Start News Hohe Arbeitslosenzahlen verschärfen die Covid-19-Krise in Asien

Hohe Arbeitslosenzahlen verschärfen die Covid-19-Krise in Asien

1,5 Jahre nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie, stellt Covid-19 noch immer eine der Hauptsorgen für die Welt dar. Laut der Ipsos Mai 2021 Umfrage “What Worries the World”, sagten 42% der Befragten weltweit, dass das Coronavirus die Hauptsorge ihres Landes sei, gefolgt von Arbeitslosigkeit an zweiter Stelle. Tatsächlich hat die Pandemie mit Gegenmaßnahmen wie Lockdowns und Reisebeschränkungen, die Arbeitslosenrate weltweit in die Höhe getrieben. In Asien ist Tourismus einer der Hauptsektoren vieler etablierter und wachsender Volkswirtschaften. Der Tourismussektor hat die Effekte der Pandemie besonders hart zu spüren bekommen, mit monatelangen Schließungen in der Reise- und Freizeitindustrie.

Führende asiatische Regierungen haben Pläne für die schrittweise Erholung der Arbeitslosigkeit angekündigt. Experten vertreten aber die Meinung, dass diese Staaten ihre Systeme und politischen Richtlinien weiter überarbeiten müssen, um die Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen.

Größere Nationen wie Japan und China haben vielversprechende Fortschritte gezeigt. Auf der anderen Seite kämpfen Indien, Indonesien und die Philippinen stark mit der von Covid-19 verursachten Arbeitslosigkeit.

Dank solider Infrastruktur und intensiver staatlicher Finanzierung hat Japan es geschafft, die Arbeitslosenkrise unter Kontrolle zu halten. Japans Arbeitslosenquote fiel von 3,0% im Dezember 2020 auf 2,6% im Mai 2021. Das unabhängige Wirtschaftsforschungsunternehmen Capital Economics erwartet, dass die Arbeitslosigkeit für das Jahr 2021 um 2,7% kreisen wird. Im Vergleich lag die letztjährige Arbeitslosenquote Japans bei 2,34%.

Einer der größten Arbeitgeber Japans, die Gesundheitsindustrie, hat aufgrund der Pandemie einen Wachstumsschub erhalten und dadurch eine wesentliche Rolle in der Senkung der japanischen Arbeitslosenquote gespielt. Auf der anderen Seite, ist der Dienstleistungssektor der von der Pandemie am stärksten betroffene Sektor und Anfang Mai hat das Land zudem einen neuen Ausnahmezustand verhängt. Angeführt durch die Lockerung der internationalen Handelsbeschränkungen, haben sich Japans Produktionsgiganten erholt und ihre Produkte in Rekordzahlen exportiert. All das hat die japanische Arbeitslosenkrise gedämpft.

China kämpft mit Arbeitskräftemangel

Chinas Arbeitsmarkt ist, dank des industriellen Rückgrats, auch in2021 weiter auf dem Weg der Erholung.  Die Industrieproduktion der zweitgrößten Weltwirtschaft ist, verglichen mit 2020, um 9,8% gewachsen. Gleichzeitig konnte China laut offiziellen Statistiken seine Arbeitslosenrate von 5,4% im Januar 2021, zu 5,1% im April 2021 senken.  Dies ist höher als die 4,2%, die im Jahr 2020 verzeichnet wurde.

Chinas städtische Arbeitslosenquote erholte sich um 5,1% im April 2021, verglichen mit 5,3% im vergangenen Monat und 6,0% im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Junge Leute haben es trotzdem schwer Arbeit zu finden. Die National Bureau of Statistics (NBS) berichtete, dass das Land mit Arbeitskräftemangel und einer hohen Zahl an arbeitslosen Absolventen zu kämpfen hat. Experten schätzen jedoch, dass Chinas internationaler Handel mit zunehmender Einführung der Covid-19-Impfstoffe zu seinem Normalzustand zurückkehren kann. Das wird Chinas Wirtschaft helfen, zurück auf die Füße zu gelangen und die Arbeitslosigkeit unter Kontrolle zu halten.

