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Abschwächung bei Fintech Venture Capital in China

Venture Capital China: Erholung in Sicht, Hongkong macht große Fortschritte
Hongkong treibt die Entwicklung des Fintech-Markts voran

Fintech-Investments in China haben 2019 einen bescheidenen Start hingelegt, so eine Analyse von KPMG. Im vergangenen Jahr waren es noch Rekordinvestitionen. Der Halbjahresbericht Pulse of Fintech H1’19 ergab, dass sich die Investitionen in Fintech-Unternehmen in China (einschließlich VC-, PE- und M&A-Aktivitäten) in der ersten Jahreshälfte 2019 auf 2,5 Mrd. USD bei 32 Transaktionen beliefen. In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden 16,3 Mrd. USD in 77 Deals investiert. KPMG sieht den Mangel an Megadeals im Land als Hauptursache für den Rückgang. Dies sei vor allem den Handelsspannungen zwischen den USA und China und der zunehmenden regulatorischen Fokussierung auf Fintech-Unternehmen durch Peking geschuldet sein.

Auch die Gesamtinvestitionen in Fintechs in der Region Asien-Pazifik sind rückläufig: Von 18,3 Mrd. USD bei insgesamt 256 Deals in der ersten Hälfte des Jahres 2018, auf 3,6 Mrd. USD bei 102 Deals in der ersten Hälfte dieses Jahres.

Dies spiegelte auch den breiteren globalen Trend wider. In den ersten sechs Monaten in 2019 wurden bei 962 Transaktionen 37,9 Mrd. USD in globale Fintechs investiert. Dem entgegen stehen 1421 Transaktionen mit einem Volumen von 62,9 Mrd. USD in der ersten Jahreshälfte 2018.

Venture Capital China: Erholung in Sicht

Laut James Mi, einem der weltweit erfolgreichsten Tech Venture Capital Geber, wird sich Chinas Start-up-Szene „allmählich erholen“. In einem Interview mit der japanischen Tageszeitung Nikkei sagte er, dass „viele börsennotierte Aktien unterhalb des IPO-Niveaus gehandelt werden, was sich auf die Bewertung auswirkt“. Mi ist auf Platz 12 der diesjährigen Forbes Midas Liste der Top Tech Investoren. Er half Google beim Ausbau der Präsenz in China und investierte früh in Baidu, das heute eines der größten chinesischen Technologieunternehmen ist.

Auch KPMG erwartet eine Erholung des chinesischen Venture Capital Marktes und sieht Chancen für weniger gefestigte Bereiche des Fintech-Marktes. Die Experten erwarten, dass Blockchain, insbesondere im Zusammenhang mit Mikrofinanzierungen, von den Investoren mehr Aufmerksamkeit erhalten wird. Darüber hinaus KI, Big Data und Cloud Services. Regtech – der Einsatz von Informationstechnologie zur Verbesserung regulatorischer Prozesse – wird ebenfalls hervorgehoben, da die chinesische Regierung und die Behörden der Provinzen einen starken Fokus darauf legen.

Hongkong treibt die Entwicklung des Fintech-Marktes voran

Hongkong ist eine Region, die eine rasante Entwicklung im Bereich Fintech erlebt. Die neuen virtuellen Banklizenzen tragen ihren Teil dazu bei. Bisher hat die Hong Kong Monetary Authority acht Unternehmen virtuelle Banklizenzen erteilt. Dabei handelt es sich um eine diversifizierte Mischung aus nicht-traditionellen Bankinstituten, darunter Versicherungsgesellschaften und Telekommunikationsunternehmen. Auch mehrere größere chinesischen Unternehmen sind in Form von Joint Ventures beteiligt – wie der Versicherungsriese PingAn oder das ursprünglich als Smartphone-Marke bekannte Unternehmen Xiaomi.

„Wenn die virtuellen Banken im Laufe des nächsten Jahres mit der Umsetzung ihrer Strategien beginnen, werden wir sehen, dass die großen traditionellen Banken versuchen, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Es wird erwartet, dass die virtuellen Banken im Laufe der Zeit wachsen werden“, sagte Avril Rae, Director und Head of Fintech bei KPMG China.

Nach Hongkong kündigte auch die Monetary Authority of Singapore die Absicht an, bis zu fünf virtuelle Banklizenzen zu vergeben. Bereits mehrere große Technologieunternehmen haben Interesse an den Lizenzen bekundet, darunter „ride-sharing“ Riese Grab. Laut Bloomberg ist auch die Oversea-Chinese Banking Corp. (OCBC) an Gesprächen für ein Virtual-Banking Joint Venture mit Unternehmen wie Singapore Telecommunications interessiert.