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Südostasien Mittelschicht: wachsender Wohlstand

Japan: ein beliebtes Ziel für Asiens Mittelschicht
Japan: ein beliebtes Ziel für Südostasiens Mittelschicht

Asiens Mittelschicht wächst und besonders Südostasien erfreut sich eines höheren Lebensstandards. Da Hunderte von Millionen Asiaten von der unteren zur Mittelschicht aufsteigen, genießen sie zunehmend Freizeitaktivitäten wie z.B. Auslandsreisen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) definiert die Mittelschicht als Haushalte, die zwischen 75% und 200% des mittleren nationalen Einkommens verdienen. Die Organisation prognostiziert, dass die weltweite Mittelschicht bis 2030 4,9 Milliarden erreichen wird, davon 66% aus asiatischen Ländern.

Das Beratungsunternehmen Bain & Company schätzt, dass 50 Millionen neue mittelständische Verbraucher aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Thailand und Vietnam bis 2022 zum verfügbaren Einkommen der Region in Höhe von 300 Milliarden USD beitragen werden.

Südostasien Mittelschicht reist gern nach Japan

Nach jüngsten Daten der Japan National Tourism Organisation hat die Zahl der thailändischen Touristen in Japan die 1 Million überschritten (1,13 Millionen in 2018). Seit die japanische Regierung 2013 die Visumpflicht für Thailänder gelockert hat, ist die Zahl der Touristen deutlich gestiegen.

Auch die Zahl der Japan-Besucher aus Vietnam und den Philippinen ist im Vergleich zum Vorjahr um 26% bzw. 19% gestiegen. Es wird erwartet, dass Touristen aus Südostasien den Großteil des Ziels der japanischen Regierung von 60 Millionen Besuchern bis 2030 ausmachen werden.

Auch die chinesische Mittelschicht ist auf dem Vormarsch. McKinsey & Company schätzen, dass sie bis 2022 auf 550 Millionen anwachsen wird. Die beliebtesten Reiseziele der Chinesen sind Thailand und Japan, so die Statistik der Nationalen Tourismusverwaltung. Aber auch Australien verzeichnet steigende Besucherzahlen aus China. Im Jahr 2018 besuchten 1,3 Millionen Chinesen Down Under, was einem Wachstum von 2,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Darüber hinaus machen chinesische Touristen mehr als 15% des gesamten Inbound-Marktes aus. Im vergangenen Jahr gaben sie auf ihren Australien-Reisen insgesamt 8,2 Milliarden USD aus.

Japanische Elektronik und Kosmetik: beliebt bei südostasiatischen Touristen

Auch Japan profitiert von den Ausgaben seiner ausländischen Gäste. Die Japan Tourism Agency (JTA) schätzt, dass Touristen aus Vietnam in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 durchschnittlich 498 USD pro Person für Einkäufe in Japan ausgegeben haben. Thailändische Touristen gaben etwa 370 USD in japanischen Geschäften aus, während Indonesier und Filipinos jeweils etwa 277 USD ausgaben. Im Vergleich dazu gaben Touristen aus einkommensstärkeren Regionen wie den USA und Europa deutlich weniger für Einkäufe aus, lediglich um die 185 USD.

Bestseller bei südostasiatischen Touristen sind Elektronik und Kosmetik aus Japan, die in der Heimat nicht erhältlich sind.

Die südostasiatische Mittelschicht erreichen: eine Investition

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) beschrieb Südostasien im vergangenen Jahr als den Wachstumspunkt der Auslandsinvestitionen weltweit. Einige wichtige Investitionsvorhaben wurden in Sektoren getätigt, die sich an mittelständische Verbraucher richten. Die ASEAN und die UNCTAD kamen letztes Jahr zu dem Schluss, dass die Region 2017 einen historischen Höchststand an ausländischen Investitionen von 137 Milliarden USD erreichte.

Die Ausrichtung auf die Mittelschicht erfordert jedoch einen spezifischen Ansatz. Basierend auf einer Bain & Company Umfrage gaben etwa 77% der Unternehmer in der Region an, dass die neue Gruppe der mittelständischen Verbraucher ihnen helfen könnte, ihr Geschäft deutlich auszubauen. Allerdings gaben nur 15% dieser Unternehmer an, dass sie auch vollständig auf die neue Zielgruppe vorbereitet seien. Mehr als 50% der Geschäftsleute gaben an, dass ihnen die richtigen Produkte oder Dienstleistungen fehlen. 60% gaben zu, dass es ihnen an einer klaren Marketingstrategie mangelt.