Start News Evergrande signalisiert geschäftliche Neuorientierung hin zu EV

Evergrande signalisiert geschäftliche Neuorientierung hin zu EV

Chinas schuldengeplagte Evergrande Group hat die Arbeit an mehr als 10 Projekten in sechs Städten, darunter Shenzhen, Dongguan und der Provinz Guangdong, wieder aufgenommen. Am Sonntag kündigte das angeschlagene Unternehmen in einem Beitrag auf seinem WeChat-Konto an, dass seine Bemühungen, die Bauarbeiten zu garantieren, das Vertrauen des Marktes wiederherstellen würden.

Der zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas erklärte, dass einige der jetzt wiederaufgenommenen Projekte bereits in der Phase der Inneneinrichtung seien und nach und nach an die Käufer übergeben werden könnten. Andere Gebäude stünden kurz vor dem Abschluss.

Am 31. August hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass einige Projekte aufgrund von Zahlungsverzögerungen bei Lieferanten und Auftragnehmern ausgesetzt wurden. Evergrande gab jedoch nicht bekannt, bei wie vielen der 1.300 Immobilienprojekte in ganz China das Unternehmen die Arbeit einstellen musste.

Der angeschlagene Konzern scheint jetzt aber die Lehren aus den vergangenen Monaten zu ziehen und erwägt laut Medienberichten eine geschäftliche Neuausrichtung. Innerhalb eines Jahrzehnts soll der Fokus von Immobilien auf Elektrofahrzeuge (EV) umschwenken.

Wie die Securities Times berichtete, kündigte Konzernchef Hui Ka Yan an, dass die Herstellung solcher Autos zum Hauptgeschäft des Unternehmens werden soll – obwohl Evergrande bisher noch kein einziges EV-Model ausgeliefert hat. Gleichzeitig würde das Unternehmen das Immobilienentwicklungs- und Baugeschäft erheblich verkleinern.

Die EV-Einheit des Konglomerats, die China Evergrande New Energy Vehicle Group, will ihr erstes Fahrzeug – „Hengchi“ – Anfang nächsten Jahres ausliefern. Im August teilte das Unternehmen jedoch mit, dass sich die Massenproduktion verzögern könnte, „wenn es nicht kurzfristig mehr Kapital auftreiben kann“.

Die Ansage zur Neuausrichtung kam nur kurz nachdem Evergrande in der vergangenen Woche eine versäumte Zahlung in Höhe von 83,5 Mio. USD für eine Offshore-Dollar-Anleihe beglich und damit eine weitere Woche lang einen formellen Zahlungsausfall abgewendet hatte.

Das chinesische Bauunternehmen steht jedoch immer noch unter Druck, da die nächste Frist am 29. Oktober abläuft. Dann sind mit dem Ablaufen der 30-tägigen Nachfrist für den Kupon vom 29. September 47,5 Mio. USD fällig.

Die Gesamtverbindlichkeiten von Evergrande in Höhe von mehr als 300 Mrd. USD entsprechen etwa 2% des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).