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SEA-Investoren tendieren vermehrt zu risikoreicheren Anlageklassen

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Schroder Survey SEA investors

Südostasiatische Privatanleger tendieren aufgrund der Pandemie-bedingten schwierigen Wirtschaftslage offenbar vermehrt zu risikoreichen Anlageklassen, so eine vor kurzem veröffentlichte Studie von Schroders.

In der Schroders Global Investor Study 2021 wurden 24.000 Personen aus 33 Ländern befragt, darunter aus Indonesien, Malaysia, Singapur und Thailand.

Laut der Studie legen 40% der Investoren aus südostasiatischen Märkten (37% weltweit) ein risikoreicheres Investmentverhalten an den Tag. Dieser Trend war in südostasiatischen Nationen wie Thailand (42%), Indonesien (40%), Singapur (40%) und Malaysia (38%) stärker ausgeprägt.

Die Befragten waren eher bereit, auf risikoreiche Investments zu setzen, um höhere Renditen zu erzielen, auch wenn die meisten mehr in Ersparnisse oder risikoarme Investments investierten. Neben der durch Covid-19 verursachten wirtschaftlichen Unsicherheit hätten auch ein Niedrigzinsumfeld sowie anhaltende Sorgen aufgrund der steigenden Inflation risikoreichere Investmententscheidungen attraktiver gemacht, so die Analysten.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen das Gefühl haben, angesichts der vorherrschenden Pandemie mehr Risiken eingehen zu müssen, um Renditen zu erzielen“, sagte Lesley-Ann Morgan, Leiterin der Abteilung Multi-Asset Strategy bei Schroders.

Darüber hinaus gaben 56% der südostasiatischen Befragten (gegenüber 53% weltweit) an, dass sie bei einem Null- oder Negativzinsszenario risikoreichere Investments tätigen würden. In Asien insgesamt gaben 59% der Investoren an, dass sie am ehesten unter Niedrigzinsbedingungen risikoreichere Investments tätigen würden, im Vergleich zu 53% in den USA und 49% in Europa.

Insgesamt zeigten die Befragten eine hohe Risikobereitschaft, obwohl 68% der südostasiatischen Investoren (63% weltweit) der Meinung waren, dass sich ‚die Anlageperformance auf ihre psychische Gesundheit auswirke‘.

Was die Altersgruppen betrifft, so zeigten die Befragten eine unterschiedliche Neigung zu risikoreichen Investments. Dabei seien eher jüngere Investoren aus Indonesien und Singapur bereit, ein Risiko einzugehen, so der Bericht. In Malaysia waren es Investoren im Alter von 38-50 Jahren, die risikoreichere Investments tätigen würden, um höhere Renditen zu erzielen. Und in Thailand erwies sich die ältere Generation der Investoren als am risikofreudigsten.

Der Boom der aufstrebenden Sektoren

Eine beträchtliche Anzahl der befragten Investoren gab an, dass sie 2020 zum ersten Mal in risikoreichere Anlageklassen aus aufstrebenden Sektoren wie Elektrofahrzeuge, Kryptowährungen und Biotechnologie investiert hätten, um Renditen zu erzielen.

Während Aktien im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen und Kryptowährungen gemeinsam an erster Stelle standen (28%), belegten Biotech- bzw. Pharmafonds den dritten Platz (26%), gefolgt von Internet- und Technologieaktien an vierter Stelle (25%).

Darüber hinaus zeigte die Schroders-Studie, dass 46% der südostasiatischen Investoren (gegenüber 33% weltweit) risikoreiche Kryptowährungen in Betracht ziehen.

Auch wiesen südostasiatische Investoren im vergangenen Jahr ein hohes Interesse an Internet- und Technologieaktien (63%) auf, wobei die hohe Allokationsrate in Edelmetalle (60%) deutlich macht, dass ihre Aussichten nicht unbedingt bullisch sind. Zudem zeigten 59% der Befragten Interesse an Immobilieninvestitionen.