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Nach der Pandemie: Unternehmensexpansionen in Asien

Mit dem Abflachen der Covid-19-Pandemie und der damit einhergehenden Erholung, steuern zahlreiche Unternehmen – lokal wie aus Übersee – eine Unternehmensexpansion in Asien an. Die Gründe für die Region sind vielfältig: Die asiatische Entwicklungsbank hat ihre 2021 Prognose für das asiatische Wirtschaftswachstum von 6,8% auf 7,3% erhöht. Asiatische Länder sind außerdem die Ranglisten des „Doing Business Report“ der Weltbank stetig nach oben geklettert. Und auch regionale Regierungen schaffen mehr Anreize für Unternehmen und ausländische Investoren, wie zum Beispiel Freihandelszonen, Unternehmensförderungen, niedrige Steuersätze und Steuernachlässe.

Zudem hat Asien die letzten Jahrzehnten bei Technologie-Themen stark zugelegt, insbesondere in E-Commerce und Finanztechnologie. Während der Pandemie sind die Zahl der E-Commerce Transaktionen signifikant gestiegen. Der 2020 E-Conomy Report hat herausgefunden, dass E-Commerce Umsätze um 63%, auf mehr als 62 Mrd. USD gestiegen sind.

Mehrere Unternehmen haben Expansionspläne in Asien angekündigt, insbesondere in E-Commerce, Finanztechnologie und Gastgewerbe, aber auch in der Spiele bzw. Unterhaltungsindustrie.

Asiens E-Commerce-Player setzen auf Wachstum

Auf der E-Commerce-Ebene hat sich der chinesische Gigant Alibaba mit Barin Private Equity Asia und anderen zusammengetan, um einen 5,5% Anteil am vietnamesischen Konglomerat – Masans The CrownX – zu kaufen. Das Konsortium plant 400 Milipnen USD in die Einzelhandelskette VinMart zu investieren. Dieser Deal wird The CrownX erlauben, sich mit Alibabas südostasiatischer E-Commerce Firma Lazada zusammenzutun, um ihre vietnamesische Onlinepräsenz zu stärken. Die VinMart Filialen werden als Abholstellen für online Bestellungen in Vietnam mittels Lazada dienen.

Der chinesische E-Riese plant Profite für das Finanzjahr 2022 in technologische Innovation, Förderprogramme für Händler zur Senkung von Operationskosten, Benutzerakquisition, Merchandising und Optimierung der Lieferketten, Infrastrukturprojekte und Erschließung von neuen Geschäftszweigen zu investieren.

Neben Alibaba planen laut Fitch Ratings auch Tencent Holdings, Baidu Inc. und andere chinesische Internetunternehmen verstärkt Investitionen im Jahr 2021. Unter anderem planen sie den Zugang zu neuen Märkten verbessern. Tencent will einen Teil des erwirtschafteten Gewinns insbesondere in Unternehmensdienstleistungen, Spiele und Kurzform Video Inhalte investieren.

Laut der Ratingagentur, spiegeln Baidus Finanzdaten einen Anstieg an Ausgaben für Vertriebskanäle und Werbemaßnahmen, höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben und ein Ausbau der Vertriebsmitarbeiter wider. Das Unternehmen will künstliche Intelligenz (AI) Cloud-Lösungen für Unternehmen und „smart“ Transportprojekte für die chinesische Regierung entwickeln. Baidu stellt derzeit Sales-Mitarbeiter für seinen neuen AI Geschäftsbereich und plant außerdem Investitionen im Bereich der intelligenten elektrischen Fahrzeuge.

Neue Player für Asiens Finanztechnologie-Sektor

Capgeminis 2020 World Payments Report zeigt, dass die Pandemie das Wachstum von digitalen Zahlungen, insbesondere die Verwendung von Kreditkartenzahlungen für Kleinunternehmen, in der asiatisch-pazifischen Region beflügelt hat. Aufsichtsbehörden der Region haben die Standardisierung digitaler Bezahlsysteme initiiert, um das Wirtschaftswachstum weiter zu fördern. Und auch ausländische Unternehmen haben ein Auge auf den Markt geworfen.

