Start Asienfonds ETF Indien: passiv auf Effekt der Modi-Reformen setzen

ETF Indien: passiv auf Effekt der Modi-Reformen setzen

ETF Indien: Sonderkonjunktur durch Modi-Reformen
ETF Indien: Sonderkonjunktur durch Modi-Reformen

ETF Indien ist eines der am häufigsten gesuchten Keywords auf AsiaFundManagers.com. 2017 war das Jahr, in dem der indische Subkontinent aus dem Schatten seines großen asiatischen Rivalen getreten ist. China bestimmte in den vergangenen Jahren die Schlagzeilen. Sei es durch die schiere Größe und das atemberaubenden Wachstum der chinesischen Wirtschaft, Mega-Infrastrukturprojekte wie die Seidenstraßeninitiative oder den schillernden Technologiesektor mit seinen Aktienmarktstars Tencent und Alibaba. Nun scheint die Zeit für Indien gekommen.

ETF Indien gefragt

Die stürmische Entwicklung der indischen Wirtschaft lässt sich auch am Aktienmarkt ablesen. Der MSCI India hat seit 2009 im Durchschnitt jährlich um 13,4% zugelegt. Zwar wurde dies mit einer hohen Volatilität von 22,14% erreicht. Doch die  Reformen und die jüngste Performance des indischen Aktienmarktes  ziehen derzeit Investorengelder an.

ETF Indien
ETF Indien. Starke Kursgewinne, hohe Volatilität

Premierminister Narendra Modi wurde zuletzt mit einem erdrutschartigen Sieg im größten Staat Indiens bestätigt. Dies bringt politische Stabilität und Sicherheit für die Reformagenda auf absehbare Zeit. Die Reformen in Indien greifen weit. Die Einführung eines Sozialversicherungssystems in Indien kurbelt den Konsum an. Diese Maßnahme folgt auf die Einführung biometrischer Ausweise. 99% aller indischen Erwachsenen sind nun elektronisch erfasst.

Indien setzt auf Reformen

Die Verbreitung der biometrischen Ausweise ging nicht nur viel schneller als gedacht. Auch eine weitere Rechnung der Regierung scheint aufzugehen. Die jüngsten Zahlen der Regierung zeigen, dass rund 450 Millionen Konten mit einem biometrischen Ausweis verknüpft sind. Wenn man ein Sozialversicherungssystem in einem solchen Umfang einführt, sollten die Konsumausgaben über viele Jahre hinweg steigen. Allerdings lassen sich die Auswirkungen auf die Wirtschaft kaum beziffern.

Indiens gegenwärtiges Steuersystem ist zersplittert. Die Besteuerung ist von Staat zu Staat unterschiedlich. Das macht das System ineffizient und anfällig für Steuerhinterziehung. Die im Juli 2017 eingeführte landesweite Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen (GST) harmonisiert die Steuern. Der positive Effekt der Entbürokratisierung auf indische Unternehmen lässt sich derzeit kaum beziffern.

Indiens Wirtschaft überspringt eine Entwicklungsstufe

Gegenwärtig gibt es ein kompliziertes Steuersystem für Waren, die zwischen verschiedenen indischen Bundesstaaten befördert werden. Dies bürdet Unternehmen erhebliche Kosten, Zeit und Papierkram auf. Das neue System wird Steuervermeidung vermindern sowie unlauteren Wettbewerb durch nicht steuerpflichtige Unternehmen reduzieren.

Strukturelle Veränderungen zeichnen sich in Indien durch die Einführung von Hochgeschwindigkeit-Internet ab. Nahezu unbemerkt ist in Indien einer der größten Mobilfunkmärkte entstanden. Hunderte Millionen indischer Mobilfunknutzer werden zukünftig Internetdienste und E-Commerce nutzen. Das Besondere daran ist, dass Indien eine Wirtschaftsstufe überspringen dürfte: Einzelhandelsstrukturen sind kaum vorhanden. Die Nutzer werden direkt zum Internet-Shopping übergehen. Auch die Elektrifizierung weiter Teile Indiens dürfte einen Nachfrageschub erzeugen.

