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Ant Financial plant weitere Kapitalrunde

Ant Financial steht vor weiterer Kapitalerhöhung
Ant Financial steht vor weiterer Kapitalerhöhung

Der Finanzdienstleister Ant Financial könnte seine Vormachtstellung im Heimatmarkt China ausbauen und sich international stärker positionieren. Derzeit werden Gerüchte um eine Kapitalerhöhung laut.

Schon im Februar hatte Reuters davon berichtet, dass der chinesische Finanzdienstleister Ant über eine Kapitalerhöhung von bis zu fünf Milliarden US-Dollar nachdenkt. Der Besitzer des chinesischen Onlinepaymentanbieters Alipay könnte seinen Firmenwert damit auf über 100 Milliarden US-Dollar steigern. Offenbar konkretisieren sich diese Pläne nun weiter.

Demnach könnte sich der Wert der Kapitalerhöhung in einer Größenordnung zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar bewegen, denn die Nachfrage der Investoren scheint diese Prognose zu rechtfertigen. Allerdings war bisher offenbar keiner der Beteiligten der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber bereit, Namen zu veröffentlichen, da die Verhandlungen sich noch in einer vertraulichen Phase befinden. Von Ant selbst war bis jetzt keine Stellungnahme zu erhalten, eine Anfrage von Reuters ist bisher unbeantwortet.

Vergleichbar zu Facebook-Börsengang 2012

Sollten sich die Annahmen bewahrheiten, dürfte eine Erhöhung des Firmenwertes auf rund 150 Milliarden US-Dollar nicht unwahrscheinlich sein. Der chinesische Finanzdienstleister wäre damit in einem Atemzug zu nennen mit Unternehmen wie Facebook oder Alibaba. Facebook brachte es vor sechs Jahren bei seinem Börsengang auf einen Wert von 104 Milliarden US-Dollar, Alibaba kam noch im Jahr 2014 auf eine Wertstellung von 168 Milliarden US-Dollar. Die letzte Kapitalerhöhung im April 2016 brachte Ant nach Einschätzung von einigen Analysten einen Wert von 60 Milliarden US-Dollar. Begründet wurde die Einschätzung damals mit der Vormachtstellung von Alibaba als Anbieter von Onlinepaymentdiensten für den chinesischen e-Commerce.

Noch im Februar war aus den Kreisen von Alibaba zu hören, dass man seinen Anteil an Ant von 37,5 Prozent auf 33 Prozent reduzieren wollte. Damals wurde diese Aussage als Anzeichen dafür gewertet, dass der Börsengang von Ant unmittelbar bevor steht. Ein Teil der Erhöhung des Marktwerts könnte darauf zurückzuführen sein, dass neue Investoren besonders attraktive Konditionen bekommen haben, sagte kürzlich ein Experte für internationale Börsengänge an der University of Florida. Hinzu kommt, dass der chinesische Finanzdienstleister die Erwartungen von Investoren und Kunden weiter in die Höhe treibt und als Marktteilnehmer für mobile Paymentlösungen im Heimatmarkt immer wichtiger wird.

Ant Financial: Doppellisting in USA und China möglich

Auch das Wall Street Journal hatte dieser Tage berichtet, dass der chinesische Finanzdienstleister über eine Kapitalerhöhung in Höhe von neun Milliarden US-Dollar nachdenkt. Damit sollte der Firmenwert nach Einschätzung von Experten auf rund 150 Milliarden US-Dollar steigen. Unklar war vor einigen Tagen, ob ein Börsengang im chinesischen Markt und USA geplant sei.

Folgt man diesen Spekulationen, könnte das zu einem Listing in Hongkong und in New York führen. Bemerkenswert ist allerdings die Begeisterung von US-amerikanischen Investoren für den Technologiesektor. Davon konnten zum Beispiel Dropbox oder Spotify kürzlich erst profitieren. Alibaba könnte als Anbieter von Paymentdiensten für das Onlinesegment genau in diese Sparte passen.

Der Ableger Alipay wurde bereits im Jahr 2004 gegründet mit dem Ziel, den chinesischen e-Commerce-Markt zu erobern. Erst vor einigen Jahren wurde ein Rebranding in Ant Financial vollzogen, wobei bis heute nur darüber spekuliert werden kann, vor welchem Hintergrund diese Umbenennung erfolgt.

Derzeit konzentriert man sich bei Ant Financial auf den internationalen Markt und hat sich dazu durch den indischen Paymentanbieter Paytm und und die thailändische Firma Ascend Money Verstärkung geholt. Ein Versuch, auf dem US-amerikanischen Markt Fuß zu fassen und Teile von MoneyGram International zu kaufen, wurde allerdings in diesem Jahr durch die USA verhindert.

Der chinesische Markt bleibt in Bewegung

Durch die Ereignisse um Ant Financial wird einmal mehr deutlich, wie sich chinesische Unternehmen auch in Europa und in den USA eine starke Position aufbauen. Es bleibt abzuwarten, ob der Börsengang an zwei Fronten gelingt und ob er die Erwartungen rechtfertigt. Investoren blicken derzeit jedenfalls gebannt auf die neuen Technologiekonzerne aus China.