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Allianz Japan Fonds: Gründe für japanische Aktien

Japanische Aktien Dividenden steigen
Japanische Aktien Dividenden

Wenn die meisten Investoren an Japan denken, ist die erste Reaktion Frustration. Die Aktienmärkte liegen noch immer unter dem Niveau von vor rund 30 Jahren. Zwischendurch gab es einige Rallyes, die inmitten eines langsamen Wirtschaftswachstums und einer deflationären Entwicklung stets schnell abebbten.  

Inzwischen gibt es deutliche Anzeichen für eine nachhaltige Verbesserung in Japan. Premierminister Abe hat die Wahlen mit einer überzeugenden Zweidrittelmehrheit gewonnen. Dies gibt Abe ein klares Mandat, seine aktionärsfreundliche Wirtschaftspolitik fortzusetzen.

Japanische Aktien moderat bewertet

In der Vergangenheit wurden Gewinne am japanischen Aktienmarkt durch den schwachen Yen absorbiert. Seit über einem Jahr gibt es in Japan eine deutlich geringere Korrelation von Aktienmarkt- und Währungsentwicklungen. Im Laufe des letzten Jahres ist der japanische Aktienmarkt gestiegen, während der Yen ebenfalls an Wert gewonnen hat.

Vor allem aber sind die Bewertungen japanischer Aktien vergleichsweise günstig. Das japanische Eigenkapital-KGV ist immer noch auf dem gleichen Niveau wie vor 7 Jahren, trotz Kursgewinnen von mehr als 100 % seitdem.

Allianz Japan Fonds im Portrait

Wir sprachen mit Kazuyuki Terao, Chief Investment Officer bei Allianz Global Investors und Portfoliomanager des 530 Mio. EUR schweren Allianz Japan Equity Fonds über Dividenden, Softbank und Gründe in japanische Aktien zu investieren.

Fondsmanager Terao Kazuyuki managt den Allianz Japan Fonds
Fondsmanager Terao Kazuyuki managt den Allianz Japan Equity Fonds

AsiaFundManagers.com: Die japanische Wirtschaft läuft derzeit auf Hochtouren. Was sind die Wachstumstreiber?

Kazuyuki Terao: Ich würde sagen, dass sich die japanische Wirtschaft definitiv verbessert hat, aber sie läuft nicht mit Höchstgeschwindigkeit. Ein wichtiger bullischer Indikator ist, dass die Arbeitslosenquote unter 3% liegt. Dies hat die Konsumentenstimmung verbessert und unterstützt auch Lohnerhöhungen und den privaten Konsum. Ausschlaggebend war die Stärke der Weltwirtschaft. Japan ist eine sehr exportorientierte Volkswirtschaft und deshalb ist die Stärke der Nachfrage in anderen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt wichtig. Darüber hinaus betreibt die Bank of Japan eine sehr lockere Geldpolitik, beispielweise negative Zinsen, die sowohl der Wirtschaft als auch den Finanzmärkten Liquiditätsimpulse gibt.

Japanische Aktien Dividenden steigen
Japanische Aktien Dividenden

AFM: Die Gewinne japanischer Unternehmen sprudeln und fließen in Dividenden und Rückkaufprogramme. Können die Gewinne nicht sinnvoll reinvestiert werden?

Kazuyuki Terao: Seit dem Zusammenbruch der Vermögensblase in Japan vor mehr als 25 Jahren ist das Management japanischer Unternehmen sehr vorsichtig mit der Art und Weise, wie sie ihr Kapital einsetzen. Über 50% der börsennotierten Unternehmen in Japan verfügen über Nettoliquidität in ihrer Bilanz, die weit über dem Niveau in Europa oder den USA liegt. Bei so niedrigen Zinsen belasten die Renditen dieses liquiden Kapitals die Rentabilität. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen, die sich auf Schlüsselkennzahlen wie die Eigenkapitalrendite konzentrieren, Wege zu einer wertschöpfenden Kapitalverwendung finden. Die Steigerung des Shareholder Value durch höhere Dividenden und Aktienrückkäufe ist eine Option, und ich gehe davon aus, dass wir mehr davon sehen werden. Darüber hinaus haben wir einige Technologieunternehmen und Finanzinstitute gesehen, die Akquisitionen in schnell wachsenden ausländischen Märkten getätigt haben, da der Inlandsmarkt relativ gesättigt ist.

Risiken durch Mehrwertsteuererhöhung

AFM: Der Deflationsgeist ist in Japan allgegenwärtig. Ist die Gefahr gebannt?

Kazuyuki Terao: Ja, für den Augenblick. Tatsächlich war der Übergang von der Deflation zur moderaten Inflation ein wichtiger Katalysator für die höheren Vermögenspreise, die wir nicht nur an den Finanzmärkten, sondern auch in der Realwirtschaft beobachten. So sind die Preise für Gewerbe- und Wohnimmobilien gestiegen. Mit nahezu Vollbeschäftigung und einer vernünftigen Kaufkraft des privaten Konsums sind die Konjunkturaussichten so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr.

