Start Anlagestrategie Haier Börsengang: Chinesischer Haushaltsgerätehersteller bald ein D-Share

Haier Börsengang: Chinesischer Haushaltsgerätehersteller bald ein D-Share

Haier Börsengang mit Hausgeräten
Haier Börsengang mit Hausgeräten

Der chinesische Hersteller Qingdao Haier Co., Ltd. strebt ein Börsenlisting in Deutschland an und will Kapital in der Größenordnung um eine Milliarde Euro aufnehmen. Möglich macht den Haier Börsengang das neue D-Shares Segment des Börsen-Joint Ventures CEINEX. Das Listing findet nach deutschen Standards statt, der Handel erfolgt auf dem Handelsystem der Deutschen Börse, Xetra.

Ceinex wurde Ende 2015 von der Deutschen Börse, der Börse Shanghai sowie der China Financial Futures Exchange gegründet. Bislang hatten chinesische Unternehmen Ceinex genutzt, um Anleihen oder Indexfonds in Deutschland zu vertreiben. Mit Haier soll es nun die erste Aktiennotierung geben, nach europäischen Transparenz-Standards.

Haier Börsengang mit deutschen Wurzeln

Haier ist ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in der chinesischen Großstadt Qingdao. Es ist entstanden aus einer Kooperation mit dem europäischen Familienunternehmen Liebherr, dessen Namen auch für den europäischen Klang im Firmennamen der Haier Group sorgt. 1989 gegründet, ist Quingdao Haier mit Küchengeräten wie Kühlschränken in weniger als 30 Jahren zu einem Weltunternehmen für Haushaltsgeräte und Haushalts-Technologie gewachsen. Weltweit finden sich Produktionsstätten und Absatzmärkte. Neue Märkte wie die USA wurden auch durch Übernahmen erschlossen. Zukünftig will das Unternehmen verstärkt in Smart Home-Technologien investieren.

2017 hat das Unternehmen mit mehr als 70.000 Mitarbeitern rund 21 Mrd. EUR umgesetzt und wies einen Gewinn nach Steuern von rund 925 Mio. EUR aus. Es gilt als weltweiter Marktführer bei Kühlschränken, Waschmaschinen und Kühlgeräten mit einem Marktanteil von rund 10 Prozent.  

Haier an der Börse Shanghai gelistet

Das Listing ist bemerkenswert, weil es Anteile von Haier für europäische Investoren verfügbar macht. Zwar ist Qingdao Haier schon seit 1993 an der Börse Shanghai gelistet, aktuell mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 14 Mrd. EUR. Ausländische Investoren konnten bislang aber nur eingeschränkt in Titel investieren, die an den großen Inlandsbörsen Shanghai oder Shengzen gelistet sind und mussten vom Staat gesteuerte Quoten beachten. Grund sind die Kapitalverkehrskontrollen, mit denen China seine Währung steuert. Es kann daher auch davon ausgegangen werden, dass die eingeworbenen Mittel hauptsächlich für die Expansion im Ausland genutzt werden, ähnlich wie beim Tech-Riesen Alibaba.com mit seinem Listing an der Börse New York.  

Das Investment in den Haier Börsengang ist nicht unattraktiv. Das Unternehmen zahlt regelmäßig Dividenden an seine Aktionäre. Die Rechnungslegung erfolgt allerdings nach chinesischen und noch nicht europäischen IFRS-Standards, ist jedoch auch in englischer Sprache verfügbar.  Mit dem Listing in Deutschland wird das Unternehmen auch auf dem hiesigen Markt Veränderungen und Unternehmenszahlen sofort publizieren müssen, damit Aktionäre auf dem Laufenden bleiben können.

Nicht zuletzt könnte Haier auch von der geplanten Aufnahme in den MSCI China und später den MSCi Emerging Markets profitieren, die bei MSCI für den 31. Mai 2018 vorgesehen ist – zusammen mit rund 220 anderen A-Shares.

Jan Altmann ist ETF- und Investmentexperte. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche. Auf AsiaFundManagers.com schreibt er über Anlagestrategien, ETF und Investieren in Asien.