Start News China Jubiläum: Sieben Jahrzehnte kommunistisches China

China Jubiläum: Sieben Jahrzehnte kommunistisches China

Mit einer massiven Militärparade hat China heute den 70. Jahrestag des Beginns der Herrschaft der Kommunistischen Partei gefeiert. Bei der Parade marschierten mehr als 15.000 Truppen über Teile des Tiananmen-Platz in Peking. Düsenjäger schrieben farbigen Rauch in den Himmel. Wie erwartet präsentierte China neue unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) und seine weiterentwickelten Interkontinental- und Hyperschall-Raketen.

Verteidigungsexperten sehen es als eine Botschaft an die Welt, dass Chinas militärische Fähigkeiten schnell zunehmen, auch wenn es vor immer größeren Herausforderungen steht. Darunter die monatelange Proteste in Hongkong gegen die chinesische Regierung und eine sich verlangsamende Wirtschaft.

China durchlebte in den letzten 70 Jahren heftige Veränderungen. Das Land entwickelte sich von einer Planwirtschaft zur heutigen marktorientierten Wirtschaft, die Außenhandel und Direktinvestitionen durch die Einführung der Politik der „open door“ begrüßt.

Doch auch wenn sich die Finanzmarktreformen beschleunigen – etwa durch die jüngste Aufhebung der QFII-Quoten – warten Experten auf bedeutendere Maßnahmen. Die Kontrolle durch die Regierung und die herrschende Partei Chinas ist nach wie vor offensichtlich.

China Jubiläum: Von der Plan- zur Marktwirtschaft

Wie hat sich China seit 1949 entwickelt? Im Folgenden sind einige wichtige Meilensteine aus wirtschaftlicher Sicht aufgeführt:

1949: Mao Zedong ruft am 1. Oktober in Peking die Volksrepublik China aus.

1958-1961: The Great Leap Forward versucht, China in das moderne Industriezeitalter zu katapultieren, indem es die Landwirtschaft kollektiviert und Stahl in „Hinterhoföfen“ herstellt. Es führte zu einer massiven Hungersnot – schätzungsweise 30 Millionen Menschen, meist Bauern, verhungern.

1966-1976: Die Kulturrevolution – mit dem Ziel, den chinesischen Kommunismus zu bewahren – verursachte ein weit verbreitetes politisches Chaos und eine schwerwiegende Beeinträchtigung der China Wirtschaft.

1971: Die Volksrepublik China tritt den Vereinten Nationen bei und verdrängt die nationalistisch geführte Regierung in Taiwan, die den chinesischen Sitz innehatte.

1976: Mao stirbt. Veteranen-Partei-Mitglieder unterbinden eine Machtübernahme seiner Frau und ebnen den Weg für Deng Xiaoping, die Macht zu übernehmen.

Wirtschaftsreformen und Markt-Öffnung

1978: Die Politik der „Reform und Öffnung“ belebt die Landwirtschaft wieder, da die Bauern das Recht auf die Bewirtschaftung ihrer eigenen Parzellen zurückerhalten. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts verschwinden die Nahrungsmittelknappheit und ausländische Investitionen beginnen.

1978-1979: „Demokratie“-Plakate unterstützen politische Reformen.

1979: Die Vereinigten Staaten und China nehmen die diplomatischen Beziehungen wieder auf.

1985: China erzielt zum ersten Mal einen Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten.

1989: Studenten und Arbeiter protestieren auf dem Platz des Himmlischen Friedens wochenlang für politische Reformen und gegen die Inflation, bevor die Armee die Bewegung am 4. Juni zerschlägt. Hunderte Menschen werden getötet.

1992: Deng belebt die Wirtschaftsreform mit seiner Southern Tour.

1997: Deng stirbt.

1998: Die asiatische Finanzkrise fällt mit der Reform der staatlichen Unternehmen zusammen. Schätzungsweise 30 Millionen Menschen verlieren ihre Arbeit.

2001: China tritt der Welthandelsorganisation bei.

2012: Xi Jinping wird Vorsitzender der Kommunistischen Partei und Präsident im nächsten Jahr. Er beginnt eine massive Kampagne gegen Korruption und Zivilgesellschaft, wobei Dutzende von hochrangigen Beamten wegen Bestechung ins Gefängnis kommen. Rechtsaktivisten werden unter der Anklage der Staatsgefährdung eingesperrt.

2013: Xi enthüllt eine bahnbrechende Initiative zur Wiederherstellung der alten Seidenstraße, die heute als Belt and Road Initiative bezeichnet wird.

2017: US-Präsident Donald Trump besucht Peking. Im nächsten Jahr beginnen die beiden Länder einen Handelskrieg und untermauern damit die sich verschlechternden Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

2018: China ändert seine Verfassung, um die Grenzen der Amtszeit des Präsidenten aufzuheben. Das bedeutet, dass Xi bis zu seinem Tod Präsident bleiben kann.

2019: Massen- und zeitweise gewalttätige Proteste auf dem chinesischen Territorium von Hongkong gegen ein angefochtenes Auslieferungsgesetz. Die Proteste haben sich in Forderungen nach mehr Freiheit von Peking verwandelt.

(Mit Inhalten von Reuters)