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Chinas Autohersteller drängen nach Thailand und Indonesien

MG konzentriert sich auf den thailändischen Markt.
MG konzentriert sich auf den thailändischen Markt.

Chinas Autohersteller drängen auf die internationalen Märkte, um den starken Wettbewerb im eigenen Land auszugleichen. Die britische Marke MG – im Besitz der chinesischen SAIC Motors, in Partnerschaft mit der thailändischen Charoen Pokphand Gruppe – zielt mit ihrem ersten Pickup-Truck “Extender” auf Thailand ab.

Der thailändische Automobilmarkt wird bisher überwiegend von japanischen Herstellern dominiert. Doch MG hat seinen Marktanteil ausgebaut und in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 die japanische Firma Suzuki überholt. Mit einem Marktanteil von 2,5% war das Unternehmen der achtgrößte Automobilhersteller des Landes.

MG will auch mit Elektrofahrzeugen (EV) auf dem thailändischen Markt punkten und bietet seine Modelle rund 40% günstiger an als den Nissan Leaf. Als Anreiz bietet MG EV-Ladegeräte für zu Hause und Versicherungen kostenlos an. Berichte der Nikkei Asian Review zeigen, dass MG bereits Aufträge für über 1.000 Fahrzeugen erhalten hat. Als jährliches Verkaufsziel hat der Hersteller 2.000 Fahrzeuge angegeben.

Chinas Autohersteller haben schon seit einiger Zeit ein Auge auf den südostasiatischen Markt geworfen. Die Hauptakteure in der Region sind jedoch Japaner, einschließlich Toyota und Honda. Allerdings ist SAIC Motor mit seinen Wuling-Sportfahrzeugen auch in Indonesien mit bis zu 2% Marktanteil erfolgreich. In Malaysia hat die chinesische Zhejiang Geely Holdings 2017 in den seit langem angeschlagenen lokalen Autohersteller Proton investiert.

China Autohersteller im Inland mit “brutaler” Konkurrenz

In China selbst hat die Beijing Automotive Group den Wettbewerb kürzlich als “brutal” bezeichnet. Laut Caixin Global hofft das Unternehmen, den Autoabsatz im Jahr 2020 auf dem Niveau von 2019 zu halten. Die China Association of Automobile Manufacturers sagte im Dezember, dass die Fahrzeugverkäufe im Jahr 2020 um 2% sinken könnten. Die chinesische Automobilindustrie ist mit Einschränkungen durch das sinkende Wirtschaftswachstum, die Auswirkungen der Handelsspannungen und den Wettbewerb durch die Mitfahrdienste konfrontiert.

Ein Bericht des chinesischen Handelsministeriums und des chinesischen Zentrums für Automobiltechnologie und -forschung (China Automotive Technology and Research Centre) zeigt, dass China hofft, die Fahrzeugexporte weltweit anzukurbeln. Dies wäre eine wichtige Maßnahme , um die sinkende Inlandsnachfrage zu bekämpfen. Zudem wurden die Beschränkungen für ausländische Unternehmen gelockert: Ausländische Autohersteller mit lokalen Firmenbeteiligungen dürfen in China für den globalen Markt produzieren. Dies ist ein Strategiewechsel für China, da das Land früher ausländische Automobilhersteller angezogen hat, um Fahrzeuge für den lokalen Markt herzustellen. Als Folge wird erwartet, dass Ford, GM, BMW und Honda die Produktion in China erhöhen, um auch den globalen Markt zu bedienen.

Aufhebung der Beschränkungen zur Unterstützung der Automobilindustrie

Bislang wird in China für 2019 ein Rückgang der Autoexporte um 5% erwartet, der vor allem auf geringere Exporte in die USA zurückzuführen ist. Neben der Aufhebung der Beschränkungen für ausländische Unternehmen, die in China produzieren, wurden auch die Beschränkungen für Unternehmen, die Elektrofahrzeuge mit Elektroantrieb und Hybridantrieb herstellen, aufgehoben.

Der Bericht des Forschungszentrums bestätigt, dass Chinas einheimische Autofirmen planen, ins Ausland zu expandieren. So will Chery Automobile beispielsweise die Exportzahl von 126.993 Fahrzeugen im Jahr 2018 auf 500.000 bis 2025 steigern. Das Unternehmen besitzt Werke in Algerien und Brasilien und will den US-amerikanischen und europäischen Markt anvisieren.

Für China funktionieren New Energy Vehicles bereits gut. Im Jahr 2018 lag der Marktanteil von New Energy Bussen in Europa bei über 20 % und allein in Großbritannien bei über 60 %. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 stieg der Export von New Energy Vehicles um 99,3%.

Im Inland dürfte sich der Fahrzeugabsatz in China zumindest stabilisieren. In ganz Südostasien könnten Chinas Autohersteller auf den regionalen Märkten weiter an Boden gewinnen, aber der Wettbewerb ist intensiv. Chinas Auftritt auf den internationalen Automobilmärkten in der Ferne ist zu beobachten. Besonders die Entwicklung der neuen Energiefahrzeuge und Elektroautos des Landes wird interessant sein.