China, das erste Land, in dem Covid-19 auftrat, hatte mit erheblichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kosten zu kämpfen, insbesondere im ersten Quartal 2020. Die Verlängerung des Neujahrsfestes, Reisebeschränkungen und Lockdowns haben jedoch dazu beigetragen, die Auswirkungen des Virus auf die China Wirtschaft zu begrenzen, auch wenn es schließlich zu einer globalen Pandemie kam.

China Wirtschaft Überblick

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Krise abzumildern, bot die Politik Unternehmen finanzielle Erleichterungen und steuerliche Unterstützung an und pumpte Liquidität in den Markt. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) trugen diese makroökonomische und fiskalische Maßnahmen dazu bei, Chinas wirtschaftliche Erholung zu fördern.

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in städtischen Gebieten blieb stabil bei 5,6% und liegt damit unter den Prognosen, was auf eine Erholung auf das Niveau von vor der Pandemie hinweist.

Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal 2020 im Jahresvergleich um 6,8%, konnte sich aber erholen und in den folgenden Quartalen um 3,2%, 4,9% und 6,5% wachsen. Somit lag das gesamte BIP-Wachstum für das Jahr bei 2,3 % im Jahresvergleich.

Auch wenn das reale BIP auf das 1,94-fache des Niveaus von 2010 wachsen konnte, reichte es nicht für das Ziel der Kommunistischen Partei Chinas, sich zu verdoppeln.

Der IWF senkt seine Wachstumsprognose für die China Wirtschaft im Jahr 2021 von 8,2% auf 7,9% aufgrund inländischer Finanzrisiken und der Maßnahme der USA, chinesischen Firmen den Zugang zu Schlüsseltechnologien zu erschweren. Auch die jüngsten Restriktionen bei der Kapitalbeschaffung über Hongkong für chinesische Unternehmen spielten bei der Herabstufung eine Rolle.

Laut IWF könnten die sich verschlechternden Beziehungen zu den USA langfristig zu einem Rückgang des realen BIP in China um 1,8% führen, während die USA einen Rückgang um 1,1% erleiden könnten.

Der IWF schätz auch, dass Beschränkungen der Finanzströme durch Hongkong die China Wirtschaft ebenfalls negativ beeinflussen könnten, da es etwa ein Drittel der gesamten chinesischen Aktienfinanzierung, zwei Drittel der Offshore-Anleiheemissionen und 60% der ein- und ausgehenden Direktinvestitionen umfasst.

Währung und Zentralbank

Die chinesische Währung heißt offiziell Renminbi, was auf Chinesisch “Währung des Volkes” bedeutet, ist aber weltweit eher als Yuan bekannt. Chinas Inflationsrate sank von 1,7% im September auf 0,5% im Oktober 2020. Im November erreichte sie -0,5%, bevor sie sich im Dezember 2020 auf 0,2% einpendelte. Dies kann auf die jüngste Stabilisierung der Inflation bei den Lebensmittelpreisen zurückgeführt werden, nachdem diese zuvor aufgrund der anhaltenden Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest sowie starker Regenfälle und Überschwemmungen im Sommer hoch geblieben waren.

Die Inflation der Erzeugerpreise hat sich parallel zur wirtschaftlichen Erholung des Landes allmählich erhöht, blieb aber mit -2,1 % in einem deflationären Bereich.

Um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu dämpfen, beschloss die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China (PBOC), ihre Kreditvergabe auszuweiten, um Produzenten von medizinischen Gütern und Gütern des täglichen Bedarfs sowie Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen (KKMU) gezielt zu unterstützen.

Die PBOC hat auch verschiedene Leitzinsen gesenkt, insbesondere um 30 Basispunkte für die 7- und 14-tägigen kurzfristigen Reverse-Repo-Sätze und 30 Basispunkte für eine einjährige mittelfristige Kreditfazilität, um die Kreditzinsen insbesondere für Unternehmen zu senken.

Die Fähigkeit einiger Banken, dem Privatsektor neue Finanzierungen zur Verfügung zu stellen, wurde jedoch durch die langsame Anpassung der Einlagensätze und die Kapitalknappheit bei kleineren Banken beeinträchtigt.

Industrie und Handel

Chinas frühe Erholung von der Covid-19-Pandemie ermöglichte eine schnellere Wiederaufnahme der Arbeitsaktivitäten, was zu einem Anstieg der Industrieproduktion führte und die Nachfrage nach Fabrikgütern, einschließlich medizinischer Ausrüstung und Elektronik, ankurbelte. China verzeichnete einen rekordhohen Handelsbilanzüberschuss, was zu einem Exportwachstum von 3,6 % führte.

Darüber hinaus scheint das Wachstum des chinesischen Verbrauchermarktes unaufhaltsam zu sein. Zwar sanken die Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern um 3,9%, da das Ausgabeverhalten durch die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung gedämpft wurde, doch relativiert sich dieser Rückgang durch einen Anstieg der Online-Verkäufe um 10,9% im Vergleich zum Vorjahr.

