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Die Aktien von Emerging Markets (EM) Unternehmen haben einige harte Jahre hinter sich. Und mit diesen die entsprechenden Emerging Markets Fonds. Seit Anfang 2011 ist der MSCI Emerging Markets Index um 30 Prozent gefallen. Demgegenüber sind die Aktien der Industrieländer – beispielhaft im MSCI World Index dargestellt – um 30 Prozent gestiegen.

Emerging Markets oder Schwellenländer werden immer stärker gleichgesetzt mit den aufsteigenden asiatischen Ökonomien. Das verwundert nicht angesichts der globalen wirtschaftlichen Bedeutung, die alleine die Schwergewichte China und Indien zukommt. Emerging Asia fällt daher eine entscheidende Bedeutung zu.

Asiatische Schwellenländer niedrig bewertet

Unter anderem litten die asiatischen Schwellenländer unter den Auswirkungen einer starken Verlangsamung in China. Dazu schwächelte der Welthandel, die Zahl der politischen Spannungen stieg. Damit sind Aktien aus den asiatischen Schwellenländer im Vergleich zu den entwickelten Märkten heute vergleichsweise niedrig bewertet. Ist es also an der Zeit, sich Emerging Asia unter diesem Aspekt neu anzusehen?

Langfristig gesehen dürften die Aussichten der asiatischen Schwellenländer in der Tat besser sein als die der entwickelten Industrien. Die Rendite für Emerging Markets-Aktien dürften gemäß Analystenschätzungen in den in den nächsten zehn Jahren bei über 10 % liegen. Dagegen liegt die Prognose für Aktien aus entwickelten Märkten im gleichen Zeitraum bei lediglich 6 Prozent pro Jahr.

Aufwertung des US-Dollar als Sonderkonjunktur

Belastend wirkt sich für Schwellenländer der nach wie vor schleppende Welthandel aus. Die strukturelle Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft hat die Nachfrage nach vielen Industriegütern, wie z. B. Kupfer, gedämpft. Die anhaltende Schwäche der allgemeinen Rohstoffpreise kommt jedoch überwiegend den asiatischen Schwellenländern als Nachfrager zugute.

Die Unternehmensbewertungen von Aktien aus den asiatischen Emerging Markets Aktien befinden sich auf attraktiven Niveaus. Das gilt sowohl absolut als auch relativ zu globalen Indizes. So hat die Aufwertung des US-Dollars um 33 Prozent von Mitte 2011 bis Anfang 2016 das Leistungsbilanzdefizit des US-Dollars ausgeweitet und damit zusätzliche Liquidität in US-Dollar generiert. Die natürliche Konsequenz sind wettbewerbsfähigere asiatische/Emerging Markets-Währungen.

Asiatische Schwellenländer boomen

Zur gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit tragen aber auch Investitionen bei, die wieder auf ein gesundes Maß gesunken sind. Nach den Krisen in den Jahren von 1997-2002 hatte erneut ein unglaublicher Investitions-Boom eingesetzt. Die Investitionen in den asiatischen Schwellenländern sind auf ein normales Maß zurückgekommen. Das dürfte ein Indikator für zukünftig steigende Unternehmensgewinne sein.

Die verzögerten Auswirkungen wettbewerbsfähigerer Währungen und zurückhaltender Investitionen dürften zu besseren EBIT führen. Niedrige Rohstoffpreise sollten sich auch in besseren Bedingungen für Asiens Rohstoffimporteure niederschlagen. Beides wiederum wäre die Basis für weiter steigende Kurse.

Staatlicher Einflus ein Hindernis

Chinas Geldpolitik stand zuletzt unter starker Beobachtung. Inzwischen gewinnen die geldpolitischen Maßnahmen an Zugkraft. Angesichts der 250-prozentigen Schuldenquote Chinas im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ist es sinnvoll, den chinesischen Sparern negative Zinssätze für ihre Einlagen aufzuerlegen. Dies ist ein klares Signal, dass die Politik die Schuldendeflation bekämpfen will. Die Maßnahmen sorgen jedoch auch für weiter steigende Immobilienpreise in einem Land, in dem der Immobilienmarkt bereits 57 Prozent des Haushaltsvermögens ausmacht.

Ein Hindernis für die Emerging Markets ist jedoch der hohe Anteil staatlicher Unternehmen. Das gilt besonders für China. In einigen asiatischen Ländern machen Staatsunternehmen 50 Prozent der Marktkapitalisierung aus. Staatsunternehmen haben jedoch seit der Finanzkrise 2009 kontinuierlich unterdurchschnittlich abgeschnitten. Um tiefgreifende Unternehmensreformen werden vielen Schwellenländer daher nicht herumkommen.

Risiken für Emerging Markets Fonds

Die den USA ausgehende Liquiditätsschwemme in die Emerging Markets dürfte ihren Höhepunkt erreicht haben. Neue Korruptionsmeldungen, teureres und weniger verfügbares Kapital sowie eine Verschlechterung der Haushaltslage dürften einen Wendepunkt bei der Reform staatlicher Unternehmen in den aufsteigenden Ländern Asiens einläuten.

Risiken für die asiatischen Schwellenländer gehen von einer Stärkung des US-Dollars, einer Straffung der chinesischen Geldpolitik, einer globalen Rezession oder fehlenden Reform in Emerging Markets von Seiten der Regierung aus. Wägt man Chancen und Risiken ab, scheint die Zeit reif für ein stärkeres Engagement. In asiatischen Emerging Markets sind aktiv gemanagte Investmentfonds das Mittel der Wahl. Uns gefallen insbesondere 3 Fonds.

Emerging Markets Fonds (Asien) im Überblick

Der Schroder ISF Emerging Asia ist ein solider Investmentfonds im Bereich asiatische Aktien ex. Japan. Louisa Lo verwaltet diesen Fonds seit 2002. Die Experten für China-Aktien bringt 24 Jahre Erfahrung in diesem Bereich mit. Angesichts der Bedeutung von China in der Region ist das Management daher gut aufgestellt. Lo und ein Team von 28 Aktienanalysten managen rund 1,7 Mrd. USD. Expertise und Performance lässt sich Schroders mit einer relativ hohen Kostenquote von 1,88% gut bezahlen. Das gilt jedoch auch für die beiden anderen Fonds, die noch höher liegen.

Der Fidelity Emerging Asia verfolgt eine ganz eigene Strategie. Der Schwerpunkt liegt auf Ländern, die zwar ein niedrigeres Bruttoinlandsprodukt pro Kopf-Einkommen aufweisen, aber im Laufe der Zeit ein hohes BIP-Wachstum erzielen dürften. Im Wesentlichen sind dabei Märkte wie Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur ausgeschlossen. Themen des Fonds sind daher die steigende Inlandsnachfrage oder eine aufstrebende Mittelschicht. Portfoliomanager Teera Chanpongsang managt den Fonds seit 2008. Er stieg bereits 1994 als Aktienanalyst bei Fidelity ein.

Technologie-Schwerpunkt beim Allianz Emerging Asia

Dritter im Bunde ist der Allianz Emerging Asia Equity von Allianz Global Investors. Mit einem Volumen von 301 Mio. EUR zählt der Fonds eher zu den kleineren Vertretern. Das hindert Fondsmanager Yuming Pan jedoch nicht daran, ausgezeichnete Ergebnisse zu erzielen. Der Fonds lag in den vergangenen Jahren deutlich jeweils deutlich über dem Kategoriedurchschnitt. Dabei setzt der Emerging Asia Equity vor allem auf schwergewichtige Technologiewerte, darunter Tencent und Alibaba aus China sowie die koreanische Samsung.