Bargeldreform bringt Höchststände für Investmentfonds

Eine der wichtigsten Reformen der Regierung Modi war jedoch die Demonetisierung der indischen Wirtschaft. Ende 2016 wurden über Nacht 500 und 1.000 Rupie-Noten aus dem Umlauf genommen. Die Maßnahme zielt darauf ab, kriminelle und Schwarzmarkt-Aktivitäten zu bekämpfen. Ein Nebeneffekt ist die Stärkung des offiziellen Geldkreislaufs.

Die Demonetisierung hat die Sparer gezwungen, formale Bankdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Früher wurden signifikante Anteile der Ersparnisse in Gold, Immobilien oder als physisches Bargeld angelegt. Nun geht deutlich mehr an die Banken. Die Volumina in Investmentfonds und Lebensversicherungen haben inzwischen Rekordstände erreicht.

ETF Indien-Anbieter Amundi: positive Effekte der Mehrwertsteuerreform

“Die Indikatoren für die wirtschaftliche Aktivität zeigen nach der Einführung der Mehrwertsteuer (GST) im Juli letzten Jahres eine gute Erholung. Insgesamt hat sich das BIP-Wachstum als Folge der beiden Schocks – der Demonetisierung sowie der neuen Mehrwertsteuer – abgeschwächt. Wir erwarten jedoch für die Zukunft ein höheres Wachstum, das hauptsächlich von Haushalten und Exporten getragen wird. Die Investitionen hinken immer noch hinterher“, sagt Alessia Berardi, Senior Economist beim französischen ETF-Anbieter Amundi.

„Die indische Wirtschaft ist eine langfristige Wachstums- und Reformstory. Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik macht die Volkswirtschaft robuster und erlaubt eine weitere Steigerung des Wachstumspotenzials“, sagt Oliver Pfeil, ETF-Marktexperte der Deutsche Bank-Tochter Deutsche Asset Management. Die rapiden Fortschritte in den Bereichen Biometrie und Digitalisierung begünstigten viele wichtige Branchen, in denen die neuen Technologien angewendet werden, wie Banken, E-Commerce und IT-Dienstleistungssektoren.

Indien-ETF auf Nifty 50 und MSCI India

Trotz der offensichtlichen Erfolge der indischen Wirtschaft sowie dem Interesse von Investoren ist die Zahl der ETF Indien noch sehr überschaubar. Die Deutsche Bank bietet zwei Xtrackers ETFs auf den indischen Aktienmarkt. Der Nifty 50 UCITS ETF bildet den Nifty 50 Index ab. Der Nifty 50 ist der wichtigste Index der National Stock Exchange of India Ltd (NSE). Der Index bildet ein Portfolio von indischen Blue-Chip-Unternehmen ab, den größten und liquidesten indischen Wertpapieren Der Nifty 50 erfasst damit rund 65 % der an der Börse notierten Marktkapitalisierung und spiegelt den indischen Aktienmarkt wider. Das größte Gewicht im Index hat der Finanzsektor mit rund 35 Prozent.

Investoren, die eine breitere Streuung bevorzugen, investieren in den MSCI India Index UCITS ETF. Dieser ist breiter gestreut in aktuell 77 Aktien. Gemäß den MSCI-Regeln deckt der Index rund 85 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des indischen Aktienmarktes ab. Bei diesem Index sind auch die Sektoren weniger konzentriert. Der Finanzsektor hat das größte Gewicht mit 23 Prozent, dann folgt der IT-Sektor mir 14 Prozent, Konsumgüter und Energie mit jeweils 12 Prozent.

ETF-Indien
ETF-Indien von Deutsche Asset Management

Rahmendaten für indische Aktien bleiben gut

Die indische Wirtschaft ist eine langfristige Wachstums- und Reformstory. Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik macht die Volkswirtschaft robuster und erlaubt eine weitere Steigerung des Wachstumspotenzials. „Die Rahmendaten für den indischen Aktienmarkt dürften auch 2018 attraktiv bleiben. Die Bewertung nach Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2018er-Zahlen ist moderat, liegt knapp unter dem 10-Jahres-Durchschnitt“, so Oliver Pfeil von der Deutschen Asset Management. Neben aktiv gemanagten Indienfonds sind ETF Indien ein interessantes Vehikel, um breit an der Entwicklung der indischen Wirtschaft teilzuhaben.