Start Asien Wirtschaft „Stabiliät“ Schlagwort für Chinas Wirtschaftspolitik 2022

„Stabiliät“ Schlagwort für Chinas Wirtschaftspolitik 2022

China's key economic tasks
Beijing sets out economic key tasks for 2022.

China hat die Marschrichtung für seine Wirtschaftspolitik für das nächste Jahr festgelegt. „Stabilität“ wird dabei die höchste Priorität eingeräumt. Die jährliche zentrale Wirtschaftskonferenz des Landes ging am Freitag zu Ende. In der offiziellen Erklärung wurde versprochen, „die makroökonomische Stabilität zu sichern, die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren in einem angemessenen Rahmen zu halten und die soziale Stabilität zu wahren“.

Um dies zu erreichen, will Peking eine proaktive Steuerpolitik verfolgen sowie die Vitalität der Marktteilnehmer stärken. Auf dem Treffen wurde außerdem hervorgehoben, dass dem gesunden Wachstum des Immobiliensektors Priorität eingeräumt werden muss, und dass „Wohnen zum Leben und nicht zur Spekulation dient“.

Die politischen Entscheidungsträger des Landes wiesen ferner darauf hin, dass die chinesische Wirtschaft „einem dreifachen Druck“ ausgesetzt ist: „schrumpfender Nachfrage, negativen Auswirkungen auf der Angebotsseite und sich abschwächenden Erwartungen“. Auch das externe Umfeld werde „zunehmend komplexer, schwieriger und unsicherer“, so Peking.

Vor diesem Hintergrund sehen Experten die Verlagerung der Wirtschaftspolitik von der Regulierung hin zur Stabilisierung.

Der Richtungswechsel in der Politik zeigt, wie die chinesische Regierung gegen eine Reihe starker Gegenwinde im nächsten Jahr vorgehen will.

Die Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten verlangsamt. Dies geschah aufgrund des Einbruchs auf dem Immobilienmarkt – verstärkt durch die Evergrande-Krise -, des schwachen Konsumwachstums und der wiederholten Ausbrüche von Covid-19.

Darüber hinaus bestehen auch weiterhin Unsicherheiten, die sich aus der überstrapazierten Handelspolitik zwischen den USA und China ergeben.

Warum China auf „Stabilität“ für das Wirtschaftswachstum 2022 setzt

Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge, haben auch die rasche Rücknahme der politischen Unterstützung und die schleppende Erholung des Konsums die wirtschaftliche Erholung Chinas verlangsamt. Zudem hätten vermehrte Stromabschaltungen und umfassende Regulierungsmaßnahmen gegenüber Sektoren wie Internet, Luxusgüter und Immobilien die politische Unsicherheit erhöht, so der IWF weiter.

„Die Abwärtsrisiken für die aktuelle Prognose des BIP-Wachstums von 8,0% im Jahr 2021 und 5,6% im Jahr 2022 häufen sich“, heißt es im IWF-Bericht weiter.

Mit dem Hauptziel der Wirtschaftskonferenz dem Wachstumsdruck entgegenzuwirken und die Wirtschaft zu stabilisieren, rechnen Wirtschaftsexperten nun damit, dass China Anfang 2022 mit zusätzlichen fiskalischen Impulsen beginnen wird.

„Der Aufruf zu einer antizyklischen Politik war das erste Mal in diesem Jahr, dass die chinesischen Behörden diesen Ausdruck verwendeten. Dies sollte dazu beitragen, die Bedenken der Märkte hinsichtlich einer starken Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu zerstreuen“, schrieben Analysten von Barclays in einem aktuellen Kommentar schreiben.

James Thom, Senior Investment Director, Asian Equities, bei abrdn geht davon aus, dass der Druck auf die chinesische Immobilienbranche vorerst nicht nachlassen wird. „Die Verlangsamung des Wachstums in China ist weitgehend hausgemacht. Das liegt an den Beschränkungen für den Immobilien- und Energiesektor und dem Streben nach gemeinsamem Wohlstand“, so Thom.

Die Steigerung des Inlandsverbrauchs sei weiterhin eine strategische Priorität für China, fügte er hinzu. „Die strukturellen Triebkräfte der chinesischen Verbraucherausgaben bleiben intakt. Steigende verfügbare Einkommen und zunehmend gesundheitsbewusste Bürger werden wahrscheinlich die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen ankurbeln“, so Thoms Einschätzung.