Experten erwarten, dass die gesamten Konsumausgaben in China in diesem Jahr wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen werden. Genauer gesagt prognostiziert China Internet Watch eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 7,3% von 2021 bis 2024.

Laut dem jüngsten Consumer Insights Report des Private-Equity-Unternehmens L Catterton ist es die Generation Z, die zwischen 1996 und 2010 Geborenen, die die Konsumausgaben in China vorantreibt. Obwohl die Hälfte dieser Gruppe noch die Schulbank drückt, ist sie für 25% der Gesamtausgaben für neue Marken verantwortlich. Der Bericht hebt außerdem hervor, dass der chinesische Kapitalmarkt ebenfalls auf Consumer-Marken setzt, was ihn zu einem der wenigen Sektoren macht, die 2020 einen Anstieg der Aktivitäten verzeichnen werden.

Trotz des Handelskonflikts mit den Vereinigten Staaten erzielte China 2020 mit der Unterzeichnung des Regional Comprehensive Economic Partnership Agreement (RCEP) einen großen Erfolg im internationalen Handel. Der Pakt mit 14 asiatisch-pazifischen Staaten umfasst 2,2 Milliarden Menschen und etwa ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Studien und Ranglisten

China hat sein Ranking im “Ease of Doing Business”-Report der Weltbank von Platz 46 im Jahr 2018 auf Platz 31 im Jahr 2020 deutlich verbessert. In Bezug auf die wirtschaftliche Freiheit stufte die Heritage Foundation China auf Platz 100 unter 180 Ländern weltweit ein. China erhielt eine Punktzahl von 58,4, was unter dem globalen Durchschnitt von 60,8 liegt und in die Kategorie “mostly unfree” fällt.

Börsen und Kapitalmärkte

Investieren in chinesische Aktien war in der Vergangenheit für ausländische Investoren gar nicht oder nur schwer möglich. Der Markt öffnet sich jedoch langsam, da die Regierung die regulatorischen Anforderungen weiter lockert.

China hat zwei Börsen, die Shanghai Stock Exchange (SSE) und die Shenzhen Stock Exchange (SZSE). An diesen Börsen können Unternehmen mit Sitz im Lande A-Aktien, B-Aktien und H-Aktien ausgeben.

Onshore A-Aktien und B-Aktien waren früher für ausländische Investoren gesperrt, aber die chinesische Regierung hat verschiedene Programme aufgelegt, um ihnen die Teilnahme am Onshore-Markt zu ermöglichen.

Ausländische Investoren, die in chinesische Aktien investieren möchten, können dies über einen börsengehandelten Fonds (ETF) tun, der einen der großen Indizes abbildet, wie den SSE Composite Index und den SZSE Component Index. Sie können auch aktiv verwaltete Investmentfonds nutzen.

Anleihenmarkt

Chinas Anleihenmarkt ist mit einem Wert von über 12 Bio. USD der zweitgrößte der Welt. Seit 2016, als der Markt für ausländische Investoren geöffnet wurde, hat das Interesse an Chinas Onshore-Bonds stetig zugenommen. Die ausländischen Bestände an Onshore-Anleihen belaufen sich mittlerweile auf mehr als 400 Mrd. USD und Cambridge Associates (CA) erwartet, dass sie weiter steigen werden, da chinesische Anleihen in die wichtigsten globalen Fixed Income Indizes aufgenommen werden.

“Wir sind der Meinung, dass der Markt die weitere Aufmerksamkeit globaler Investoren verdient, da chinesische Anleihen weiterhin höhere Renditen und geringere Korrelationen als die anderer großer Anleihenmärkte bieten und das Potenzial haben, Vorteile bei der Portfoliodiversifizierung zu bringen”, heißt es in einem aktuellen Bericht von CA.

Immobilienmarkt

Chinas Immobilienmarkt ist mit dem Fortschritt der China Wirtschaft stetig gewachsen.

Die Nachfrage auf dem Markt wurde durch die Urbanisierung angekurbelt, da sich zwischen 2000 und 2020 etwa 415 Millionen neue Einwohner in Chinas Städten niederließen. Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) zufolge werden sich bis 2040 rund 208 Millionen weitere Menschen ansiedeln.

Darüber hinaus steigt das Pro-Kopf-Einkommen in China, was den Chinesen eine höhere Kaufkraft verleiht. 2020 lag es bei ca. 4.900 USD – mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2010. Das höhere Pro-Kopf-Einkommen sowie staatliche Programme wie öffentliche Anleihen veranlassen auch mehr Menschen dazu, in den Immobilienmarkt einzusteigen.

Nach Schätzungen des IWF sind 24% des Immobilienbestands in Chinas Städten ohne private Küchen/Badezimmer ausgestattet. Mehr als ein Drittel stammt aus der Zeit vor 1990, was die Notwendigkeit für chinesische Käufer nahelegt, bessere Wohnungen zu erwerben.

Das National Bureau of Statistics (NBS) berichtete, dass die durchschnittlichen Preise für neue Eigenheime in 70 chinesischen Großstädten im Dezember im Jahresvergleich um 3,8% gestiegen sind, ein leichter Rückgang gegenüber einem Anstieg von 4% im November.