AFM: Premierminister Shinzo Abe plant für 2018 eine Lohnerhöhung von 3%. Kann die Wirtschaft damit umgehen?

Kazuyuki Terao: Eine bescheidene Lohnerhöhung sollte dazu beitragen, den Übergang von der Deflation zu einem bescheidenen inflationären Umfeld zu fördern. Dies wird sich positiv auf die Wirtschaft auswirken. Eines der Risiken, die wir im Auge behalten müssen, ist die Einführung einer höheren Mehrwertsteuer, die sich bereits einmal bis 2019 verzögert hat. Die letzte Mehrwertsteuererhöhung führte zu einer starken konjunkturellen Abkühlung. Aber mit dem nun stärkeren Konjunkturausblick erscheint mir das Risiko einer Wiederholung diesmal geringer.

Softbank Schwergewicht im Allianz Japan Fonds

AFM: Softbank ist eine der größten Beteiligungen im Allianz Japan Fonds. Was spricht für das Unternehmen?

Kazuyuki Terao: Softbank war zum 31. Dezember 2017 unsere zweitgrößte Portfolioholding. Das Unternehmen ist ein Konglomerat, das über starke Cashflows aus seinen Telekommunikationsgeschäften verfügt. Softbank ist beispielsweise Eigentümer von Sprint in den USA. Zudem hat das Unternehmen ein sehr großes Portfolio an Technologie-Start-ups durch seinen Venture-Capital-Ansatz aufgebaut. So hält Softbank beispielsweise eine große Beteiligung am E-Commerce-Giganten Alibaba, der vor der Börsennotierung erworben wurde. Die Kombination dieser Geschäfte sollte zu einem starken langfristigen Wachstumspotenzial führen.

AFM: Der Allianz Japan Fonds setzt stark auf Industrieunternehmen. Ist dies Indexgetrieben oder was spricht für die Branche?

Kazuyuki Terao: Unsere Philosophie ist es, den Anlegern ein diversifiziertes Engagement auf dem japanischen Aktienmarkt zu bieten. Der Industriesektor ist einer der größten in Japan, was sich im Portfolio des Allianz Japan Equity Fonds widerspiegelt. Tatsächlich ist unser Angebot in diesem Sektor sehr vielfältig und reicht von einem Hersteller von hochmodernen Kleinteilen für Elektrofahrzeuge bis hin zu einem Personaldienstleister, der japanischen Unternehmen bei der Lösung ihrer Rekrutierungsprobleme auf dem angespannten Arbeitsmarkt hilft.

Allianz Japan Fonds Portfoliostruktur
Allianz Japan Fonds Portfoliostruktur. Quelle: Allianz Global Investors

Gründe für japanische Aktien

AFM: Die japanische Gesellschaft hat ein demografisches Problem. Wie wirkt sich dies auf die langfristigen Wachstumsaussichten aus?

Japan Demografie Grafik
Japans Demografisches Problem. Quelle: Allianz Japan Fonds

Kazuyuki Terao: Die Alterung der japanischen Gesellschaft ist ein gut dokumentiertes Problem. Letztendlich wird sie das langfristige Wachstumspotenzial der Wirtschaft einschränken. Aber auf Unternehmensebene ist die Notwendigkeit die Mutter der Erfindung! Es gibt viele Unternehmen in Japan, die an der Spitze der globalen technologischen Innovation stehen, die darauf abzielt, die Produktivität zu steigern und Arbeitskräftemangel zu überwinden. Ein Teil des Portfolios stellt beispielsweise Sensoren und Messgeräte für die Fabrikautomation her, wo die Nachfrage aufgrund des Arbeitskräftemangels steigt.

Japanische Aktien, KGV Entwicklung
Japanische Aktien, KGV Entwicklung. Quelle: Allianz Global Investors

Was spricht allgemein für eine Investition in Japan? Was sind die Chancen und Risiken?

Kazuyuki Terao: Japanische Unternehmen befinden sich in einem frühen Stadium einer Reise zur Steigerung des Shareholder Value. Eine Kombination aus verbesserter Rentabilität sowie höheren Dividenden und Aktienrückkäufen sollte für langfristige Investoren eine gute Kombination sein. Und aufgrund der Verbesserung der Unternehmensgewinne liegt die Bewertung des japanischen Aktienmarktes mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis im längerfristigen Durchschnitt. Dies steht im Gegensatz zu anderen entwickelten Märkten wie Europa und den USA, wo die Bewertungen deutlich gestiegen sind. Was die Risiken angeht, so wird ein Abschwung der Weltwirtschaft auch Japan treffen. Und wie bei jeder Anlage außerhalb des Euro sollten Anleger auch hier die möglichen Währungseffekte berücksichtigen. Der Yen ist im Moment recht stabil und wir sehen keinen Grund für eine deutliche Abschwächung, aber dies kann als potenzielles Risiko angesehen werden. 

AFM: Herr Terao, vielen Dank für das Gespräch.