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China USA: Wie wahrscheinlich ist ein Handelskrieg?

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China USA: droht ein Handelskrieg?

Die Aussicht auf einen Handelskrieg zwischen China und den Vereinigten Staaten hat zugenommen, nachdem der Außenminister Pekings sagte, dass er eine „notwendige Antwort“ für den Fall geben würde, dass Donald Trump Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte einführt. China USA: der Konflikt eskaliert.

Der US-Präsident hatte angekündigt, einer 25-prozentigen Abgabe auf Stahl und 10% auf Aluminiumimporte zuzustimmen. Die Aktienmärkte in ganz Asien erlebten daraufhin turbulente Tage.

China mit Rekordübeschuss

Peking, das bis dato zu diesem Thema weitgehend geschwiegen hatte, hat seine Rhetorik nun deutlich verschärft.

„Gerade in der heutigen Globalisierung ist die Entscheidung für einen Handelskrieg ein falsches Signal. Das Ergebnis wird nur schädlich sein“, sagte Außenminister Wang Yi am Rande eines jährlichen Treffens des chinesischen Parlaments. „China müsste eine gerechtfertigte und notwendige Antwort geben.“

China erzielte im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss im Warenverkehr mit den Vereinigten Staaten von 375,2 Mrd. USD.

China USA: weitere Handelssanktionen möglich

Die Spannungen im Handel zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind seit dem Amtsantritt von Trump im Jahr 2017 gestiegen, und obwohl China nur einen kleinen Teil der US-Stahlimporte ausmacht, hat seine industrielle Expansion dazu beigetragen, eine globale Stahlschwemme zu produzieren, die die Preise nach unten getrieben hat.

Trump erwägt auch mögliche Handelssanktionen gegen China im Rahmen einer „Section 301“-Untersuchung seiner Vorgehensweisen im Bereich des geistigen Eigentums und des Drucks auf ausländische Unternehmen für Technologietransfers.

Droht ein Handelskrieg zwischen China und den USA?

US-Diplomatenkrise sagen, dass die Vereinigten Staaten einen formellen Mechanismus für Gespräche über Handelsstreitigkeiten mit China so gut wie eingefroren haben, da man nicht zufrieden mit dem Abbau von Marktbeschränkungen sei.

Wie könnten sich der Konflikt zuspitzen? Aus einem Handelskrieg zwischen China und den USA würden voraussichtlich beide Seiten als Verlierer hervorgehen.

Es steht viel auf dem Spiel. Die beiden Länder haben im Jahr 2016 Handel im Wert von 578,6 Mrd. USD getätigt. Nach Schätzungen der US-Regierung unterstützt der Handel knapp eine Million Arbeitsplätze in den USA.

China wichtiger Pkw-Markt für US-Hersteller

China hat verschiedene Möglichkeiten, um auf die Eskalation der Situation zu reagieren. Dazu zählt eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO).

Denkbar wäre aber auch eine Begrenzung der US-Rindfleischimporte. Im vergangenen Mai unterzeichneten die USA und China ein Abkommen, das unter anderem die Wiederaufnahme der US-Rindfleischexporte nach China nach 14 Jahren ermöglicht.

Eine weitere Option Pekings wäre die Abschottung des chinesischen Automarktes. China ist der größte Pkw-Markt der Welt. Bis 2022 wird das Land zu mehr als der Hälfte des weltweiten Automobilwachstums beitragen.

China strafte Südkorea ab

China ist unter den Top-5-Exportmärkten für US-Autos und Autoteile. Eine Kampagne der Regierung den Kauf amerikanischer Autos aus Loyalität zum chinesischen Staat zu stoppen, könnte US-Herstellern ebenfalls schaden.

Solche Maßnahmen sind für China nicht ungewöhnlich. Der koreanische Einzelhändler Lotte Mart zum Beispiel erlitt in China massive Einbußen, nachdem Peking Südkorea wegen des Disputs über ein US-amerikanisches Raketenabwehrsystem abgestraft hatte.

Eine der schärfsten Waffen Pekings dürfte der Verkauf von US-amerikanischen Staatsanleihen sein. China besitzt US-Anleihen im Wert von mehr als 1 Trillion USD. Die Veräußerung von Teilen davon könnte zu unkalkulierbaren Marktverwerfungen führen.

China USA: Handelskrieg kennt nur Verlierer

Tatsache ist jedoch, dass China nicht will, dass die aktuelle Auseinandersetzung eskaliert. Ein Handelskrieg zwischen den beiden Ländern würde nicht nur Peking und die USA beeinflussen.

Auch der gesamte asiatische Raum dürfte wegen der engen Verzahnung globaler Lieferketten und Wirtschaftssysteme in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Märkte dürften in Erwartungen steigender US-Zinsen sowie der Auseinandersetzung mit China volatil bleiben.