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Wie Asien die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 angeht

Asia, China stimulus packages

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19, verfolgen die Regierungen in Asien unterschiedliche Wege – von Zahlungen an die Bürger bis zu Unterstützung von Unternehmen. Seit dem Ausbruch des Virus im Februar 2020 haben die asiatischen Länder Konjunkturpakete in Billionenhöhe umgesetzt. Indien, Indonesien, die Philippinen, Singapur und Südkorea haben zusammen 884 Mrd. USD an Konjunkturmitteln zur Verfügung gestellt, um die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Volkswirtschaften zu bekämpfen. Während viele Länder mit Auszahlungen an die Bürger arbeiteten, konzentrierte sich Chinas Konjunkturpaket auf die Unterstützung von Unternehmen und staatlichen Investitionen.

Asiens Konjunkturmaßnahmen

Mehrere Länder in Asien haben direkte Stimulierungszahlungen eingeführt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 zu bekämpfen und die Konsumausgaben anzukurbeln.

Das größte Konjunkturpaket gab es mit 333,7 Mrd. USD in Südkorea. Es folgten Indien mit 332,9 Mrd. USD, Singapur mit 85,7 Mrd. USD, Indonesien mit 74,7 Mrd. USD und die Philippinen mit 17,0 Mrd. USD.

Gemessen an der Höhe der Fördermittel in Prozent des BIP stellte Singapur mit 24% den größten Anteil zur Verfügung, während Südkorea bei 20% lag. Es folgten Indien mit 12%, Indonesien mit 6% und die Philippinen mit 4%.

Südkorea stellte Mittel für verschiedene Programme zur Verfügung, die Kredite und andere finanzielle Unterstützung für Unternehmen und Arbeitnehmer bereitstellen. Die koreanische Zentralbank, die Bank of Korea, kaufte lokale Anleihen, um einen möglichen Liquiditätsengpass zu verhindern, sowie Anleihen öffentlicher Unternehmen.

Singapur hat 8,3 Mrd. USD für sein “Covid-19 Resilience Package” bewilligt. Damit wurden die laufenden Programme erweitert, die Unternehmen unterstützen und Arbeitsplätze durch Lohnzuschüsse retten. Das Programm bot auch Betriebskapital für Unternehmen und gezielte Unterstützung für stark betroffene Branchen wie die Luftfahrt.

Neben dem steuerlichen Stimulus genehmigte das indische Kabinett Anreize für Produktionsbetriebe im Wert von fast 27 Mrd. USD über fünf Jahre. Diese Anreize betrafen mehrere Branchen, darunter Textilien, Pharmazeutika und die Automobilproduktion in Indien.

Unterdessen kündigte Taiwan in diesem Monat seinen Plan für zusätzliche 7,5 Mrd. USD an, um seiner Wirtschaft zu helfen, die Pandemie zu bewältigen. Das Land meldete am 13. Mai 2021 13 neue inländische Fälle, was zu einem 1,5%-igen Rückgang seines Benchmark-Aktienindexes führte. Insgesamt hat Taiwan bisher nur 1.256 Infektionen gemeldet.

In Japan konnten die Konjunkturmaßnahmen, einschließlich der Zahlungen von 918 USD an alle anspruchsberechtigten Einwohner, das verfügbare Einkommen im Fiskaljahr 2020 um 4% steigern. Leider sanken die durchschnittlichen monatlichen Verbraucherausgaben im Laufe des Jahres dennoch um 4,7%. Das meiste Geld ging in die Ersparnisse, da die Menschen ihre Ausgaben für Dinge wie Kleidung und Restaurants reduzierten, während die meisten von ihnen von zu Hause aus arbeiten. Der daraus resultierende Anstieg der Ausgaben für Versorgungsleistungen war nicht in der Lage, die Verbraucherausgaben im Allgemeinen anzukurbeln.

Chinas Konjunkturpaket

China ging bei der Verwendung seiner Konjunkturmittel einen anderen Weg als andere Volkswirtschaften. Andere Länder leisteten direkte Geldtransfers an ihre Bevölkerung, um die möglichen Einkommensverluste durch die Pandemie auszugleichen. Chinas Konjunkturpaket hingegen entlastete Unternehmen und setzte auf staatliche Investitionen.

Der Großteil des von China im Mai 2020 angekündigten 500-Mrd.-Dollar-Konjunkturpakets wurde für Infrastrukturausgaben verwendet. Dies diente dazu, die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie neue Kredite und Tilgungsaufschübe für Unternehmen zu fördern. Chinas Ansatz basierte auf der Fähigkeit seiner Wirtschaft, Arbeitsplätze auf eine Top-Down-Art zu schaffen.

Mehr als 30% des gesamten BIP und der Beschäftigung des Landes stammen aus den staatlichen Unternehmen (SOEs). Mit der Regierung als Anteilseigner sind diese SOEs in der Lage, der Aufrechterhaltung der Beschäftigung und der Zahlung von Gehältern Vorrang vor kurzfristigen Gewinnen und Einnahmen zu geben.

Ein ähnlicher Ansatz wie Chinas Konjunkturpaket wurde von der asiatischen Volkswirtschaft Vietnam verfolgt. Den Unternehmen wurde ein Aufschub der Unternehmenssteuerzahlungen gewährt und sie erhielten finanzielle Unterstützung von der vietnamesischen Regierung. Vietnams Staatsbetriebe machen mehr als 40% des gesamten BIP und der Beschäftigung des Landes aus.

Ende der Konjunkturmaßnahmen?

Während andere Länder weiterhin um die Wiederbelebung ihrer Wirtschaft kämpfen, geht China dazu über, seine Konjunkturbemühungen zurückzufahren. Dies geschah, nachdem das Land im Jahr 2020 ein BIP-Wachstum von 2,3 % verzeichnete. China steht vor der Herausforderung, die Stimulierungsmaßnahmen zurückzufahren, ohne sein Wirtschaftswachstum zu beeinträchtigen oder eine breitere Marktinstabilität auszulösen.

Das chinesische Parlament hat im März bekannt gab, dass es sein BIP-Wachstumsziel für 2021 auf über 6% festlegt. Dies ist weniger als die IWF-Prognose von 8,4% BIP-Wachstum für China für das Jahr.

Das Ziel für das Haushaltsdefizit wurde auf 3,2% im Jahr 2021 gesenkt und signalisiert damit eine restriktivere Fiskalpolitik. Im Jahr 2020 lag das Ziel bei 3,6%. Auch die Quote für kommunale Sonderanleihen, die zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten verwendet werden, wurde gesenkt. Die Quote liegt derzeit bei 560 Mrd. USD in diesem Jahr verglichen mit 576 Mrd. USD im letzten Jahr.

Im März sagte Chinas Premier Li Keqiang, dass das Land angemessene, aber moderate politische Anpassungen vornehmen wird, wenn die Wirtschaft ihr Wachstum wieder aufnimmt. Der Premier versicherte, dass neue strukturpolitische Maßnahmen wie Steuer- und Gebührensenkungen eingeführt würden, um die Auswirkungen des Auslaufens der derzeitigen befristeten Maßnahmen zu mildern.

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