Start News Gegen den Plastikmüll in Asien: Verbote und heftige Geldstrafen

Gegen den Plastikmüll in Asien: Verbote und heftige Geldstrafen

Gegen Plastikmüll: Greenpeace arbeitet mit NGO's zusammen, um ein riesiges Plastik-Monster zu schaffen, das gegen Einwegplastik in Jakarta demonstriert.
Ein riesiges Plastik-Monster bei einer Anti-Plastik Massenkundgebung in Jakarta. Quelle: Jurnasyanto Sukarno / Greenpeace

Die Asien-Pazifik-Region hat die schlechteste Erfolgsbilanz bei der Entsorgung von Plastikmüll. Laut einem Bericht von Our World in Data macht die Region rund 60% der weltweit schlecht gemanagten Kunststoffabfälle aus. China trägt mit rund 28% am stärksten zur globalen unzureichenden Abfallentsorgung bei. Indonesien folgt mit 10%, und die Philippinen und Vietnam machen zusammen 12% aus. Insgesamt trägt Asien kontinuierlich über 80% zur Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll bei. Der Mekong-Fluss, der durch sechs Länder von China bis Vietnam fließt, hat sich zu einer der zehn größten Abfallquellen für Plastikabfälle im Meer entwickelt.

Die Verschmutzung durch Plastikmüll hat in der Region zu großer Besorgnis geführt. Die Kunststoffflut schädigt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wirtschaft, z.B. durch Beeinträchtigung der Fischerei und des Tourismussektors. Asiatische Regierungen versuchen daher, verschiedene Strategien und Maßnahmen zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung durch Kunststoffe zu ergreifen, einschließlich des Verbots von Kunststoffartikeln und der Verhängung hoher Geldbußen.

Konkrete Schritte zur Verringerung der Belastung durch Plastikmüll in Südostasien

Im vergangenen Juni haben sich die Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel in Japan verpflichtet, die Meeresverschmutzung durch Plastik bis 2050 vollständig zu beseitigen. Im Rahmen der „Osaka Blue Ocean Vision“ versprachen sie konkrete Schritte dafür zu unternehmen. Als einziges südostasiatisches G20-Mitglied wird Indonesien ab Juli ein Verbot von Plastiktüten auf Bali umsetzen und im weiteren Verlauf des Jahres auf andere Teile des Landes ausdehnen.

Auch andere ASEAN-Länder intensivieren ihr Engagement bei der Bewältigung von Plastikmüll. Im April genehmigte das thailändische Kabinett einen Fahrplan zur Reduzierung von Kunststoffabfällen für die Jahre 2018-2030. Bis 2022 sollen Einweg-Plastikbecher und -halme sowie Plastiktüten und Schaumstoffbehälter verboten werden. Auf den Philippinen diskutiert der Kongress derzeit Gesetze zum Verbot von Einweg-Plastikhalmen und -tüten. Das Gesetz sieht Strafen für Restaurants vor, die dabei erwischt werden, Plastikstrohhalme und Rührstäbchen anzubieten – angefangen von einer Geldstrafe von 977 USD bis hin zu einer einjährigen Aussetzung der Geschäftserlaubnis.

Plastikverschmutzung: Strenges Mülltrennungsgesetz in China

Unterdessen hat der chinesische Präsident Xi Jinping die Bedeutung der Mülltrennung für die Gesellschaft hervorgehoben. Er betonte, dass neue Gewohnheiten zur Mülltrennung zu einer grünen und nachhaltigen Entwicklung beitragen können.

China hat ehrgeizige Pläne, seine Recyclingquote durch Mülltrennung zu erhöhen. Seit Anfang Juli müssen die Bewohner Shanghais ihre Abfälle in vier Kategorien einteilen: nasse, trockene, recycelbare Abfälle und Sondermüll. Personen, die gegen die Regel verstoßen, drohen Geldbußen von etwa 30 US-Dollar, während Unternehmen mit Geldstrafen zwischen 7.270 und 72.700 US-Dollar bestraft werden können.

Nach dem neuen Gesetz hofft China, die Recyclingquote des Landes bis Ende nächsten Jahres in 46 chinesischen Städten auf 35% zu steigern. Bis 2025 will China ein landesweites System zur Sortierung von städtischem Abfall einführen.

Beitrag des Privatsektors zur Bekämpfung des Plastikmülls

Laut Persistence Market Research werden im nächsten Jahr voraussichtlich rund drei Viertel der Biokunststoffe weltweit in Asien-Pazifik produziert. Der gleiche Bericht prognostiziert, dass der weltweite Marktwert für Verpackungen aus Biokunststoffen bis 2020 28,5 Milliarden USD erreichen wird und sich damit im Vergleich zu 2014 versiebenfacht hat.

Einige private Unternehmen in Südostasien haben damit begonnen, Kunststoffprodukte wie Strohhalme und Tüten durch recycelbare Materialien zu ersetzen. Nguyen Thanh Phuong von der vietnamesischen Umweltbehörde sagte auf einer internationalen Konferenz zum Thema Kunststoffabfälle im Juni in Ho-Chi-Minh City, dass immer mehr Unternehmen Plastikalternativen wie Reis- oder Bambushalme verwenden. Darüber hinaus sagte er, dass ein Hersteller mikrobiologische Pappbecher, Mikrobeutel und Mikrolöffel entwickelt, um herkömmliche Kunststoffprodukte zu ersetzen.

In Indonesien führte Asia Pulp and Paper – eines der größten Zellstoff- und Papierunternehmen der Welt – biologisch abbaubare Lebensmittelverpackungen ein, die sich innerhalb von 12 Wochen zersetzen können. In Thailand investierte das größte Energieunternehmen des Landes, PTT, 2016 fast 2 Milliarden USD in Biokunststoffe und biobasierte Produktion.

Ein Bericht des Thailand Board of Investment prognostiziert, dass Asien zu einer wichtigen Produktionsdrehscheibe für biologisch abbaubare Produkte werden wird. Demnach werden bis 2021 45% der Biokunststoffe in Asien produziert.

Sensibilisierung für ESG bei Investitionen

Darüber hinaus wächst auch das Bewusstsein für neue nachhaltige Anlagestrategien. Globale Investoren erweitern ihr Portfolio um Umwelt-, Sozial- und Governance-Produkte (ESG), wie eine Untersuchung des Asian Venture Philanthropy Network (AVPN) ergab. Auch immer mehr Regierungen integrieren ESG in Investmentfonds. Der japanisch Government Pension Investment Fund (GPIF) hat sich zum Ziel gesetzt, 10% seines Portfolios in ESG-konforme Vermögenswerte umzuwandeln. Der thailändische Government Pension Fund hat 2018 ebenfalls ein ESG-orientiertes Portfolio aufgelegt.