Malaysia berichtete letztes Jahr eine Rekordarbeitslosigkeit von 4,5%, der höchste Wert seit 1993 als die Arbeitslosenquote 4,1% erreichte. Im Februar 2021, fiel die Quote in Malaysia um 0.1% auf 4,8% von Januar 2021, laut Informationen des Department of Statistics Malaysia (DoSM).

Laut der Malaysian Industrial Development Finance (MIDF), wächst der Anteil der Arbeitskräfte weiter an und erreichte im Februar dieses Jahres einen neuen Höchststand, was wesentlich zum Rückgang der Arbeitslosenquote beitrug. Das war trotz der Verlängerung der sogenannten Movement Control Order (MCO) 2.0 in fast allen Bundesstaaten, um die Verbreitung der Infektionen zu verhindern. Datuk Saravanan, Minister für Humanressourcen, sagte er erwarte, dass die Arbeitslosenquote 2021 auf 4,3% sinken würde.

Trübe Beschäftigungsaussichten in Indien

Indien hat seit Januar 2021 einen beispiellosen Anstieg in der Zahl der Covid-19 Fälle verzeichnet. Mit täglich mehr als 250.000 bestätigten Covid-19 Fällen, musste Indien wieder strikte Ausgangssperren einführen, um die Zahl der Infektionen einzudämmen. Das hat in Indien zu schwachen Beschäftigungsprognosen geführt, dem nach China bevölkerungsreichste Land der Welt.  Laut der Centre for Monitoring Indian Economy (CMIE), hat die Arbeitslosenrate in Indien im April 2021 etwa 8% erreicht – ein Viermonatshoch nach 6,5% im März. Das Ergebnis ist eine alarmierende Arbeitslosenkrise, die über 120 Millionen unorganisierte Arbeitskräfte betrifft. Laut den Daten von CMIE, erreichte Indiens Arbeitslosenrate 7,11% im Dezember letzten Jahres.

Indonesien, die größte Wirtschaft Südostasiens, kämpft ebenfalls gegen die steigenden Arbeitslosenzahlen. Während Indonesien es geschafft hat, die täglichen Fälle von Covid-19 unter 5000 zu halten, bleiben strikte Maßnahmen in Kraft. Die indonesische Regierung hat im April 2021 beispielsweise seinen Staatsbürgern verboten, während Ramadan nach Indonesien zurückzukehren. Daten von Indonesia Statistics Office zeigen deutlich, dass zumindest 29,12 Millionen Leute, innerhalb Indonesiens erwerbsfähigen Bevölkerungsanteils, von der Pandemie betroffen waren. Im Februar 2021 blieb die nationale Arbeitslosenquote mit 6,26%, das sind 8,75 Millionen unbeschäftigte Arbeiter, auf einem hohen Niveau, laut den Daten des Statistics Indonesia (BPS). Ein Rückgang von 7% im Vergleich zu 2020, das auf Schutzmaßnahmen der Regierung zurückzuführen ist. Die Regierung stellte 37 Mrd. RP für Subventionen und Trainingsprogramme für beschäftigungslose Arbeiter zusammen und verlängerte ihren Zeitrahmen bis 2021.

Die philippinische Regierung verhängte multiple Lockdowns, die Unternehmen belastete und zu Verlusten von Arbeitsplätzen führte.  Diese Sicherheitsmaßnahmen trafen die philippinische Wirtschaft schwer, da 57% der Filipinos im Dienstleistungssektor arbeiten. Strenge Einschränkungen gegen soziale Zusammenkünfte, ließen viele in der Dienstleistungsindustrie ohne Beschäftigung zurück. Daten der National Economic and Development Authority (Neda) zeigen, dass die Philippinen der schlechteste Arbeitsmarkt im aufstrebenden Asien sind. Grund dafür ist, dass Philippinen den größten Anteil an Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung in der Region haben.

Die Zahl der alten und jungen Leute, die in die Arbeitsbeschäftigung traten, erhöhte sich während der Lockerungen der Covid-19-Maßnahmen jedoch drastisch. Im März hatte das Land eine Arbeitslosenquote von 7,1%, was 4,2 Millionen Arbeitslose Filipinos bedeutete. Das war die niedrigste Rate seit April letzten Jahres, als das Land eine Arbeitslosenquote von 17,7% verzeichnete.