Start News Shein – China Unternehmen auf Erfolgskurs

Shein – China Unternehmen auf Erfolgskurs

Das chinesische E-Commerce-Unternehmen Shein ist lokal kaum bekannt, erobert derzeit aber den globalen Fast-Fashion-Markt im Sturm. Der in Nanjing ansässige Modehändler wurde 2008 gegründet und versendet nur in ausländische Märkte. Er betreibt Webseiten in 220 Ländern, darunter Länder in Europa und Asien, Australien, Russland und die USA.

Der Schwerpunkt des chinesischen Modeunternehmens liegt auf Damenmode, aber es bietet auch andere Modeartikel an, wie Herrenbekleidung, Kinderkleidung, Accessoires, Schuhe und Taschen.

Obwohl die genauen Finanzzahlen von Shein nicht bekannt sind, wird der Umsatz des chinesischen Unternehmens auf etwa 10 Mrd. USD im Jahr 2020 geschätzt, was einem Anstieg von fast 250% gegenüber Schätzungen für das Vorjahr entspricht. „Shein könnte bis 2022 Zara hinsichtlich des Umsatzes überholen“, schrieb der Analyst Douglas Kim auf Smartkarma.

Laut Forbes übersteigt die Bewertung von Shein 15 Mrd. USD. Das Unternehmen schloss 2020 eine Serie-E-Finanzierung ab. Gerüchte über einen möglichen Börsengang in Höhe von 47 Mrd. USD sind im Umlauf.

Shein – der Aufstieg der ultraschnellen Mode

Der Erfolg von Shein basiert auf seiner Schnelllebigkeit. Laut dem offiziellen WeChat-Konto kontrolliert das Unternehmen seine gesamte Produktionskette, vom Design über die Beschaffung bis hin zur Herstellung.

Shein stellt nur kleine Mengen von Tausenden von Designs her und erhöht dann die Produktion derjenigen, die am beliebtesten sind. Das Unternehmen stellt in der Regel jeden Tag 500 neue Artikel auf seine Plattform, während der europäische Fast-Fashion-Einzelhändler Zara nur 12.000 neue Designs pro Jahr auf den Markt bringt.

Shein zielt vor allem auf die Käufer der Generation Z ab, die zwischen 1997 und 2010 Geborenen, und wirbt aggressiv auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram, wobei das Unternehmen auch Influencer-Kooperationen eingeht. Das Unternehmen verkauft zu sehr niedrigen Preisen und unterbietet damit sogar Konkurrenten wie den Modediscounter Primark oder Zara. Laut Societe Generale verkauft der chinesische Einzelhändler Kleider für die Hälfte des Preises von Zara.

Shein baut zudem auch auf mobile. Die App hat Amazon als die am häufigsten heruntergeladene Shopping-App auf iOS und Android in den USA überholt, wie aus Analysen von App Annie und SensorTower vom Mai 2021 hervorgeht. In 13 Nationen ist Shein unter den Shopping-Apps unter den Spitzen-Apps vertreten. Darüber hinaus belegte die App in 54 Ländern den ersten Platz unter den iOS-Shopping-Apps, darunter Großbritannien, Brasilien, Australien und Deutschland.

Sheins Expansionspläne

Das chinesische Unternehmen hat kürzlich mit der Eröffnung eines neuen Hubs in Singapur nach Südostasien expandiert. In einem Interview mit Marketing-Interactive verriet ein Unternehmenssprecher, dass Shein plant, eine eigenständige Webseite für den malaysischen Markt einzurichten. Wie seine westliche Strategie wird der Onlinehändler in der Region Nischen-, Digital- und Influencer-Marketing für seine Produkte nutzen.

Neben einer Online-Expansion in der Region plant Shein außerdem Pop-up-Stores in Singapur. Auf globaler Ebene hat das chinesische Unternehmen Shein X ins Leben gerufen – ein Programm zur Unterstützung junger Designer. Es wird in diesem Jahr auf Singapur und Südostasien ausgeweitet.

Sheins Erfolg kommt nicht ohne Gegenwind – das Unternehmen hat mit einigen Anschuldigungen wegen Urheberrechtsverletzungen zu kämpfen. AirWair International, Eigentümer der Marke Dr. Marten, hat Shein wegen des Verkaufs von gefälschten Marten-Stiefels verklagt. Auch Levi’s reichte 2018 eine ähnliche Klage in Bezug auf Shein-Produkte mit fast identischen Designs zu Levi’s Marken ein.