Die in Uruguay ansässige Bezahlplattform dLocal hat die Ausweitung seiner Dienste in Südostasien angekündigt, mit Niederlassungen in Malaysia, Vietnam und den Philippinen. Das Unternehmen will in diesen Ländern mehrere Dienstleistungen in sein dLocal 360° Bezahlplattform integrieren.

In Malaysia will dLocal Händlern erlauben, Zahlungen von elektronischen Geldbörsen wie Maybank2u, Boost, Grab Pay, Touch ‘n Go, als auch Banküberweisungen und Barzahlungen via 7-Eleven Filialen zu akzeptieren. Dadurch wird es für vietnamesische Verkäufer möglich sein, örtliche Kreditkarten, Wallets und internationale Karten zu akzeptieren. In den Philippinen akzeptiert die Plattform internationale Karten wie Visa und Mastercard sowie Kartenzahlungen mit bis zu 12-Monatsraten.

US-Finanzdienstleistungsunternehmen Stripe hat Pläne zur Ausweitung seiner Präsenz in Südostasien, Japan, Indien und China angekündigt, um vom Wachstumstrend im E-Commerce und digitalen Zahlungslösungen zu profitieren. Dieses Jahr hat Stripe seine Asien-Pazifik Belegschaft um 40% auf 200 Mitarbeiter erhöht. Das Unternehmen plant, Zahlungssysteme für leitende E-Commerce Webseiten der Region, insbesondere Alibaba, Shopee und Rakuten anzubieten.

Wachstum im Tourismus-Sektor

Auch wenn die Coronavirus-Pandemie den Tourismus stark getroffen hat, expandieren Unternehmen aus der Branche weiter in Asien.

Wyndham Hotels & Resorts plant die Hotel-Neueröffnungen in Asien-Pazifik um 40% oder rund 180 Hotels in 2021 zu steigern. Die Hotel-Franchisegesellschaft ist auf dem Weg, in den nächsten drei Jahren über 2.000 Hotels in der Region zu betreiben. Die Ausweitung des Asien-Geschäfts beruht auf der – Covid-19 zum Trotz – erfolgreichen Einführung seiner Marken in Asien-Pazifik im letzten Jahr. In 2020 hat Wyndham u.a. seine Howard Johnson by Wyndham Marke in Kambodscha und auch die ersten Wyndham Grand und Wyndham Garden Hotels in Japan gestartet. In Vietnam wurde das erste Dolce by Wyndham Hotels in Asien-Pazifik in Betrieb genommen. La Quinta by Wyndham Hotels wurde in Neuseeland eröffnet.

Auch Shangri-La expandiert in Asien. Laut Hospitalitynet hat der Hotelriese dieses Jahr seine Rekrutierungsaktivitäten seit März 2021 für neue Mitarbeiter in China und Saudi-Arabien verstärkt.

Strategischer Ausbau der Gaming-Industrie in Asien

Das japanische Konglomerat Sony Group hat angekündigt, dass es über die nächsten drei Jahren 18,39 Mrd. USD für strategische Investments ausgeben wird. Dieser Zug zielt darauf ab, Abonnements für seine Gaming und Unterhaltungsdienstleistungen auszubauen. Laut Sony liegt der Fokus dieser Investitionen darauf, seine Nutzerbasis für Mobile- und Online-Dienste von 160 Millionen auf 1 Milliarden Kunden zu erhöhen. Unter anderem plant Sony auch mehr Kunden in Indien zu gewinnen. Laut Präsident und CEO Kenichiro Yoshida hat dieser Markt „großes“ Potenzial. Mit SonyLIV bietet das Unternehmen einen Direct-to-Consumer-Videodienst in Indien an.

E-Sports Marke Fnatic hat kürzlich 17 Mio. USD Kapital für seine geplante Expansion in Asien-Pazifik aufgebracht. Das Kapital kam von japanischen Konglomerat Marubeni und anderen Investoren. Laut dem Unternehmen wird dieses Kapital dazu genützt, dass es seinen Marktanteil an Japans E-Sport erhöht, sondern auch in anderen asiatisch-pazifischen Ländern expandiert. Fnatic, welches seine Einnahmen im Jahresvergleich um 80% erhöhen konnte, will vom schnellen Wachstum im E-Sports Markt Profit schlagen. 2019 kam mit 519 Mil. USD fast die Hälfte aller weltweiten E-Sports-Umsätze aus Asien, so das Research-Unternehmen Niko Partners.