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Malaysia setzt auf Wachstum der digitalen Wirtschaft

Malaysia banks on building its digital economy
Kualar Lumpur, Malaysia

Malaysia setzt auf die Digitalisierung seiner Wirtschaft. Ein Schritt, der durch die Covid-19-Pandemie nur noch beschleunigt wurde. Laut Datuk Seri Mustapa Mohamed, Minister im Wirtschaftsressort des Premierministers, wird die digitale Wirtschaft Malaysias bis 2025 voraussichtlich 25,5% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitragen. Im Jahr 2020 lag der Beitrag bei 22,6%.

Nach Ansicht des Ministers muss das Land die Chancen der digitalen Transformation nutzen, da sie für den wirtschaftlichen Aufschwung von entscheidender Bedeutung sind und zur künftigen wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit Malaysias beitragen können.

Malaysias wachsendes digitales Ökosystem

Laut dem e-Conomy SEA Report wird die gesamte Internetwirtschaft Malaysias in diesem Jahr voraussichtlich einen Bruttowarenwert (GMV) von 21 Mrd. USD erreichen und bis 2025 auf 35 Mrd. USD anwachsen. Laut der Studie vom Dezember hat die Pandemie zu einer dauerhaften Verschiebung der digitalen Nutzung in Malaysia geführt, wobei 81% aller Internetnutzer jetzt digitale Dienste nutzen.

Mustapa erklärte, dass insbesondere der E-Commerce ein robustes Wachstum von 26,5% verzeichnete, wobei die E-Commerce-Einnahmen der Unternehmen im dritten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 17,1% stiegen und insgesamt 66,3 Mrd. USD erreichten.

Die Bemühungen um die Digitalisierung haben die Wirtschaft Malaysias verändert, die im Online-Service-Index (OSI) 2020 auf Platz 24 geklettert ist, gegenüber Platz 40 im Jahr 2016. Malaysias Ziel ist es im OSI-Ranking bis 2025 auf Platz 12 zu kommen. Der OSI ist Teil des UN E-Government Development Index, der die UN-Mitgliedstaaten in Bezug auf die digitale Verwaltung einstuft.

Mustapa zufolge wird die Expansion der digitalen Wirtschaft durch die sich verbessernde Internetanbindung Malaysias ermöglicht, die im Jahr 2020 bei 93,5% in städtischen und 83,9% in ländlichen Haushalten lag.

Darüber hinaus hat das Land erhebliche Fortschritte im digitalen Bankwesen gemacht. Zuvor von Bargeld dominiert, sind mittlerweile Online-Zahlungen weit verbreitet, was vor allem durch die wachsende Zahl von Bankkunden und eine zunehmende Akzeptanz bei Händlern begünstigt wurde.

Im Jahr 2020 wurden über 170 E-Payment-Transaktionen pro Kopf durchgeführt und die Bevölkerungsabdeckung für 4G-Mobilfunkdienste lag bei 95%.

Wie treibt Malaysia die digitale Entwicklung voran?

Die Regierung hat mehrere Initiativen ergriffen, die die Einführung der Digitalisierung und neuer Technologien vorantreiben sollen. Um die digitale Infrastruktur des Landes zu stärken, hat Premierminister Muhyiddin Yassin am 19. Februar 2021 die Initiative MyDIGITAL ins Leben gerufen. Das Projekt zielt darauf ab, „Malaysia bis 2030 in ein digitales und technologiegetriebenes Land mit hohem Einkommen zu verwandeln und eine regionale Führungsrolle in der digitalen Wirtschaft einzunehmen“.

Der Plan soll Investments in Höhe von 16,8 Mrd. USD anziehen, um die Digitalisierung zu beschleunigen und bis 2025 500.000 neue Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft zu schaffen. Bis dahin will die Regierung auch 875.000 Kleinst-, Klein- und mittelständische Unternehmen an E-Commerce anbinden.

Im Februar hatte Malaysia mit dem Digital Economy Blueprint einen Zehnjahresplan vorgestellt, der einen reibungslosen Übergang zur vierten industriellen Revolution (4IR) gewährleisten soll, die Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz (KI), das Internet der Dinge (IoT)/5G, Automatisierung und Blockchain umfasst. Zu den Maßnahmen, die im Rahmen der Initiative umgesetzt werden, gehören die Beschleunigung der Einführung wichtiger Ökosystemkomponenten, die Digitalisierung bestehender Industrien und die Entwicklung neuer digitaler Industrien als künftige wirtschaftliche Wachstumsmotoren. Darüberhinaus soll der New Industrial Master Plan 2022-2033 die lokalen Industrien dazu bewegen, ihre Digitalisierungsbemühungen zu verstärken und die Vorteile der 4IR-Transformation voll auszuschöpfen.

Um die Produktivität zu steigern, kündigte die malaysische Regierung im Februar zudem an eine Nationale Robotik-Roadmap (NRR) zu entwickeln, um die Roboterdichte des Landes von nur 55 Robotern pro 10.000 Arbeitnehmer im Jahr 2019 auf 195 Roboter pro 10.000 Arbeitnehmer im Jahr 2030 zu steigern.

Produktivität soll dank digitaler Pläne steigen

Malaysia beabsichtigt die Produktivität bis 2030 in allen Wirtschaftssektoren um 30% zu steigern. Dazu sollen wichtige Wirtschaftssektoren wie das verarbeitende Gewerbe modernisiert werden, um im größeren globalen Ökosystem wettbewerbsfähig zu sein.

Für eine reibungslose öffentliche Verwaltung arbeiten der Nationale Rat für digitale Wirtschaft und die Vierte Industrielle Revolution (MED4IR) der Regierung zusammen, um Initiativen für die digitale Wirtschaft auf Landes- und Lokalebene mit dem Plan für die digitale Wirtschaft Malaysias (MyDIGITAL) in Einklang zu bringen.

Die Regierung kündigte außerdem an, dass sie bis Ende 2022 80% der öffentlichen Daten in ein hybrides Cloud-System migrieren will, als Teil einer „Cloud First“-Strategie.

Der Schlüssel zur digitalen Entwicklung ist dabei eine starke Konnektivitätsbasis. Um die Internetabdeckung und Breitbandqualität in Malaysia zu verbessern und das Land auf die Einführung von 5G vorzubereiten, wurde ein weiterer Plan namens Jalinan Digital Negara (JENDELA) ins Leben gerufen. Er sieht über einen Zeitraum von fünf Jahren Investitionen in Höhe von 5,2 Mrd. USD vor. Das Glasfasernetz soll schrittweise etwa 100% der besiedelten Gebiete abdecken, beginnend mit 7,5 Millionen Haushalten bis Ende 2022 und fortschreitend auf 9 Millionen Haushalte bis Ende 2025.

Nach Angaben des Malaysian Institute of Economic Research würde 5G bis 2025 einen Beitrag von 2 Mrd. USD zum BIP Malaysias leisten.