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Wie die Halbleiter-Knappheit Asien beeinträchtigt

semiconductor chip shortage

2021 hat die Halbleiter-Knappheit die asiatischen Volkswirtschaften schwer getroffen. Neben den Herausforderungen, die die Covid-19-Pandemie mit sich brachte, stehen einige der großen Volkswirtschaften der Region vor diesem neuen Problem: Für Verbraucher ist vielerorts der Kauf neuer elektronischer Geräte erschwert. Der Auslöser ist die Knappheit bei Halbleiterchips, die Hauptbestandteil fast aller elektronischer Geräte sind.

In Zeiten wo Verbraucher unzufrieden sind mit den langen Wartezeiten, finden es Hersteller schwer, ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Die Knappheit an Halbleitern hat weltweit verschiedene Sektoren und Industrien betroffen. Das knappe Angebot hat die Automobilindustrie und Technologieunternehmen gleichermaßen getroffen, ganze Industrien über ganz Asien hinweg sehen sich einer plötzlichen Versorgungslücke gegenüber. China, Taiwan, Japan, Indonesien, Südkorea, Indien und Malaysia sind derzeit besonders schwer von der Halbleiter-Knappheit betroffen. Zurückzuführen ist das auf die Abhängigkeit der Hersteller von Auto und Unterhaltungselektronik von einer ununterbrochenen Lieferung von Halbleitern.

Unternehmen als auch Regierungen, haben sich dieser Herausforderung gestellt. Um die globale Knappheit zu überwinden, werden neue Strategien implementiert, damit ein solcher Versorgungsengpass sich in der Zukunft nicht wiederholt.

Gründe für die Halbleiter-Knappheit

Der aktuelle Mangel an Halbleiter ist auf mehreren Gründen von Produktionsstörungen zurückzuführen. Diese reichen von Unwettern in Texas, bis zum Brand einer japanischen Halbleiterfirma. Laut Cisco, haben Veränderungen in den Nachfrage- und Lieferstrukturen dazu geführt, dass der Versorgungsengpass bis zu sechs Monate dauern könnte.

Mit diesen Produktionsstörungen geht eine massive Steigerung der Nachfrage der Technologie- und Autohersteller einher. Weiter verschärft wurde die Situation durch weltweite Produktionsstillstände auf Grund von Covid-19, die zu Engpässen geführt und die Halbleiterreserven aufgebraucht haben.

Am gravierendsten zeigte sich Covid-19-Pandemie, die alle Industrien auf globaler Ebene traf. Länder waren zu landesweiten Ausgangssperren gezwungen, was zu Schwankungen in der Nachfrage von Verbraucherelektronik geführt hat. Samsung Handys haben beispielsweise während der Pandemie Rekordgewinne verzeichnet. Viele Unternehmen die nicht imstande waren, diese Nachfragesteigerung vorherzusehen, mussten viele Produkte als „nicht lieferbar“ melden.

Dazu ist auch der Preis von Silikon, der primäre Bestandteil von Halbleitern, in die Höhe geschossen. Der Grund für den Preisanstieg: der für Covid-19-Impfstoff verwendete Silikon und für die Herstellung der Halbleiter, ist ein und derselbe Rohstoff.

Die am härtesten betroffenen Industrien

Industrien, die durch die Knappheit an Halbleitern betroffen sind, haben sich bereits durch ein schweres 2020 durchkämpfen müssen, mit Ausgangssperren, nicht erreichte Absatzzahlen, etc. Von KMUs zu Großkonzernen, haben Unternehmen drastische Maßnahmen treffen müssen, um diese Zeit zu überstehen.

Laut Goldman Sachs, hat sich die Halbleiter-Knappheit auf 169 Industrien ausgewirkt und könnte weit in das Jahr 2022 andauern. Die am stärksten betroffenen Sektoren sind führende Verbrauchersektoren wie Automobil, Handy, Computer und Unterhaltungselektronik.

Große Automobilunternehmen berichten von Schichtkündigungen, sinkende Absätze und Produktionsrückgängen. Unterdessen erwarten Unternehmen der Unterhaltungselektronik, wie Sony und Microsoft, die Umsatzziele für ihre aktuellsten Vorzeigekonsolen zu verfehlen.

Die möglicherweise schwerste Wunde durch die Verknappung des Halbleiterangebots hat Samsung hinnehmen müssen. Als der weltgrößte Käufer von Chips, könnte Samsung möglicherweise aufgrund der Verknappung, die Markteinführung seiner neuen Smartphones verschieben.

Von der Pandemie betroffene Unternehmen berichten nun über verminderte Umsätze aufgrund der Halbleiter-Knappheit. Großhersteller wie Apple, Samsung, und Caterpillar haben von den Auswirkungen der Verknappung gewarnt, was das große Ausmaß der Krise verdeutlicht.

75% der weltweiten Halbleiter werden in Ostasien hergestellt. Zusammen mit Japan und andere ostasiatische Länder, leiden Chinas und Taiwans Volkswirtschaften vom Mangel an Halbleitern und suchen nach Wegen, um mit dem Problem zurechtzukommen.

Wie Unternehmen mit dem Chipmangel umgehen

Angeregt durch die Ministry of Economic Affairs, wird Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC), der weltgrößte Hersteller von Halbleitern, die Produktion ankurbeln und neue Produktionsstätten einrichten, um die rasch steigende Nachfrage zu decken.

Der taiwanesische Gigant hat Pläne zur Erhöhung der Produktionskapazität veröffentlicht, um das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage wiederherzustellen, indem das Unternehmen über die nächsten drei Jahre hinweg bis zu 100 Mrd. USD in neuen Produktionsstätten investieren will.

Da China gut aufgestellt ist, ausländische Investoren für ihre Projekte in der Halbleiterproduktion anzulocken, hat sich China als ehrgeizige Konkurrenz unter den Halbleiterproduzenten etabliert. Regierungsunterstützung und Förderungen, als auch US-Sanktionen, haben als Antrieb für diesen Schritt gedient. Chinas umfassender „Made in China 2025“ Plan zur Automatisierung beinhaltet detaillierte Richtlinien, wie das Land bis 2025 Halbleiter-Selbständigkeit erreichen kann, indem es seine Produktionskapazitäten ausreizt.

Indien berichtet von einem 5–10 % Rückgang bei Laptops und PCs aufgrund der Halbleiter-Knappheit und hofft, dass die Stabilität der Nachfrage in den nächsten Quartalen wiederhergestellt wird, indem sie örtliche Hersteller den Vorzug geben.

Die USA wiederum setzen auf mehr Unabhängigkeit und haben Beschränkungen auf den Verkauf Halbleitern nach China erlassen und planen weitere Sanktionen. US-Präsident Joe Biden will sein Land zum führenden Computerchip-Produzenten der Welt machen.