere Asset Manager, die eine gute Erfolgsbilanz bei der Verwaltung asiatischer Anleihenfonds vorweisen können. In diesem Artikel analysieren wir drei dieser Fonds von Schroders, BlackRock und Fidelity.

Schroder International Selection Fund (ISF) Asian Bond Total Return

Der Schroder ISF Asian Bond Total Return ist Benchmark-agnostisch angelegt mit dem Ziel, Erträge und Kapitalzuwachs zu erwirtschaften. Er bietet Anlegern ein Engagement in Staatsanleihen in Lokalwährung und asiatischen Unternehmensanleihen. Neben den traditionellen asiatischen Ländern umfasst das Anlageuniversum aber auch Bahrain, Israel, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Fonds wurde 1998 aufgelegt und verfügte zum 30. September über 181 Mio. USD an verwalteten Vermögenswerten (AUM).

Obwohl der Fonds losgelöst von einer Benchmark investiert, verwendet er eine gemischte Benchmark aus 50% Markit iBoxx Asian Local Bond Index und 50% J.P. Morgan Asia Credit Index, um seine Performance zu messen. Derivate werden für das Risikomanagement und zur Steigerung der Investmenterträge eingesetzt. Die Fremdkapitalaufnahme soll ca. 250% des gesamten Nettovermögens betragen, kann aber in bestimmten Marktphasen höher sein.

Zum 30. September waren 46% des Portfolios in Staatsanleihen in Lokalwährung investiert, während 36% auf Unternehmen entfielen. Über 70% des Portfolios waren Investment Grade, und China war mit 32,4% die größte Länderallokation. Die Top-10-Bestände machten 31% aus, wobei koreanische, malaysische und indonesische Staatsanleihen stark vertreten waren.

Der Fonds wird aus Singapur heraus von zwei Portfoliomanagern, Julia Ho und Chow Yang Ang, verwaltet. Beide sind CFA-Charterholder und verfügen über beträchtliche Erfahrung in der Verwaltung panasiatischer Rentenportfolios.

BGF Asian Tiger Bond Fund

Der 1996 aufgelegte BGF Asian Tiger Bond Fund verwaltet mehr als 4,6 Mrd. USD. Er investiert in festverzinsliche Wertpapiere von Emittenten, die in den asiatischen Tigerstaaten ansässig oder geschäftlich tätig sind. Blackrock zufolge ist das Portfolio in folgenden Ländern allokiert: Südkorea, China, Taiwan, Hongkong, Philippinen, Thailand, Malaysia, Singapur, Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar, Indonesien, Macau, Indien und Pakistan.

Mit dem J.P. Morgan Asia Credit Index als Benchmark weißt das auf eine Neigung des Portfolios zu Unternehmensanleihen hin. Zum 30. September waren China, Indonesien und Indien mit einem Gewicht von 49,2%, 11,3% bzw. 8,3% die drei größten Länderallokationen. Das Portfolio ist gut diversifiziert, wobei die zehn größten Positionen nur 9,2% ausmachten. Fast 70% wurden in Investment-Grade-Anleihen investiert, ähnlich wie beim Schroder ISF Asian Bond Total Return Fonds.

Im Vergleich zum Schroders-Fonds rechnet Blackrock mit einem geringeren Leverage-Niveau von 150% des Nettoinventarwerts. Derivate werden in ähnlicher Weise zur Absicherung des Währungsrisikos sowie für ein effizientes Portfoliomanagement eingesetzt.

Der Fonds wird von einem Team von drei Portfoliomanagern verwaltet. Neeraj Seth, der Leiter der Abteilung Asian Credit, wird von Artur Piasecki und Ronie Ganguly unterstützt. In seinem Halbjahresausblick 2020 zeigte sich Blackrock gegenüber asiatischen festverzinslichen Wertpapieren neutral und hob die “erneuten Spannungen zwischen den USA und China und die relativ zurückhaltenden Maßnahmen der chinesischen Politik” als Risiken hervor.

Fidelity Asian Bond Fund

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf den Fidelity Asian Bond Fund. Der Fonds wurde 2011 aufgelegt und verfügte zum 30. September über knapp 2,5 Mrd. USD an Volumen. Er strebt eine niedrige Volatilität, attraktive Erträge und eine Diversifizierung der Investments zum Aktienmarkt an.

Im Vergleich zu den beiden anderen Anleihenfonds bietet der Fidelity Asian Bond Fund Anlegern ein Engagement in USD-denominierten Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating. Während das Portfolio in erster Linie in auf USD lautende Wertpapiere investiert, kann das Team Kapital auf die lokalen Währungsmärkte verteilen, wenn sich taktische Gelegenheiten ergeben.

Zum 30. September waren 83% des Portfolios in Asien ex Japan ex Australien investiert, und fast 90% wurden in Wertpapiere mit Investment-Grade-Rating angelegt. Die Top-10-Bestände machten 29,7% aus, und das größte sektorale Engagement entfiel mit 9,7% auf zyklische Konsumgüter.

Eric Wong, Belinda Liao und Morgan Lauled sind die für den Fidelity Asian Bond Fund verantwortlichen Portfoliomanager. Das Team wendet einen Bottom-up-Wertpapierauswahlprozess an, wobei der Schwerpunkt auf der Gewährleistung einer angemessenen Diversifizierung des Portfolios liegt. Die Portfoliomanager verwenden Input vom Fidelity-Team für fundamentales Kredit-Research sowie von spezialisierten Brokern und berücksichtigen zudem quantitative Signale.

Drei verschiedene asiatische Anleihenfonds – drei verschiedene Möglichkeiten

Die vorgestellten Asien-Anleihenfonds bieten drei verschiedene Möglichkeiten für ein  Engagement am asiatischen Anleihenmarkt, von Staatsanleihen in Lokalwährung bis hin zu Investment-Grade-Unternehmenskrediten. Je nach Voraussetzungen und Portfolio-Präferenzen des Investors dürfte jeder der drei Fonds eine gute Ergänzung in einem Investment-Portfolio sein.