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E-Commerce Asien: Der nächste Wachstumssektor der Region

E-commerce warehouse in Asia
eCommerce manufacturing warehouse, China (Source: Air Elegant/Shutterstock.com)

Die Verbraucher in Asien setzen immer mehr auf Online-Shopping. Dieser Trend wird noch einmal mehr beflügelt durch Lockdowns in der Region, um die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Infolgedessen passen sich auch Unternehmen an und nutzen fortschrittliche Technologien, um den veränderten Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden. Dadurch gewinnt E-Commerce in Asien immer mehr an Bedeutung. Für den Zeitraum von 2020 bis 2025 wird eine jährliche Wachstumsrate von 6,95% prognostiziert.

Der asiatische E-Commerce-Sektor erwartet einen Anstieg der Nutzerdurchdringung von 53,3% im Jahr 2021 auf 68,2% im Jahr 2025. Mit dieser Dynamik wird erwartet, dass das E-Commerce-Marktvolumen von den prognostizierten 1,26 Bio. USD im Jahr 2021 auf 2,12 Bio. USD im Jahr 2025 steigen.

Mit einer erwarteten E-Commerce-Wachstumsrate von 8,2% zwischen 2020 und 2025 hat Asien damit Amerika und Europa überholt. Für Amerika und Europa wird ein Wachstum von 5,1% bzw. 5,2% erwartet.

Die Online-Verkäufe in China, dem größten E-Commerce-Markt der Welt, werden im Jahr 2021 schätzungsweise 52,1% der gesamten globalen E-Commerce-Verkäufe ausmachen. Dies wäre ein Anstieg um 21% im Vergleich zum Vorjahr.

Die großen Einzelhändler hatten zwar schon vor der Pandemie Online-Kanäle eingerichtet, aber der Rückgang der Kundenfrequenz und die Schließungen aufgrund von Lockdowns haben sie dazu veranlasst, den Online-Verkauf zu ihrem primären Geschäftsmodell zu machen. Und auch große Shoppingmalls folgen dem Trend, darunter Marina Square in Singapur, das Siam Center in Thailand und die Pakuwon Group Malls in Indonesien.

E-commerce Trends in Asien

Der Einsatz von Augmented-Reality-Technologie (AR) und das Aufkommen von 5G-Netzen beschleunigten das Wachstum des E-Commerce in Asien. AR ermöglicht es Kunden, Artikel vor dem Kauf virtuell auszuprobieren. Mit der Envision TV AR-App von Sony können Kunden beispielsweise visualisieren, wie ein Sony-Fernseher in ihren Raum passt, an ihrer Wand oder ihrem TV-Stand aussieht. Dazu müssen die Kunden die App mit der Kamera ihres Smartphones verbinden. nach dem gleichen System funktioniert der AR-Spiegel von Sephora SEA. Durch die Simulation von Make-up-Produkten ermöglicht die App den Käufern, diese in Echtzeit auf ihrem eigenen Gesicht zu testen.

Der asiatisch-pazifische Raum wird weltweit der größte Anwender von 5G sein. Es wird erwartet, dass die Region bis 2024 1,14 Milliarden beziehungsweise 65% der globalen 5G-Nutzer haben wird. Mit der Geschwindigkeit von 5G und der besseren Erreichbarkeit des Internets können E-Commerce-Seiten das Einkaufserlebnis der Kunden weiter verbessern, mehr KI-Funktionen hinzufügen, die Netzwerkkapazität erweitern und die Sicherheit stärken.

E-Commerce-Plattformen haben Live-Streaming in ihre Systeme integriert, um ihre Verkaufsstrategie zu verstärken. Zwischen Februar und Juni 2020 ist die Anzahl der Live-Streaming-Stunden auf E-Commerce-Seiten in Malaysia und Singapur um fast 200% gestiegen. Auf den Philippinen wird der Live-Verkauf von 65% der Unternehmen auf E-Commerce-Plattformen genutzt, um neue Kunden zu gewinnen.

Asiens E-Commerce Giganten

Die chinesische Video-Sharing-Webseite Bilibili verzeichnete im ersten Quartal einen Anstieg des Gesamtnettoumsatzes um 68% im Vergleich zum Vorjahr auf 595,4 Mio. USD. Die E-Commerce-Plattform des Unternehmens verzeichnete einen Umsatz von 79,2 Mio. USD, was einer Steigerung von 230% gegenüber dem gleichen Quartal in 2020 entspricht.

Laut Bilibili ist die Anzahl der monatlichen aktiven Nutzer seiner Webseite um 30% auf 223,3 Mio. gestiegen ist. Die Anzahl der Nutzer der mobilen Plattform stieg um 33% auf 208,5 Millionen. Darüber hinaus stieg die Zahl der durchschnittlich monatlich zahlenden Nutzer im Vergleich zum Vorjahr um 53% auf 20,5 Millionen.

Die finanziellen Ergebnisse der Rakuten Group für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2021 zeigen einen Anstieg des Umsatzes um 18,1% im Vergleich zum Vorjahr auf 3,57 Mrd. Dollar. Darüber hinaus stieg das Bruttowarenvolumen des japanischen E-Commerce-Unternehmens im Jahresvergleich um 33,9%. Dies ist auf das anhaltende Wachstum des Transaktionsvolumens in seinen Online-Shops, wie Rakuten Ichiba, Rakuten 24 und Rakuten Seiyu Netsuper, zurückzuführen.

China: verschärfte Regulierungen für Tech-Firmen

Die Alibaba Group, eines der größten Einzelhandels- und E-Commerce-Unternehmen der Welt, meldete für das erste Quartal einen Verlust von 1,170 Mrd. Dollar. Die Nachricht kam, nachdem das Unternehmen eine Kartellstrafe in Höhe von 2,8 Mrd. USD an Chinas State Administration for Market Regulation (SAMR) zahlen musste. Grund dafür waren die Geschäftspraktiken des Unternehmens, die nach Ansicht der Regulierungsbehörden den Wettbewerb einschränken und die Rechte der Händler untergraben. Dennoch stieg der Umsatz von Alibaba in dem im März abgeschlossenen Quartal um 64% auf 28,6 Mrd. USD.

Der Gesamtjahresumsatz von Alibaba stieg ebenfalls um 41% auf 109,48 Mrd. USD. Alibabas Chairman und Chief Executive Officer Daniel Zhang Yong sagte, dass das Unternehmen plant, seine zusätzlichen Gewinne im Jahr 2021 in „strategische Kernbereiche wie technologische Innovation, Unterstützung von Händlern zur Senkung ihrer Betriebskosten, Nutzergewinnung und Erlebnisverbesserung“ zu investieren.

Die SAMR hat 34 weitere chinesische Tech-Unternehmen verwarnt. Dazu gehören Tencent, der TikTok-Eigentümer ByteDance, die E-Commerce-Plattform JD.com, der TikTok-Rivale Kuaishou und der Alibaba-Rivale Pinduoduo.

Mitte April veröffentlichte die Kartellbehörde Erklärungen von 12 dieser Unternehmen, in denen sie ihre Absicht zum Ausdruck brachten, die Vorschriften der SAMR einzuhalten. Demnach haben die Unternehmen zugesagt, keine wettbewerbswidrigen Praktiken anzuwenden. Darüber hinaus erarbeiten sie Verbesserungsmöglichkeiten, um einen fairen und wettbewerbsfähigen Markt zu fördern.

Zuletzt hat auch der Essenslieferant Meituan zugesagt, mit der Aufsichtsbehörde zu kooperieren. Dieser war Ende April in den Fokus der SAMR wegen des Verdachts auf monopolistische Praktiken geraten.

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