Start Asienfonds FAANG vs. BAT: der Kampf der Technologieriesen

FAANG vs. BAT: der Kampf der Technologieriesen

Der Kampf der Internet-Plattformen ist in vollem Gange: Amerikanische gegen chinesische Unternehmen – oder FAANG gegen BAT. Dabei muss differenziert werden, die amerikanischen FAANG-Riesen, also Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet, sind rund um die Welt aktiv. Die BAT-Giganten – Baidu, Alibaba und Tencent – profitieren vor allem von ihrem chinesischen Heimatmarkt. Ein Interview mit Baki Irmak, Co-Founder und Fondsmanager des The Digital Leaders Fund.

AsiaFundManagers.com: FAANG vs. BAT – ist es nur eine Frage der Zeit, bis westliche und östliche Internetunternehmen aufeinanderprallen?

Baki Irmak: Das ist schon längst Realität. Die chinesischen Unternehmen haben schon lange den Status von Copycats verlassen und gehen innovative und andere Wege als die amerikanischen Konkurrenten.

Außerhalb der Heimatmärkte tun sich allerdings chinesische Unternehmen noch schwer. Tencents WeChat hat zwar in China einen Markanteil von über 70 Prozent bei Messenger-Diensten, aber sonst spielt es nur bei den rund 100 Mio. Auslandschinesen eine bedeutende Rolle. Nimmt man Facebook als FAANG-Beispiel: Es gibt nur zehn Ländern, in denen das Unternehmen nicht mit WhatsApp oder Messenger die Nr. 1 ist. Indien, Indonesien, Malaysia etc. sind Facebook-Länder. Allerdings hat Alibaba mit AliExpress auf Android-Smartphones schon lange deutliche mehr Nutzer als Amazon (ex USA und China).

Ansonsten kann man grob sagen, dass die Chinesen bei hardware-lastigen Technologien international große Erfolge feiern. Dazu gehören z.B. bei Smartphones wie von Huawei, Oppo oder Xiaomi. Bei Software allerdings hinken sie den Amerikanern deutlich hinterher. Das mag sich mit Themen wie AI ändern, da es in keinem anderen Land eine so konzentrierte und umfassende Investitionswelle in diese Richtung gibt. China ist das Opec-Land der Daten und jetzt schon kommen die meist-zitierten Publikationen zu AI aus China und auch die meisten Patenanmeldungen.

AsiaFundManagers.com: Welche asiatischen Technologiewerte haben das Potenzial, auch global eine führende Rolle einzunehmen?

Baki Irmak: Es gibt ja heute schon seit Jahrzenten asiatische Unternehmen, die international große Erfolge feiern wie Sony, Toyota oder Samsung. Neben Alibaba, Tencent und Baidu halten wir im Portfolio des Digital Leaders Funds den weltgrößten Auftragsfertiger in der Halbleiterindustrie, nämlich TSMC.

Daneben haben wir auch eine große Position in Samsung. Wir denken, dass die neue Smartphone-Generation der Koreaner sehr erfolgreich seien wird und Samsung von dem Turnaround der Chip-Preise überdurchschnittlich profitiert. Opera ist wohl das ungewöhnlichste Unternehmen in unserem Fonds. Ursprünglich ein reiner Browser-Anbieter skaliert Opera heute in atemberaubender Geschwindigkeit Services wie News, Microlending, Fahrt- und Lieferdienste in diversen Schwellenländern hoch.

AsiaFundManagers.com: Die politischen Streitigkeiten zwischen den USA und China werden zu Lasten der Unternehmen ausgetragen, wie man am Beispiel von Huawei sehen kann. Welche Folgen hat der Handelskonflikt für Technologieunternehmen in West und Ost?

Baki Irmak: Der ganze Konflikt um Huawei zeigt, wie groß die internationalen Abhängigkeiten sind und keiner die Folgen abschätzen kann. Ein Angriff auf Huawei ist ein Angriff auf China, und das haben die Chinesen sehr deutlich gemacht. Zudem drohte plötzlich in diesem Konflikt nicht nur Huawei zu verlieren, sondern auch Apple, Alphabet und die viele amerikanischen Chiphersteller wie Qualcomm, Intel und Micron Technology. Wenn auch Samsung und Ericsson kurzfristig als die lachenden Dritten erschienen, so geben beide zu, dass mit so einem Konflikt das Ausrollen des 5G-Netzes deutlich länger dauern würde und somit auch beide belasten könnte.

AsiaFundManagers.com: Vielen Dank für das Interview.

 

Baki Irmak

Baki Irmak über den Kampf FAANG gegen BAT.Co-Founder und Fondsmanager des The Digital Leaders Fund

Zuvor war Baki Irmak viele Jahre in leitender Funktion für den Deutsche Bank Konzern und DWS tätig. Zuletzt u.a. als Global Head of Digital Business für die Deutsche Asset & Wealth Management und Mitglied im Digital Executive Committee der Deutschen Bank in London. Seine berufliche Laufbahn hat er als Fondsmanager für Technologie, Telekommunikation und Medien für BHF Trust begonnen. Danach war er Fondsmanager bei der Commerzbank und ABN Amro.