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Industrie-Tycoon Li Ka-shing setzt sich zur Ruhe

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Li Ka-shing
EdTech Stanford University School of Medicine, Li Ka Shing, CC BY 2.0

Vom Schulabbrecher zum Milliardär: Li Ka-shing, einer der einflussreichsten Geschäftsleute und Industrie-Tycoons Asiens, hat seinen Ruhestand angekündigt. Damit leitet er einen Wandel in der asiatischen Geschäftswelt ein.

Li Ka-shing ist einer der einflussreichsten Geschäftsmänner in Asien und allgemein verehrt.
Wie er gerade öffentlich verkündet hat, wird der Mogul als Vorsitzender von CK Hutchison Holdings und CK Asset Holdings ab Mai diesen Jahres zurücktreten und nur noch als Berater tätig sein. Die Leitung der Unternehmen wird der älteste seiner Söhne, Victor Li (53) übernehmen. Die Ankündigung erfolgte im Zuge der Veröffentlichung der Gewinnzahlen der beiden Unternehmen für 2017.

Li Ka-shing dankt Aktionären

Im letzten Jahr wurde ein Medienbericht veröffentlicht, der besagte, dass Li im Jahr 2018 in Rente gehen würde. Der Milliardär hatte dies jedoch bestritten und klar gemacht, dass er sich noch nicht entschieden habe, wann er zurücktreten werde. Dennoch kam die Ankündigung seines Ruhestandes überraschend.

„Ich möchte unseren Aktionären meinen herzlichen Dank für ihr unerschütterliches Vertrauen und ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren aussprechen“, sagte Li auf einer Pressekonferenz in Hongkong.

Asiens Antwort auf Warren Buffet

Li, der in der Geschäftswelt als „Hongkongs Superman“ bekannt ist, setzt mit seinem Rückzug aus dem Geschäftsleben ein wichtiges Zeichen für einen Wandel in der asiatischen Geschäftswelt. Während er in der Zwischenzeit nicht mehr der reichste Mann Asiens ist, ist der 89-Jährige mit einem geschätzten Nettovermögen von 35,4 Milliarden Dollar immerhin aktuell auf Platz 23 und damit einer der reichsten Menschen der Welt auf der Forbes-Liste. Umstritten sind seine guten Beziehungen zu den chinesischen Machthabern in Peking. Ob dieser Nähe zur kommunistischen Partei wird er zum Beispiel im Handelsblatt als „Patriot und Pragmatiker zugleich“ bezeichnet.

Die Story „Vom Tellerwäscher zum Millionär“, die seinen Werdegang gut umschreibt, hat mit seinem Rückzug nun ein vorläufiges Ende. Von den Medien oft als “Asiens Antwort auf Warren Buffet” bezeichnet, hat Li eine unglaubliche und inspirierende Lebensgeschichte. Als Kind brach er nach dem Tod seines Vaters die Schule ab, um seine Familie finanziell zu unterstützen und hatte damit wenig Aussichten erfolgreich zu sein. Am Ende war er jedoch zeitweise die reichste Person Chinas. Bis dahin war es ein weiter Weg der von starkem Willen und Fleiß zeugt.

Mit Plastikblumen gestart

Li’s Familie floh während des Zweiten Weltkriegs aus seinem Geburtsort Chaozhou in China nach Hongkong. Nach seinem Schulabbruch startete er schon mit 13 Jahren als Lehrling in einer Fabrik, um seine Familie zu unterstützen. 1950 gründete Li seine erste Firma Cheung Kong Plastik, benannt nach dem Jangtse und spezialisiert in der Herstellung von Plastikblumen, mit 21 Jahren und von 6.500 Dollar an Ersparnissen und Darlehen von Verwandten. Profite aus diesem Unternehmen benutzte er, Immobilienkäufe zu finanzieren. Als Glücksfall erwies sich sein Timing: er kaufte als der Immobilienmarkt schwach war und machte später ein Vermögen, als die Preise sich erholten.

1979 erwarb er den britischen Mischkonzern Hutchison Whampoa und wurde damit zum Symbol für die rasante wirtschaftliche Entwicklung Hongkongs nach dem Krieg. Das war erst der Anfang seines raktetenhaften Aufstiegs. In den sieben Jahrzehnten seines Wirkens baute Li Ka-shing ein Imperium auf, das in mehr als 50 Ländern aktiv Geschäfte betreibt und rund 330.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Li Ka-shings Geschäfte umfassen viele verschiedene Branchen: Mit der Holding CK Hutchison hat Li Kontrolle über den größten Hafenbetreiber der Welt, den kanadischen Ölriesen Husky Energy, sowie einen der größten Telekomkonzerne Europas, die Three-Gruppe. Die Unternehmen der Gruppe betreiben in Ländern wie Italien, Großbritannien und Österreich Mobilfunknetze.

Li Ka-shing besitzt auch in Deutschland unternehmen

Auch in Deutschland ist Li Ka-shing aktiv und hat im letzten Jahr eine der größten Übernahmen auf den Weg gebracht: Die Firma CK Infrastructure sowie das Unternehmen Cheung Kong Property Holdings haben für 4,5 Milliarden Euro den deutschen Energiedienstleister Ista übernommen, einen in der Heiz- und Wasserbranche als Ablesedienst großen deutscher Anbieter. 2016 kaufte der umtriebige Milliardär in Berlin Anteile des Start-Ups Jobspotting. Seit vielen Jahren gehören Li Ka-shing 40 Prozent der Drogeriekette Rossmann.

Selbst gegen Ende seines Arbeitslebens ist er nicht langsamer geworden. Im Jahr 2015 hat der Mogul seine wichtigsten Beteiligungen in zwei Unternehmen umstrukturiert, von denen eines sein Vermögen beherbergt und das andere den Rest hält.

Li zieht sich nur wenige Monate vor seinem 90. Geburtstag im Juli zurück, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass der berühmte Mogul lange ruhen wird. Geplant hat er, weiterhin in seiner gemeinnützigen Stiftung, der Li Ka Shing Foundation, zu arbeiten. Diese setzt sich für gemeinnützige Aktivitäten ein und unterstützt Start-ups in den Bereichen Bildung und Medizin. Daneben hat er ein Drittel seines Vermögens der Philanthropie versprochen.

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Finanzjournalist und Gründer von AsiaFundManagers.com. Schreibt über Investieren in Asien, Asienfonds und asiatische Wirtschaft.