Start News Asien im Rückstand bei Covid-Impfstoffen?

Asien im Rückstand bei Covid-Impfstoffen?

Asia Covid vaccines, drive thru in Indonesia
Drive-thru vaccination in Indonesia (Source: Cecepr / Shutterstock.com)

Die weltweite Einführung von Impfungen zur Eindämmung der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie ist zum dringendsten Gesundheitsthema geworden. Laut Our World in Data wurden bis zum 14. April 2021 weltweit über 840 Millionen Covid-19-Impfdosen verabreicht.* In Asien sind es 384 Millionen, was fast die Hälfte der weltweit verabreichten Impfdosen ausmacht. In Relation zur Bevölkerung sind das 8,28%.

Doch trotz intensiver Bemühungen um eine schnellere Einführung kommen die Impfprogramme in Asien nur sehr schleppend voran und auch sehr unterschiedlich. In den meisten asiatischen Ländern sind die Impfprogramme noch nicht angelaufen oder Dosen werden bisher nur einem kleinen Teil der Bevölkerung verabreicht.

HSBC & ADB bündeln Kräfte, um Lieferketten zu stärken

Auch wenn die Hersteller die Produktion hochfahren, behindert die Knappheit des Angebots die Einführung des Impfstoffs in Asien. Laut Japans Impfstoffminister Taro Kono verzögert ein sehr begrenztes Angebot an Covid-19-Impfstoffen die breitere Einführung in Japan. Im Mai und Juni soll das Land 100 Millionen Dosen des Impfstoffs von Pfizer erhalten. Bislang wurden 1,8 Millionen Dosen verimpft.

Die HSBC und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), die zu den größten Banken der Welt gehören, werden zusammen 300 Millionen USD zur Verfügung stellen, um den Kauf von Covid-19-Impfstoffen und der dazugehörigen Ausrüstung zu unterstützen. Diese Risikoteilung zwischen den beiden Kreditgebern soll den asiatischen Lieferketten helfen, die Produktionskapazitäten für Covid-19-Impfstoffe zu erhöhen und Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage zu beseitigen.

Angst und Fehlinformationen

Neben der Lieferknappheit ist auch die schlechte Infrastruktur ein Dämpfungsfaktor für die Impfpläne in Asien. Viele Länder mit niedrigem/mittlerem Einkommen können sich zum Beispiel nicht die Infrastruktur leisten, um die Covid-19-Impfstoffe bei Gefrier-/Tiefkühltemperaturen zu lagern.

Darüber hinaus hat das Anschwellen von Anti-Impf-Bewegungen, die vor allem durch soziale Medien und Fake News begünstigt werden, zu Misstrauen über die Wirksamkeit der Impfstoffe geführt. Angst und Fehlinformationen führen dazu, dass mehr Asiaten zögern, sich impfen zu lassen.

Indonesien beispielsweise verzeichnet steigende Zahlen an Fake News bezüglich des Covid-19-Impfstoffs. Auf den Philippinen ist das Nachbeben um den Dengue-Fieber-Impfstoff Dengvaxia noch präsent. Der Impfstoff wurde zwei Jahre nach seiner Einführung im Jahr 2016 aufgrund von Befürchtungen über Nebenwirkungen ausgesetzt, nachdem einige Kinder nach der Impfung gestorben waren.

Wenige Länder setzen zunächst auch auf die Strategie “Abwarten und Beobachten”, um zu sehen, ob die Impfstoffe sicher sind. Südkorea zum Beispiel verteidigte einen späteren Impfstart damit, dass das Land “sehen wollte, wie es den Impfstoffen anderswo ergangen ist”.

Chinas Impfstoffe erobern die Welt

Während der weltweite Wettlauf um die Einführung von Impfstoffen weitergeht, scheint das Land, in dem Covid-19 zuerst aufgetaucht ist, den anderen Ländern weit voraus zu sein. China hat bisher über 179 Millionen Dosen verabreicht. Das sind 12,45% der Einwohner, die mit mindestens einer Covid-19-Impfung abgedeckt sind.

China setzt dabei auf eigene Impfstoffe der Firmen Sinovac und Sinopharm und verschifft diese auch ins Ausland. Nach einer Auflistung von The Associated Press hat China bereits etwa eine halbe Milliarde Dosen seiner Impfstoffe in mehr als 45 Länder weltweit verschickt.

Dutzende von Nationen auf der ganzen Welt verlassen sich auf die chinesischen Impfstoffe für ihre Covid-19-Impfpläne, darunter Chile, die Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesien, Malaysia und die Philippinen.

Der Grad der Wirksamkeit der chinesischen Impfstoffe bleibt jedoch unklar, da es keine Daten Spätstadium-Tests der beiden Firmen gibt. Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagten, dass die neuesten Daten, die von den Firmen mitgeteilt wurden, darauf hindeuten, dass die Impfstoffe einen Wirkungsgrad haben, der mit den Anforderungen der WHO im Einklang lägen. Das bedeutet etwa 50% Wirksamkeit und mehr. Studien in Brasilien, der Türkei und Indonesien zeigten eine Wirksamkeit von Sinovacs Impfstoff zwischen 50,65% und 83,5%.

Experten erwarten, dass die Covid-19 Impfstoffe von Sinopharm und Sinovac recht bald, vielleicht schon bis Ende April, auf die Liste für den Notfalleinsatz der WHO gesetzt werden.

 

* Dies wird als Einzeldosis gezählt und entspricht möglicherweise nicht der Gesamtzahl der geimpften Personen.

News, Hintergründe und Analysen. Die Wirtschaftsredaktion für Asien Investments.